Basketballer Moritz Sanders freut sich, dass er mit den Nürnberg Falcons noch spielen darf. Doch die Geisterspiele ohne Zuschauer findet er skurril. © imago images / Zink
Corona

Corona bedeutet nicht für alle Dorstener Sportler die Zwangspause

Wenn die Basketballer der BG Dorsten am Samstag ihr Regionalliga-Spiel gegen Ibbenbüren hinter sich haben, gilt für die heimischen Sportler der totale Lockdown. Doch es gibt Ausnahmen. In den Profiligen.

Die 2. Basketball-Bundesliga Pro A ist für den Deutschen Basketball-Bund eine solche, und deshalb bleibt der gebürtige Dorstener Moritz Sanders mit seinen Nürnberg Falcons auch nach dem 2. November weiterhin am Ball. Zur eigenen Verwunderung: „Ich fand es schon erstaunlich, dass die Saison überhaupt begonnen wurde“, sagt der 22-Jährige. Schließlich sei der Anstieg der Coronazahlen im Herbst vorhergesagt und absehbar gewesen. „Jetzt“, so Sanders, „haben die Clubs ein Problem: Wird weitergespielt und dürfen keine Zuschauer zu den Spielen, droht die Pleite. Und wenn nicht gespielt wird, aber die Spieler weiterbezahlt werden müssen, auch.“

“Spielen erhält ein Stück weit den Alltag“

Er persönlich hat gegen die Fortsetzung der Saison keine Bedenken: „Wir werden regelmäßig getestet. Ich fühle mich sicher und bin auch sehr froh, dass wir spielen und so ein Stück weit den Alltag erhalten. Aber in bisschen skurril sind solche Geisterspiele schon.“ Das nächste erwartet ihn und die Falcons am Sonntag im hohen Norden bei den von Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann trainierten Rostock Seawolves.

Duisburger Zebras sind von Corona gebeutelt

Den umgekehrten Weg, nämlich nach München, hat in dieser Woche Fußballer Max Jansen genommen. Der gebürtige Rhader spielt für den MSV Duisburg in der 3. Liga und tritt mit den Zebras am Samstag bei Spitzenreiter 1860 München an. Interviews sollen er und sein aktuell verletzter Dorstener Teamkollege Joshua Bitter (r.) derzeit aber keine geben. „Die Jungs sollen erst einmal ein bisschen zur Ruhe kommen“, sagt MSV-Pressesprecher Martin Haltermann. Mitte Oktober hatte die Corona-Welle auch die Zebras erreicht und für den Ausfall der Spiele gegen Saarbrücken und Halle geführt.

Auch vor dem München-Spiel ist die Thematik wieder aufgeflammt, nachdem sich ein weiterer Spieler und ein Betreuer infiziert haben. Doch die Duisburger dürfen am Samstag spielen.

Das gilt auch für den Schermbecker Jonas Erwig-Drüppel. Wie es nach dem 2. November aussieht, ist für den 29-jährigen Fußballer hingegen noch ungewiss. Seit Sommer 2020 spielt er wieder für den Wuppertaler SV in der Regionalliga. Und die hängt in der aktuellen Lockdown-Diskussion genau auf der Schwelle zwischen Amateur- und Profisport.

Das weiß auch Erwig-Drüppel: „In Wuppertal wird im Grunde professionell gearbeitet. Und natürlich ist es schön, wenn man als Fußballspieler seiner Arbeit nachgehen kann. Andererseits wird in der Regionalliga nicht so regelmäßig getestet wie schon ab der 3. Liga.“

Einige Regionalligen signalisierten schon die Unterbrechung

Sicher fühle er sich trotzdem: „Wir Spieler achten sehr darauf, unsere Kontakte zu minimieren. Wir alle hoffen, dass wir weiterspielen können.“ Nachdem bereits mehrere Regionalligen signalisiert haben, den Spielbetrieb nach dem Wochenende einzustellen, könnte das Wuppertaler Spiel am Samstag beim VfB Homberg auch für Jonas Erwig-Drüppel das vorerst letzte werden.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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