Der Dorstener Bundesliga-Trainer ist zufrieden. © Ralf Pieper
Fußball

Dorstener Bundesliga-Trainer: „Ich hätte ihn für bekloppt gehalten“

Mit so einem Start seines Teams hatte der Bundesliga-Trainer aus Dorsten nicht gerechnet. Sein Team stehe besser da als erwartet. Der Trainer kritisiert sein Team aber sogar ein wenig.

Dass sie so gut starten würden, damit hatte der Trainer nie gerechnet: „Hätte mir jemand so einen Start prophezeit, hätte ich ihn für bekloppt gehalten“, sagt er. Seine Fußballmannschaft legte einen Start hin, der die ersten Abstiegssorgen beiseite wischte.

Nach sechs gespielten Partien sind die U17-Fußballerinnen des SSV Rhade Tabellensiebter der Junioren-Bundesliga. Sieben Punkte holte das Team. Die Nervosität vor dem ersten Spieltag Anfang September gegen den SC Bad Neuenahr war allerdings groß. „Wir wussten schließlich überhaupt nicht, wo wir stehen“, sagt Rhades Trainer Mike Lerche.

Sein, in Anführungszeichen, Problem war, dass von der Aufstiegsmannschaft nicht viele Spielerinnen übrig blieben. Eine große Anzahl wechselte in den Seniorenbereich zum Westfalenliga-Team der Rhaderinnen. Auffangen musste der SSV das mit vielen Neuzugängen.

„Daraus mussten wir erst einmal ein richtiges Team formen“, so Lerche. In sechs Wochen Vorbereitungszeit war das alles andere als eine leichte Aufgabe. Mit dem Zwischenergebnis ist der Trainer so auch super zufrieden – und ein kleines bisschen stolz auf sich selber. „Wir haben das gut hinbekommen.“

Spielerisch hapert es noch

Was ihm noch nicht so gut gefällt, ist der spielerische Auftritt seiner Spielerinnen. „Wie wir momentan spielen, ist nicht mein Stil.“ Das Rhader Team komme derzeit vor allem über den Kampf, während die spielerischen Elemente hinten dran gehängt wurden.

Das zeigte sich bereits im ersten Spiel gegen gegen Bad Neuenahr. Doch durch den großen Einsatz, den der SSV zeigte, gelang es dem Team, einen 0:1-Rückstand durch Lea Baumeister auszugleichen. Der gelungene Start war perfekt.

Im nächsten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach verloren die Rhaderinnen knapp, zeigten jedoch abermals, dass sie das Zeug für die Bundesliga haben. Es folgten zwei Siege gegen den FC Iserlohn (1:0) und gegen die DJK Arminia Ibbenbüren (4:1) sowie zwei Pleiten gegen den TuS Issel (2:1) sowie gegen Bayer 04 Leverkusen (0:1).

Die U17-Fußballerinnen des SSV Rhade (rot) sind stolz auf sich. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Vor allem das Spiel gegen Leverkusen fand Lerche stark. Leverkusen ist Tabellenführer und der große Meisterschaftsfavorit. „Dass wir gegen Leverkusen nur so knapp verlieren, hätte ich nie gedacht.“

Die drei Niederlagen ärgern den Trainer sogar ein wenig. Denn sie waren allesamt nicht nötig. „Wir machen uns die Spiele durch Konzentrationsschwächen ein wenig kaputt“, sagt Lerche. „Wenn wir die abstellen können, könnten wir unter den ersten sechs stehen“, schätzt er.

Daran wollen das Trainerteam und die Mannschaft zusammen arbeiten, wenn es im kommenden Jahr wieder auf den Platz gehen kann. Momentan halten sich die Spielerinnen selber fit, Trainingspläne gab es vom Trainer. Kontrolliert werden die Übungen über eine App, die Spielerinnen schicken Lerche dann Screenshots.

Das machen die Spielerinnen, damit sie nicht im konditionellen Bereich arbeiten müssen, wenn es wieder losgeht. „Dann schaffen wir es vielleicht, auch spielerische Akzente zu setzen“, so der Coach.

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Niklas Berkel

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