Eine Reihe individuell guter Spieler hat der Westfalenligist Wacker Obercastrop. Einige von ihnen müssen sich zwischenzeitlich sogar mit der Rolle des Einwechselspielers anfreunden. © Volker Engel
Fußball-Westfalenliga

Wackers Wirbelwind im Mittelfeld hat seinen Vertrag verlängert

Es geht Schlag auf Schlag. Westfalenligist SV Wacker Obercastrop nutzt die durch den Corona-Lockdown spielfreie Zeit, um Zug um Zug die Verträge mit dem spielenden Personal zu verlängern

Die Verantwortlichen in den Fußball-Amateurvereinen können sich beim Corona-Spielverbot zurücklehnen – oder aber fleißig an den Kadern für die Saison 2020/21 basteln. Bei Westfalenligist Wacker Obercastrop zählt die Sportliche Leitung zu den fleißigen Bienen bei Vertrags-Verlängerungen mit den Spielern.

Schon die dritte Station mit der Rückennummer 30

So überzeugte Alexander Wagener zuletzt auch Mittelfeldspieler Serhat Can von einem weiteren Jahr im Wacker-Trikot. Es wird das vierte sein. Im Januar wird der technisch begabte Serhat Can erst 26 Jahre alt, befindet sich also im besten Fußballer-Alter.

„Das Gespräch über meine Vertrags-Verlängerung war kurz. Für mich passt alles in Obercastrop. Warum sollte ich wechseln?“, sagt Serhat Can. Wacker Obercastrop ist Cans dritte Station im Seniorenfußball. Zuvor kickte er in Recklinghausen für den damaligen Bezirksligisten FC/JS Hillerheide und in Gelsenkirchen für Westfalenligist YEG Hassel. In der Jugend hatte er bei mehreren Vereinen einen Stopp eingelegt: RW Essen, Spvg Erkenschwick sowie als A-Jugendlicher beim VfB Waltrop und VfB Hüls.

Serhat Can bewies nicht nur im September 2019 im Landesliga-Spiel bei der DJK Wattenscheid sein Können. © Jens Lukas © Jens Lukas

Die Rückennummer 30 hat keine besondere Bedeutung für den nur schwer vom Ball zu trennenden Wirbelwind in Wackers offensivem Mittelfeld. Dieser kann jedoch auch einen defensiveren Part spielen. „Ich hatte in Hillerheide die Trikot-Nummer 30 und habe diese dann mitgenommen nach Hassel und Obercastrop“, erklärt Can.

Im Spiel ist der Techniker mehr ein Torvorbereiter denn ein Torjäger. Im durch Corona abgebrochenen Aufstiegsjahr zur Westfalenliga hat er nur drei Tore erzielt – in dieser Saison bei fünf Einsätzen keines. Bei „Ruhrkick.TV“ stand Can trotzdem im März 2019 einmal mit fünf anderen Fußballern in der Auswahl zum Tor des Monats. Gewonnen hat der Obercastroper nicht. Er erinnert sich aber an diesen Treffer: „Das war ein Distanzschuss, der genau gepasst hat.“

Vier Start-Elf-Einsätze

Serhat Can ist Stammspieler bei Westfalenligist Obercastrop. Er lief in den ersten vier Saison-Spielen gegen Gerlingen (1:0), Hordel (0:0), Hohenlimburg (1:0) und Iserlohn (0:1) jeweils in der Startelf auf. Eine Muskelverletzung stoppte ihn gegen Lennestadt (3:0) und Hagen (2:0). Gegen Schüren (2:0) war er wieder fit und wurde eingewechselt.

Sollte der Ball im Jahr 2021 im Amateurfußball wieder rollen, will Serhat Can mit Aufsteiger Obercastrop in der Westfalenliga an die Erfolge bis zum November-Lockdown anknüpfen. „Ich denke, dass wir bei einer Fortsetzung weiterhin oben mitspielen. Wir sind eine gute Mannschaft, die mit elf Mann von vorne bis hinten verteidigt und so nur wenig Tore kassiert. Alle Spieler helfen bei einem Ballverlust sofort in der Defensive aus“, erklärt Can das Erfolgsrezept.

Mit der Fortsetzung der Saison rechnet der noch 25-Jährige nicht vor Mitte Februar. „Der Verband muss uns nach einer so langen Pause genügend Zeit geben, um im Training wieder topfit zu werden. Ansonsten wäre das Verletzungsrisiko viel zu groß. Die Laufeinheiten im Lockdown ersetzen kein Training“, sagt Serhat Can, der davon ausgeht, dass letztlich im Amateurfußball nur eine Halbserie mit Wertung gespielt wird.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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