Nicht nur bei Handball-Bundestrainer Alfred Gislason sorgte die WM-Niederlage gegen Ungarn für Kopfzerbrechen. Auch ein Castrop-Rauxeler geriet in Stress. © dpa
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ZDF: Der WM-Plan von TV-Moderator Yorck Polus ging nicht auf

Der Castrop-Rauxeler Journalist Yorck Polus ist für die ZDF-Berichterstattung von der Handball-WM in Ägypten verantwortlich. Ein hektischer Job - wie er jetzt am eigenen Leib erfahren musste.

Homeoffice hin, Homeoffice her. Nichts geht über Präsenz vor Ort, auch in Zeiten von Corona. „Wir sind froh, dass wir mit zwei Leuten vor Ort sind bei der Handball-WM in Ägypten. So kann man ganz andere Eindrücke gewinnen, was besonders vor der abgesagten Partie gegen Cap Verde wichtig war.“ Das sagt Yorck Polus, der aus Castrop-Rauxel stammende Leiter der Redaktion „ZDF SPORTreportage“.

Erst das Spiel gegen Spanien, dann folgt Brasilien

Das war zunächst anders geplant: Anstatt in seinem Haus in Henrichenburg arbeitet Polus in dieser Woche im ZDF-Sendezentrum in Mainz-Lerchenberg. In Castrop-Rauxel waren nur Vorarbeiten möglich. Am Dienstagabend moderierte er die Partie der DHB-Auswahl gegen Ungarn, die „leider mit dem falschen Ergebnis endete”, so Polus.

Am Donnerstag folgt dann die erste Hauptrundenpartie gegen Spanien: „Ein Alles-oder-Nichts-Spiel”. Und auch das Spiel am Samstag gegen Brasilien überträgt das ZDF. Für Polus heißt das: Ab Montag ging es für eine Woche in ein angemietetes Zimmer in Mainz.

Von der Hektik hinter der Kamera bekommt der TV-Zuschauer natürlich nichts mit. Am Montagabend musste zunächst das Studio kurzerhand umgebaut werden. Von Wintersport auf Handball. „Das ist dann schon ein anderes Design”, so Polus. Am Dienstag wurde ein Probelauf gestartet, ob auch alles wirklich funktioniert.

Der Castrop-Rauxeler Yorck Polus sendet nicht wie geplant aus dem Homeoffice seine Beiträge von der Handball-WM. © ZDF und Rico Rossival © ZDF und Rico Rossival

Denn die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich auch im TV-Studio bemerkbar. „Die gesamte Technik-Crew ist ja extrem ausgedünnt”, erklärt der Henrichenburger, der zusammen mit dem Handball-Experten Sören Christophersen durch die Sendung führt. Die Übertragung des Spiels gegen Ungarn litt naturgemäß unter den fast gleichzeitig auflaufenden Nachrichten aus der Politik, als die Ministerpräsidenten-Runde zusammen mit Kanzlerin Merkel tagte und die neuesten Corona-Maßnahmen verkündet wurden. Polus: „Das macht die ganze Sache natürlich ziemlich hektisch.”

Eine Runde Joggen gegen den Stress

Zum Stressabbau greift der Castrop-Rauxeler TV-Journalist seit Jahren auf ein bewährtes Ritual zurück. Ein einstündiger Lauf entlang des Rhein-Ufers, in diesem Jahr erstmals zusammen mit dem Experten Sören Christophersen. Immer einen Tag vor der Sendung. Für Polus ist das längst ein feststehender Termin: „Da können wir alles besprechen, privat und dienstlich. Das hat sich bewährt und beruhigt vor einer Live-Sendung.”

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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