Zweimal pro Woche möchte der Deutsche Fußball-Bund in einer seiner Bundesligen zum Corona-Schnelltest bitten, wenn der Spielbetrieb wieder beginnt. © picture alliance/dpa
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DFB fordert Schnelltests für den Re-Start einer seiner Bundesligen

Der Deutsche Fußball-Bunde will für den Re-Start einer seiner Bundesligen Schnelltests zur Bedingung machen. Doch dagegen regt sich beiden Clubs Widerstand.

Über den Antrag zur Regionalliga-Zulassung seiner Damen musste der SSV Rhade nicht lange nachdenken. „Der Fall kann ja durchaus noch eintreten“, sagte Abteilungsleiter Dieter Müssner im Gespräch mit unserer Redaktion. Und wenn sie es sportlich tatsächlich schaffen sollten, wollen sich die Rhader nicht den Vorwurf machen müssen, den Aufstieg zu verpassen, weil sie ihre organisatorischen Hausaufgaben nicht gemacht hätten.

Ähnlich klar war für Müssner und Co. auch, dass sie ihre U17 nach der starken Debut-Saison auch in der kommenden Spielzeit in der Bundesliga an den Start schicken wollen. Der Aufwand dafür ist allerdings ungleich höher als der bei den Damen.

„Bis zum 15. April muss der Antrag auf dem Weg sein“, erklärt Dieter Müssner. Doch aus der Erfahrung der vergangenen Saison weiß er: „Je früher ich alle Unterlagen zusammen habe und den Antrag los schicken kann, desto besser.“

Bestimmendes Thema bei den bisherigen Videokonferenzen des Deutschen Fußball-Bundes mit den betroffenen Vereinen war natürlich auch hier Corona. Und das nicht nur für die kommende, sondern auch für die derzeit noch unterbrochene Saison.

DFB lud im Januar zur Videokonferenz

Im Januar stellte der DFB den Vereinen zunächst seine Idee vor, den Spielbetrieb der U17-Bundesliga mit Schnelltests sicherer zu machen. Zwei Tests pro Woche sah das Verbandsmodell vor, doch das stieß auf Widerspruch.

„Die so genannten Lizenzvereine wie Leverkusen oder Köln könnten das stemmen, die haben schon solche Konzepte für ihre Profiteams“, sagt Dieter Müssner. Die „kleinen“ ständen aber vor einem großen Problem: „Selbst wenn der DFB die Materialien für die Tests stellen würde, müsste immer medizinisches Personal dabei sein. Das können viele Vereine nicht bezahlen.“ Von 35 Bundesliga-Clubs stimmten deshalb im Januar 14 gegen ein solches Modell.

Doch der DFB beharrt auf den Testungen. Bei einer weiteren Videokonferenz am Dienstag dieser Woche stellte der DFB mehrere Szenarien und Daten für den Wiedereinstieg in die Saison 20/21 vor. Spätester Termin wäre Anfang Mai, doch wann immer wieder gespielt wird – es soll nicht ohne Schnelltests geschehen. Einen am Spieltag und einen zweiten unter der Woche beim Training.

Schon in der Konferenz wurden Bedenken laut. „Es handelt sich bei den Spielerinnen ja um Minderjährige. Müssen dann die Eltern beim Test dabei sein?“, nennt Dieter Müssner eines der Probleme. Und was, wenn Spielerinnen an Vorerkrankungen leiden?

Der DFB versprach, diese Punkte zu prüfen, blieb aber in der Sache hart: Der Verband stellt das Material, das Personal müssen die Vereine besorgen und bezahlen.

Dieter Müssner hat ein Alternativ-Konzept

Ein weiterer Aspekt wurde Rhades Abteilungsleiter noch nach der Konferenz bewusst. Er nahm daraufhin noch einmal Kontakt mit dem DFB auf, und der bat ihn, seine Idee schriftlich einzureichen. „Es geht um die reine Dauer der Tests“, erläutert Dieter Müssner: „Wenn 25 Spielerinnen getestet werden und jeder Test vielleicht fünf Minuten dauert – wann sollen wir denn dann mit dem Testen anfangen? Zwei Stunden vor jedem Training? Dann müssten wir ja 16.30 Uhr beginnen. Das schaffen die Schülerinnen gar nicht. Und am Spieltag ist es genauso kompliziert.“

Müssners Idee: „Es soll ja bald kostenfreie Tests in den Apotheken geben. Vielleicht könnte ja jeder seinen Test dann bei seiner Apotheke vor Ort vornehmen und dokumentieren lassen. Die Bescheinigung bringen die Vereine dann zu den Spielen mit.“

Das würde natürlich viel Zeit und auch Kosten sparen. „Vielleicht“, so hofft Müssner, „wissen wir ja nach der nächsten Kanzlerrunde am 3. März mehr.“

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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