Julia Tenhagen war beim letzten Deutschland-Cup in der Dorstener Petrinumhalle noch selbst als Tänzerin dabei. Jetzt hätte sie als Trainerin gleich mehrere Eisen im Feuer gehabt. © Andreas Leistner
Tanzen

Bei Corona geht Vernunft vor Vergnügen

Es sollte der Höhepunkt der Saison werden und ein verkorkstes Jahr retten. Doch nun werden Hanna Borutta und Nina Ostaptchuk am Wochenende nicht zum Deutschland-Cup Modern für Kinder reisen.

Lange hatten die beiden Tänzerinnen des TSZ Royal Wulfen mit Trainerin Julia Tenhagen und ihren Eltern abgewogen, ob ein Start bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft das Risiko angesichts der steigenden Corona-Zahlen wert sei. Immerhin waren sie in den vergangenen Monaten für zusätzliche Trainingseinheiten etliche Kilometer kreuz und quer durch Nordrhein-Westfalen gefahren, hatten sich gequält und geschwitzt und mit Julia Tenhagen an einer neuen Choreographie gefeilt.

„Doch am Ende hat die Vernunft gesiegt“, kommentierte TSZ-Vorsitzender Helmut Winkler die Entscheidung der beiden jungen Tänzerinnen gegen den Start beim Deutschland-Cup.

TSZ Royal Wulfen, Hanna Borutta
Hanna Borutta hatte für den Deutschland-Cup Modern für Kinder hart trainiert. © Privat © Privat

Der TSZ-Vorstand habe sich bewusst zurückgehalten, sagte Winkler: „Ich kann bei einem offiziellen Turnier meinen Tänzerinnen schlecht die Teilnahme verbieten.“ Dass das Turnier überhaupt stattfindet, stößt beim TSZ-Vorsitzenden allerdings auf großes Unverständnis: „Das wäre die Stunde des Verbandes. Er müsste jetzt aktiv werden, was die Vergabe von Turnieren und Meisterschaften angeht. Wann, wenn nicht jetzt?“

Sport in geschlossenen Räumen hält Winkler nämlich in der aktuellen Situation für „nicht tragbar. Die Coronazahlen werden durch die Decke schießen. Die Menschen halten sich einfach nicht an die vorgegebenen Regeln. Wir sind halt soziale Wesen, emotional und leider auch unvernünftig“.

TSZ Royal Wulfen, Nina Ostaptchuk
Nina Ostaptchuk verzichtet wegen des Corona-Risikos auf den Start in Freiburg. © Privat © Privat

Vor demselben Problem wie Hanna Borutta und Nina Ostaptchuk steht unterdessen auch die Wulfener Formation „Emosie“. Sie hatte sich bei den Regionalmeisterschaften in der Kategorie „Small Group“ für den Deutschland-Cup der Hauptgruppe, also der Erwachsenen, qualifiziert. Er findet am 7./8. November in Dresden statt. Außer „Emosie“ könnten dort für das TSZ Royal zudem Soltänzerin Melissa Borutta sowie das Duo Hanna Vorholt und Laura Bolte starten. Sie alle stehen nun vor der Wahl „Vernunft oder Vergnügen?“

Hanna Borutta und Nina Ostaptchuk haben diese Frage für sich schon beantwortet.

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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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