Ein Frohlinder Verein verzichtet auf Fördergelder in fünfstelliger Höhe. © Jens Lukas
Sportplätze

Zuschauer auf Sportplätzen sind erlaubt – aber unter welchen Bedingungen?

Die Corona-Regeln erlauben wieder große Zuschauerzahlen auf Sportplätzen. Allerdings verlangen die Bedingungen Vereinen viel ab. Für den Trainingsbetrieb zeichnet sich eine einfachere Lösung ab.

Es gehört dieser Tage zu den weniger beliebten Aufgaben von Sportfunktionären, sich alle paar Wochen oder Tage mit den jeweils neuesten Corona-Regeln vertraut zu machen. Angesichts der aktuell niedrigen Inzidenz ist klar: Sportler dürfen aktuell mit bis zu 100 Menschen gemeinsam Kontaktsport betreiben.

Komplizierter sind die Regeln bei den Zuschauern. Wer auf der Internetseite des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (www.lsb-nrw.de) schaut, der liest, dass draußen nur jeder dritte Platz der Anlage belegt sein darf. Weitere Beschränkungen gibt es aber nicht. Drinnen dürfen es maximal 1000 Zuschauer sein, und es darf ebenfalls nur jeder dritte Platz belegt sein.

Für die Vereine gibt es aber eine nicht zu unterschätzende Herausforderung: Denn egal ob draußen oder in der Halle. Es sind drei weitere Bedingungen zu erfüllen: Die Zuschauer müssen einen Mindestabstand einhalten, der Verein muss ihnen Sitz- und Stehplätze fest zuweisen und er muss die Kriterien der „besonderen Rückverfolgbarkeit“ einhalten – was nichts anderes bedeutet, als dass er zusätzlich zu den üblichen Personendaten ein Sitzplatzverzeichnis führen muss.

Für die Vereine bedeutet das einen Riesen-Aufwand, da sie wohl entweder regelrecht Karten verkaufen oder Besuchern anderweitig feste Plätze zuweisen müssten. In jedem Fall würde das einfache Einchecken per App nicht reichen – die Vereine hätten Personalaufwand, den sie nicht einfach leisten wollen oder können.

Hintertür in der Coronaschutzverordnung

Doch lässt ihnen die Coronaschutzverordnung auch eine Hintertür offen. Denn schon in den allgemeinen Vorschriften ist geregelt, dass angesichts der niedrigen Inzidenz bis zu 100 Menschen überall „einfach so“ zusammenkommen dürfen, solange sie einen aktuellen negativen Schnelltest vorweisen können, geimpft oder genesen sind.

Oder, um es in den Worten des Landes-Gesundheitsministeriums auf Anfrage unserer Redaktion zu sagen: „In Stufe 1 gilt hinsichtlich der Kontaktbeschränkungen (siehe §4), dass Treffen im öffentlichen Raum für bis zu 100 Personen mit negativem Test aus beliebigen Haushalten zulässig sind.“ Solange es um weniger als 100 Personen gehe, „müssen keine weiteren Maßnahmen bei den Trainingszuschauern ergriffen werden, weil es den Kontaktbeschränkungen in Stufe 1 nicht widerspricht“.

Für die Zuschauer würde es in so einem Fall zwar im Vorfeld aufwendiger, weil sie sich testen lassen müssten, auf dem Sportplatz selbst könnten sich bis zu 100 Menschen dann aber frei bewegen und auch beispielsweise gemütlich etwas trinken und essen.

Für Vereine könnte das insbesondere für den Trainingsbetrieb eine lohnende Alternative sein: „Für uns wäre es sehr wichtig, wieder Umsatz zu erzielen“, sagt ein Castrop-Rauxeler Sportfunktionär auf Anfrage unserer Redaktion.

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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Fühlt sich in Castrop-Rauxel und im Dortmunder Westen gleichermaßen zu Hause. Mag Politik, mag Kultur, mag Sport, respektiert die Wirtschaft und schreibt zur Not über alles, was anfällt.
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Matthias Langrock

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