Jonathan Rommelmann (l.) und der Dorstener Jason Osborne (r.) im olympischen Finale von Tokio völlig ausgelaugt nach der Zieldurchfahrt. © Privat
Olympia: Rudern

Dorstener Olympia-Held Osborne: „Wir waren so nah dran an den Iren wie noch nie“

Jason Osborne feierte mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio seinen bisher größten Erfolg. Nun geht es in den Urlaub, ehe das nächste Abenteuer wartet.

Der Dorstener Jason Osborne und sein Ruder-Partner Jonathan Rommelmann haben bei den Olympischen Spielen in Tokio im leichten Doppelzweier die Silbermedaille gewonnen. In einem dramatischen Rennverlauf mussten sich die beiden Deutschen am Ende nur den Top-Favoriten aus Irland hauchdünnen geschlagen geben.

Silber gewonnen, nicht Gold verloren

„Wir haben einen riesigen Leistungsschritt gemacht und waren so nah dran an den Iren wie noch nie“, erzählte Osborne im Telefonat mit der Redaktion nach dem Rennen. Und weiter sagte er: „Wir haben das Maximum aus uns herausgeholt und können sehr stolz sein. Für uns haben wir gewonnen, weil wir alles in die Waagschale geworfen haben und einfach ein geiles Rennen gefahren sind.“

Denn in den letzten drei Jahren konnte kein einziger Doppelzweier dem irischen Duo so sehr Paroli bieten wie Osborne und Rommelmann beim Olympischen Finale auf dem Sea Forest Waterway. Zudem erschwerten ein sehr böiger Wind und peitschende Wellen den Finallauf. „Wir sind froh, dass wir das so gut hinter uns gebracht haben“, meinte Osborne zu den Witterungsbedingungen.

Die Iren sprachen von einem „krassen Battle“

Und er gibt preis, dass die irischen Athleten nach dem Rennen sogar den direkten Kontakt zu den Silbermedaillengewinnern gesucht haben: „Paul (O’Donovan, Anm. d. Red.) sagte zu uns, dass das ein krasses Battle gewesen sei und dass sie sich zu keiner Zeit des Sieges sicher waren.“ Schon durch den kurzzeitigen olympischen Rekord im Halbfinale und der Bestzeit im ersten Vorlauf hatte das deutsche Doppel ordentlich Eindruck hinterlassen.

Jonathan Rommelmann(l.) und Jason Osborne (r.) präsentieren ihr Silbermedaille bei der anschließenden Presskonferenz nach dem Olympischen Finallauf.
Jonathan Rommelmann(l.) und Jason Osborne (r.) präsentieren ihr Silbermedaille bei der anschließenden Presskonferenz nach dem Olympischen Finallauf. © Privat © Privat

„Die Iren haben unsere Rennen ja auch verfolgt und wussten dementsprechend, dass wir in Top-Form sind“, so Osborne und fügte hinzu: „Wahrscheinlich haben die schon Respekt vor uns gehabt.“ Osborne betonte im Gespräch aber auch, dass es vor allem schön gewesen sei, dass er und sein Teamkollege sich im Vergleich zu den anderen Nationen wie den Italienern oder auch den Belgiern weiterentwickelt hätten.

Erst der Deutschland-Achter und dann der Heimflug

Bevor es am Samstag mit dem Flieger wieder zurück nach Deutschland gehe, „will man den heutigen Abend im Olympischen Dorf erst einmal mit ein bisschen Bier genießen“, und sich morgen auch noch das Finalrennen des Deutschland-Achters anschauen.

In Frankfurt gelandet, wird es für Osborne in seine Wahlheimat nach Mainz gehen. Dort fährt er für den Mainzer Ruderverein. Anschließend soll es für eine Woche in den Urlaub nach Belgien gehen. Eventuell macht er daraufhin noch einen kurzen Abstecher ins Haus seiner Eltern in Wulfen.

Wulfen statt Tokio – Rudelgucken bei Familie Osborne

Birgit Osborne, die Mutter von Jason, berichtete der Redaktion in einem Gespräch, dass vergangene Nacht Freunde und Bekannte aus der Nachbarschaft zu Besuch gewesen seien, um sich das Rennen von ihrem Sohnemann gemeinsam anzuschauen. Eigentlich wären sie und ihr Ehemann sogar vor Ort in Tokio gewesen, doch die Corona-Schutzverordnung der Olympischen Spiele machte die gebuchte Reise zunichte.

Das deutsche Duo auf dem Olympischen Podest kurz vor der Medaillenübergabe.
Das deutsche Ruder-Duo auf dem Olympischen Podest kurz vor der Medaillenübergabe. © Privat © Privat

„Es waren einige Leute da. Die Feierei ging bis kurz nach sechs in der Früh. Im Anschluss daran konnten ein paar Leute direkt weiter zur Arbeit fahren“, verriet die Mutter des frisch gebackenen deutschen Silber-Helden. „Wir sind total überwältigt, einfach überglücklich und super stolz auf Jason“, so Birgit Osborne weiter.

Osbornes sportlicher Weg führt vom Rudern auf das Rennrad

Nachdem Osborne Ende September aus seinem verdienten Club-Urlaub mit All-Inclusive-Angebot in Spanien – jeder olympische Sportler, der für Deutschland eine Medaille holt, bekommt diesen vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Belohnung geschenkt – zurück ist, möchte er sich seiner sportlichen Zukunft widmen.

„Wenn ich wieder da bin, dann geht es für mich in den Radsport. Aktuell gibt es noch nichts Konkretes, da bin ich noch in Gesprächen, aber es sieht gut aus. Wahrscheinlich werde ich dieses Jahr schon das eine oder andere Radrennen für einen Rennstall fahren können“, sagte Osborne und freut sich schon auf das kommende Abenteuer.

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