Nicht an der langen Leine führte Frauenbundesliga-Schiedsrichterin Nadine Westerhoff (l) die Akteure des Kreispokal-Endspiels zwischen Wacker Obercastrop (r/Elvis Shala) und SV Wanne 11. © Volker Engel
Fußball-Kreispokal

Wanne 11 schießt die Tore, aber Wacker Obercastrop zieht ins Kreispokal-Endspiel ein

Die Fußballer des SV Wacker Obercastrop haben die Chance genutzt, wie in der vorherigen Saison im Kreispokal-Endspiel zu stehen. Beinahe wäre allerdings Halbfinal-Gegner SV Wanne 11 dort gelandet.

Am Samstagnachmittag war im Kreispokal-Halbfinale für die Fußballer des Westfalenliga-Aufsteigers SV Wacker Obercastrop alles gerichtet. An gleicher Stelle hatten die Kicker von Trainer Aytac Uzunoglu vor 15 Monaten gegen den DSC Wanne im Endspiel erst nach Elfmeterschießen verloren. Das aktuelle Halbfinale gegen den SV Wanne 11 (Landesliga) war wie das damalige Duell eine enge Kiste. Landesliga-Staffelleiter Klaus Overwien aus Waltrop war unter den Gästen und freute sich: „Ein Pflichtspiel ist doch etwas anderes als ein Testspiel.“

Alle sahen Wanne als besseres Team

Während der Fußball-Funktionär die Obercastroper nach deren Aufstieg in die Westfalenliga nicht mehr unter seinen Fittichen hat, schaute er natürlich interessiert den Wanner Landesliga-Kickern zu. Und diese haben ihn beeindruckt, obwohl sie nach torlosen 90 Minuten mit 2:4 nach Elfmeterschießen verloren. Oder gerade deswegen. „Im Großen und Ganzen war Wanne 11 besser“, sagte der Waltroper. Ein Fazit, das auch der 1. Vorsitzende der Wackeraner, Martin Janicki, zog: „Die Wanner haben wirklich eine starke Vorstellung geboten.“ Wacker-Coach Uzunoglu sah es so: „Die Wanner hatten drei glasklare Chancen, wir nur eine.“

Ein schöner Tag in der Erin-Kampfbahn. Die Verantwortlichen des Vereins hatten alle Corona-Auflagen erfüllt. Schlangen bildeten sich in der heißen Sonne beim Eintragen in die Kontaktlisten an der Kasse. Die Menschen zeigten sich geduldig – und alle waren beim Anpfiff von DFB-Schiedsrichterin Nadine Westerhoff auf ihren Plätzen. Ob da auf den Rängen immer der nötige Sicherheitsabstand eingehalten wurde, war nicht sicher. Genug Ordnungskräfte flanierten jedenfalls um den Sportplatz.

Brachte seine Regionalliga-Erfahrung für den SV Wacker Obercastrop gegen den SV Wanne 11 ein: Christian Mengert (am Ball).
Brachte seine Regionalliga-Erfahrung für den SV Wacker Obercastrop gegen den SV Wanne 11 ein: Christian Mengert (am Ball). © Volker Engel © Volker Engel

Zwei Trinkpausen

Auf dem Platz waren die Spieler beider Teams nicht zu beneiden. Die Sonne knallte auf den Kunstrasen, die Temperaturen im Schatten von rund 35 Grad sorgten erst für etwas Linderung, als die großen Bäume den Platz auf halber Seite verdunkelten. Zu je einer Trinkpause von zwei Minuten pro Halbzeit unterbrach Nadine Westerhoff das Spiel. Eine Erfrischung, die sie und die Spieler sich verdient hatten.

Denn, wenn es auch kein besonders gutes Spiel war, viel gelaufen wurde trotzdem. Vor allem die Gäste aus Wanne, die schon in der Landesliga ein ebenbürtiger Gegner waren, machte den Hausherren schwer zu schaffen. Immer wieder wurden die Wackeraner von der rechten Seite aus attackiert. Aus Situationen nach starken Flanken von der rechten Seite erzielten die Wanner zwei Tore durch Nico Cygiel (14.) und Ivan Benkovic (35.). Gut für Wacker, dass beide Male der Linienrichter ein Abseits sah.

Der Großteil des Sportplatzes lag während des Kreispokal-Halbfinals direkt in der Sonne. 200 Zuschauer säumten den Platz.
Der Großteil des Sportplatzes lag während des Kreispokal-Halbfinals direkt in der Sonne. 200 Zuschauer säumten den Platz. © Volker Engel © Volker Engel

Torlos gingen die 90 Minuten zu Ende. Das Elfmeterschießen folgte direkt. Für Pokalstimmung sorgte Altherren-Coach Rolf Kienemund mit einer lauten Sirene. Jetzt war Stimmung in der Bude, vor allem als David Scholka zwei Strafstöße hielt. Auch wenn der Keeper selbst seinen Elfer verschoss, reichten die Treffer von Nico Brehm, Sascha Schröder und zum Abschluss Marc Schröter zum 4:2-Sieg. Das Lied danach ist bekannt: „Finale Olé!“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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