Niklas Jakubiak (r.) und der SV Lembeck hatten sich mehr erhofft. © Ralf Pieper
Fußball

Der SV Lembeck sorgte für Spektakel – und hatte sich mehr erhofft

In der Kreisliga A wollten die Fußballer des SV Lembeck überraschen. Für Aufsehen sorgten sie. Aber nicht so, wie es ihnen lieb gewesen wäre.

Die Personalprobleme des SV Lembeck sollten der Vergangenheit angehören. Das schaffte der A-Kreisligist bislang in der laufenden Spielzeit. Weniger als sechs Spieler saßen nie auf der Bank. Die Ergebnisse dafür ließen teilweise noch zu Wünschen übrig. „Wir hatte uns etwas mehr erhofft“, sagt SVL-Trainer Patrick Rohrand. Die Lembecker sorgten zum Saisonstart für viel Spektakel, nicht immer mit Erfolg.

Für jeden Fußball-Fan war dieses Spiel sicherlich ein Genuss: 6:6 endete das vierte Spiel des SV Lembeck gegen den SC Marl-Hamm. Den 0:2-Rückstand nach zehn Minuten egalisierten Jonas Albersmann, Paul-Frederik Artelt sowie Marius Wilkes innerhalb von zehn Minuten, ehe Marl-Hamm noch vor der Pause zum 3:3 ausglich.

Nach der Halbzeit ging es munter weiter. Lembeck ging durch Artelt erneut in Führung. Marl-Hamm drehte das Spiel, ehe Christopher Fellner und Marius Benning die Lembecker wieder nach vorne brachten. Der Ausgleich der Hammer nur wenig später markierte den Schlusspunkt. Rohrand ärgert sich noch immer über die verlorenen zwei Punkte: „Wenn man so kurz vor Schluss wieder in Führung geht, muss man das Spiel einfach gewinnen.“

„Qualität ist enorm“ – es fehlt aber noch etwas

Auch das erste Spektakel-Spiel konnte Lembeck nicht gewinnen. Beim 3:4 gegen den FC RW Dorsten setzte es am zweiten Spieltag gar eine überraschende Pleite. Der SVL wollte vor der Saison mindestens unter die ersten fünf – trotz eines jungen Kaders mit einem Durchschnittsalter von 19,2 Jahren. Momentan ist das Team mit zwei Siegen, einem Unentschieden und zwei Pleiten auf dem zehnten Platz.

„Wir sind zwar noch sehr jung, aber die Qualität im Kader ist enorm“, sagte der Trainer im Gespräch mit der Dorstener Zeitung vor der Saison. Was dem Team allerdings noch fehlt, ist die Konstanz. Besonders im Defensivbereich sorgen Konzentrationsschwächen für unnötige Gegentreffer.

Trainer Rohrand bemängelt, dass „wir all das, was wir in der vergangenen Saison zum Ende hin gut gemacht haben, nun nicht mehr umsetzen“. Konkret gemeint ist damit, dass die stabile Defensive der Lembecker in den ersten fünf Spielen so stabil nicht mehr war.

Der SVL agierte in der Saison 2019/20 aus einem kompakten Abwehrverbund. Die Linien spielten eng nebeneinander, machten es dem Gegner so schwer, Chancen zu kreieren. In diesem Jahr stimme das Anlaufverhalten der Spieler nicht, sagt der Trainer. „Das fängt schon vorne an.“

So möchte er seinem Stürmer Paul-Frederik Artelt, der in dieser Saison bereits sieben Tore erzielt hat, deshalb auch kein Extra-Lob aussprechen. „Er schießt zwar viele Tore, vernachlässigt dafür gerne mal seine Defensivaufgaben“, sagt Rohrand.

Wenn es im kommenden Jahr weitergeht, möchte Rohrand daran arbeiten: Dass die Lembecker defensiv wieder besser stehen, aber weiterhin auch vorne ihre Tore schießen.

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Niklas Berkel

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