Fabian Leinhäuser war in Huckarde nicht im Tor der SG Castrop. © Jens Lukas
Fußball-Bezirksliga

Wenn Feuerwehrmann Leinhäuser zur Arbeit muss, brennt es lichterloh im Tor der SG Castrop

Beim Blick auf die Aufstellung eines Castrop-Rauxeler Bezirksligisten löste am vierten Spieltag ein Name leichtes Erstaunen aus. Wer steht denn da im Tor? Ein neuer Mann?

Bezirksligist SG Castrop ist in der Frühphase der Meisterschaft personell wahrlich nicht auf Rosen gebettet. Auf einer Position, bei der man sich vor zwei Monaten super aufgestellt fühlte, trifft das besonders zu – im Tor.

Zwei Torhüter wechselten den Verein

Es gab mal drei gleichstarke Torleute – einer von ihnen studiert nun in Frankfurt: Marius Menne. „Als dann Paco Heuser nach dem ersten Spieltag zum DSC Wanne-Eickel wechselte, war das wie ein Schlag ins Gesicht“, so Trainer Tino Westphal.

Bei den Torhütern ist es bei der SG Castrop nun aus dem Überangebot so etwas wie ein Ritt auf der Rasierklinge geworden. Allein geblieben ist Fabian Leinhäuser. Der aber musste im Auswärtsspiel bei der DJK BW Huckarde (0:4) passen. Leinhäuser ist Feuerwehrmann und war dienstlich verhindert.

Also tauchte im Tor der SG Castrop der Name Umut Esem auf. Neu ist dieser Keeper jedoch nicht im Verein. Esem ist Stammtorwart der SG Castrop II in der Kreisliga B. Westphal lobt dessen Huckarde-Leistung: „Umut war bei uns noch ein Lichtblick beim 0:4. Er war an allen Toren machtlos – und hat sogar weitere Treffer verhindert.“

Umut Esem sei ein Torwart, auf den man auch in Zukunft bauen könne, wenn Leinhäuser sonntags wieder eingespannt sei bei der Feuerwehr, so Westphal. Bei der SG II stand bei Wacker Obercastrop II (5:3-Sieg) stattdessen Maximilian Hemker aus der Dritten Mannschaft in der Bude.

„Maximilian trainiert erst seit einigen Wochen regelmäßig bei unserem Torwarttrainer – er hat super Fortschritte gemacht. Er ist total fleißig und fast jeden Tag auf dem Sportplatz“, weiß Westphal, dass er die SG II nicht entscheidend schwächt, wenn er selbst wieder auf Umut Erdem zurückgreifen müsste.

In Huckarde tat sich bei der SG Castrop aber noch eine weitere große Baustelle auf: Spielmacher Alexander Schmidt musste nach 19 Minuten wegen einer Verletzung ausgewechselt werden. „Er hat sich einen Bänderriss zugezogen – und im Sprunggelenk ist etwas abgebrochen. Es dauert mindestens acht Wochen, ehe Alexander wieder fit ist“, weiß Trainer Westphal.

Wenn eine Mannschaft in sportlich schweren Zeiten steckt, trifft es sie eben mit voller Breitseite. Für Tino Westphal stellt sich schon fast zwangsläufig die Frage, wann er wieder selbst die Fußballschuhe überstreift, um im Bezirksliga-Team aufzulaufen. Bei Heimspielen hat er für die SG Castrop II bereits zweimal gekickt.

Am Sonntag, 26. September, gegen den SuS Olfen wäre das so ein Spiel, bei dem Westphal für mehr Stabilität bei der SG Castrop sorgen könnte, wenn er spielt. „Ich muss in dieser Woche mit mir ringen, was ich gegen Olfen mache“, bleibt der Trainer vage in seiner Aussage zum eigenen eventuellen Status als Spieler.

Einer, der ebenfalls weiterhelfen könnte, wäre Ingmar Holtkamp. Dem fehlt aber selbst fürs Training die Zeit. Westphal erklärt: „Ingmar schiebt im Altenheim täglich Schichten von zehn Stunden. Wenn er abends nach Hause kommt, freut er sich nur noch auf seine Zwillinge und hat keinen Kopf mehr für Fußball.“

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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