Die roten Teufel aus Crawley haben mit dem Sieg über Leeds Pokalgeschichte geschrieben. In Bournemouth will man die fünfte Runde erreichen. © Imago
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Dorsten fiebert im englischen FA Cup mit

Dorstens Fußballer haben derzeit Zwangspause. Dafür stehen die Kicker aus Dorstens englischer Partnerstadt Crawley gerade vor der nächsten Sensation. Denn eine haben sie gerade hinter sich.

Im südenglischen Crawley fiebert man einem weiteren Höhepunkt in seiner Fußball-Geschichte entgegen. Am Dienstagabend tritt der Crawley Town Football-Club in der vierten Runde des FA Cups beim Zweitligisten Bournemouth an.

Mit einem Erfolg hätten die Roten Teufel, wie man die Elf auch nennt, den bisherigen Rekord eingestellt, der mit dem Erreichen der fünften Runde 2010 aufgestellt worden war. Beim Absteiger aus der Premier League ist das Team von Headcoach John Yems zwar auf dem Papier Außenseiter, doch die Reds haben in dieser Pokalsaison schon für einige Höhepunkte gesorgt.

So warfen sie in der dritten Runde sensationell den Erstligisten Leeds United mit einem souveränen 3:0 aus dem Wettbewerb. Auch das Erstrunden Spiel beim Fünftligisten Torquay wird man so schnell nicht vergessen. Dort lag man zur Pause 0:2 zurück. Zu Beginn der zweiten Hälfte verletzte sich Crawleys Keeper Tom McGill bei einem Zusammenprall sehr schwer. Er war lange ohne Bewusstsein und musste mit einer schweren Gehirnerschütterung ins Krankenhaus.

Crawley schafft in der Verlängerung eine unglaubliche Wende

Crawley glich trotzdem aus, kassierte aber in der 18. Minute der Nachspielzeit das 2:3. Drei Minuten später fiel doch noch das 3:3. Als Torquay in der Verlängerung mit 5:3 in Führung lag, schien das Match entschieden, doch Crawley traf noch dreimal zum 6:5-Erfolg. In der zweiten Runde schaltete Crawley den Drittligisten Wimbledon mit 2:1 aus.

In der League Two, der vierthöchsten englischen Liga mit 24 Mannschaften, steht Crawley nach 22 Spielen auf Platz zwölf. Das Team hat große Chancen, noch die Play-Offs zum Aufstieg in die dritte Liga zu erreichen, und auch der direkte Aufstieg ist noch nicht abgehakt.

Corona-Virus bereitet auch in England Sorgen

Das Corona-Virus hat aber auch den britischen Fußball im Griff. So spielt Crawley schon seit einigen Monaten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Da Crawley in einem sogenannten „Tier 4“-Gebiet liegt, wurde Anfang Januar die Zeit der Geisterspiele noch einmal verlängert. Die Tribünen im rund 6000 Menschen fassenden People Pension`s Stadium bleiben also erst einmal verwaist.

Doch der Fußball-Club war auch selber von Infektionen betroffen. Positive Tests in der Mannschaft und im Trainer-Team waren der Anlass dafür, die Meisterschaftsspiele gegen Stevenage und Walsall abzusagen. Im Zuge der positiven Tests sind sowohl das Stadion als auch das Trainingsgelände desinfiziert worden. Seit dem Sieg über Leeds am 10. Januar haben die Reds nicht mehr auf dem Feld gestanden. Das letzte Meisterschaftsspiel war das 1:0 gegen die Bolton Wanderers am 2. Januar, mit dem Crawley seine Serie von ungeschlagenen Spielen auf neun ausbaute.

In Bournemouth hätte schon Samstag gespielt werden sollen

Auch das Pokalspiel in Bournemouth, das ursprünglich schon am Samstag hätte stattfinden sollen, stand erneut auf der Kippe. Am Sonntag waren nur noch fünf Spieler und ein Mitglied des Trainer-Teams positiv und haben sich in die Quarantäne begeben. Damit kann das Pokal-Match am Dienstagabend stattfinden. Der Testaufwand in der vierten Liga ist wie in allen Profi-Ligen enorm. In der letzten Woche wurden in Crawley rund 220 Corona-Tests durchgeführt, um ganz sicher zu sein.

Pokalerfolge bringen Geld in die Crawley-Kasse

Durch den Ausschluss der Öffentlichkeit in fast jedem Spiel seit dem letzten März ist dem Verein ein finanzieller Schaden entstanden, den er aber durch den gerade vollzogenen Wechsel des Stürmers Max Watters nach Cardiff und durch den FA-Cup fast wieder ausgleichen kann. Der Sieg in Torquay brachte den Reds ein Preisgeld von 16.972 Pfund, der Zweitrunden-Erfolg gegen Wimbledon schon 25.500 Pfund, und der Sensationssieg über Leeds spülte 61.500 Pfund in die Kassen.

Sollte Crawley in Bournemouth die vierte Runde überstehen, würden sie mit 90.000 Pfund belohnt. Da das Spiel gegen Leeds in der BBC übertragen wurde, gab es noch einmal 75.000 Pfund extra. Am Dienstag läuft das Spiel auf einem Sportsender, sodass lediglich 37.500 hinzukommen.

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