Rapper Smudo von den Fantastischen Vier ist leidenschaftlicher Rennfahrer und tritt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in der Klasse des Dorsteners Oliver Sprungmann an. © dpa
Motorsport

Dorstener fordert Smudo in der „Grünen Hölle“

Wenn am kommenden Wochenende auf der Nordschleife des Nürburgrings die 51. Auflage des 24-Stunden-Rennens stattfindet, fordert der Dorstener Oliver Sprungmann auch Smudo von den Fantastischen Vier.

Zum zwölften Mal in Folge stellt sich Sprungamnn der ultimativen Herausforderung für Mensch und Maschine in der legendäen „Grünen Hölle“ und sagt auch ein wenig stolz: „Das ist für einen Spätstarter wie mich keine Selbstverständlichkeit.“ Momentan steht er deshalb wie das gesamte OVR Racing Team schon seit Tagen „unter Strom“, und in der Erftstädter Teamwerkstatt gehen die Lichter nicht mehr aus.

Oliver Sprungmann und das OVR Racing Team haben kräftig an ihrem Ford Mustang GT “Bullitt” geschraubt. © Horst Lehr © Horst Lehr

Nach dem vorzeitigen Aus beim Sechs-Stunden-Rennen wegen technischer Probleme gab es aber auch wirklich viel zu tun. Zuallererst wurde der Mustang GT zu Haustuner Schropp in Mössingen gebracht, um die zuletzt aufgetretenen Probleme zu lösen.

Und die erfahrenen Mustangspezialisten diagnostizierten schnell ein Elektrikproblem als Ursache für die punktuellen Aussetzer und Leistungseinbußen beim Hochschalten und konnten damit die vermuteten Probleme in der Kraftstoffversorgung ausschließen. Nach dem Einbau einer neuen Lichtmaschine und diverser Anschlüsse traten keine Fehler mehr auf. Doch das war bei weitem nicht die einzige Verbesserungsmaßnahme.

Neue, verstärkte Antriebswellen sollenden bedingungslosen Vortrieb sichern, zusätzliche Lufteinlässe mögliche Hitzestaus vermeiden, neu verlegte Kraftstoffleitungen eine optimale Verbrennung garantieren. Um bei Auffahrunfällen die Boxenzeit zu verkürzen, hat das Werkstattteam in Erftstadt zudem eine „Ersatzfront“ angefertigt.

OVR Racing Team
Der Ford Mustang GT Bullitt des OVR Racing Teams wurde vorm 24-Stunden-Rennen überprüft und verbessert. © Horst Lehr © Horst Lehr

Getestet wird all das im Testingcenter Altenhofen bei Aachen. Drei Stunden lang wird Oliver Sprungmann dort den Wagen auf Herz und Nieren prüfen. „Das ist zwar nicht die Nordschleife“, sagt er, „aber wir können dort sicher den Bullit einmal richtig heiß fahren um so alles zu überprüfen.“

Für die danach anstehende „Königsprüfung“ bei der 24-Stunden-Hatz durch die „Grüne Hölle“ kalkuliert das Team mit sechs Sätzen Slicks (Trockenreifen) und bis zu drei Sätzen Regenreifen. Im Spritbereich kalkuliert das Team bei durchschnittlich 110 Liter regulärer Tankung bei einem Boxenstop mit einem Gesamtverbrauch von rund 1800 Liter E20. Das ist die alternative Treibstoffsorte mit einem 20-prozentigen Bioethanol-Anteil.

Smudo fährt Porsche

Denn das OVR Racing Team fährt einmal mehr in der alternativen Antriebsklasse und hat es dort mit ebenso starker wie prominenter Konkurrenz zu tun. So sitzt Rapper Smudo von den Fantastischen Vier für das Team Four Motors Bioconcept Car im Cockpit eines Porsche. „Die beiden Porsche Cayman und der 911er in der Cupversion fahren quasi in einer anderen Welt“, sagt Oliver Sprungmann zu den Kräfteverhältnissen in der Klasse. Auch gegen die Dodge Viper GT3 rechnet sich das OVR Racing Team nicht viel aus.

Dabei konnten Oliver Sprungmann und Ralph Caba mit Michael Mohr noch einen erfahrenen dritten Fahrer für ihr Team gewinnen. Trotzdem sagt er: „Wir haben wieder mal keine Chance, aber die wollen wir nutzen.“ Er wünscht sich vor allem ein Rennen ohne technische Probleme und Unfälle: „Obwohl für uns als Privatteam schon die Zielankunft jedes Mal ein echter Gewinn ist, würde sich dann schon zeigen, wo wir leistungsmäßig wirklich stehen.“

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr
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