Nicht mehr Trainer des VfB Hüls: Eine Woche nach Elvir Saracevic hat auch Marco Jedlicka seine Arbeit beim Bezirksligisten beendet. © Ralf Deinl
Fußball: Bezirksliga

Erst Saracevic, nun Jedlicka: Beim VfB Hüls geht der nächste Trainer

Turbulente Tage beim VfB Hüls: Vor einer Woche warf Elvir Saracevic als Trainer das Handtuch, nun hat auch Marco Jedlicka seinen Abschied beim Tabellenvierten der Bezirksliga 14 eingereicht.

Zum Glück beschäftigt der Bezirksligist ein Trainer-Trio: Werner Platzer übernimmt. Wie immer, wenn es beim VfB Hüls mal brennt. Eine Entwicklung, die sich vor ein paar Tagen keiner hätte träumen lassen. Noch am letzten Fußball-Sonntag im September schien alles in bester Ordnung beim VfB Hüls.

Sportlich hatte der Klub die Weichen für die Zukunft gerade gestellt, und dann führte der VfB auch noch mit 3:0 beim SV Zweckel. Die Krönung eines „Raketenstarts“, den der jungen Truppe keiner zugetraut hätte. „Da waren wir noch in einem Fußballparadies“, merkt Carsten Schwarma, stellvertretender Vorsitzender der Fußballabteilung, bitter an.

Risse in der heilen Hülser Fußball-Welt

Was die heile Welt ins Wanken brachte, darüber wird in der Fußballszene munter spekuliert. Noch vor dem Abpfiff kam es in Zweckel zwischen Elvir Saracevic und Marco Jedlicka offenbar zu einer Meinungsverschiedenheit. Über eine Szene des Spiels, die für das Ergebnis keine Rolle spielte. „Da war nichts, was man aus meiner Sicht in einem Gespräch nicht hätte ausräumen können“, findet Hakan Simsir, der Vorsitzende der Fußballabteilung.

Dazu kam es nicht, Saracevic gab sein Amt auf. Nur eine Woche später, am Tag nach der 0:5-Niederlage im Bezirksliga-Spitzenspiel gegen die TSG Dülmen, hatte auch Marco Jedlicka genug und reichte überraschend seine Kündigung ein.

Betroffen über den Rücktritt von Saracevic

Allerdings hatte sich Jedlicka, der in seiner aktiven Zeit u.a. für Wattenscheid 09, Preußen Münster und VfB Hüls in Regionalliga und Oberliga am Ball war, schon in der vergangenen Woche vom Rücktritt seines Trainerkumpels Elvir Saracevic sehr betroffen gezeigt. Der Trainerjob beim VfB Hüls, so der 52-Jährige vor dem Spiel gegen Dülmen, sei aus seiner Sicht auf die Zusammenarbeit mit ihm angelegt. „Ob ich das alleine stemmen kann und will, weiß ich nicht.“ Nun steht fest: Er will nicht.

Hakan Simsir betont: „Mit der 5:0-Niederlage gegen Dülmen am Sonntag hat Marcos Rücktritt nichts zu tun. Er hat aus persönlichen Gründen entschieden, sein Amt aufzugeben.“ Eine Rolle könnte dabei gespielt haben, dass vor dem Spiel gegen Dülmen in der Marler Fußballszene intensiv über Saracevic‘ Rücktritt diskutiert wurde. Hakan Simsir: „Dabei stand Marco für viele als der Buhmann da. Das ist nicht Ordnung.“

Kritik am Sporttalk: „Hätte ich mehr Sachlichkeit erwartet“

Kritik übte der VfB-Abteilungschef dabei am Trainer des Lokalrivalen SC Marl-Hamm, Henry Schoemaker. Der Coach der Hammer Löwen hatte als Co-Gastgeber im „Sporttalk am Freitag“ des Medienhauses Bauer die Entwicklung beim VfB Hüls kommentiert – und dabei Marco Jedlicka ins Visier genommen. „Was Henry gesagt hat, ist populistisch und geht mir zu sehr in Private. Von einer Expertenrunde hätte ich da mehr Sachlichkeit erwartet“, moniert Hakan Simsir. Er frage sich, ob sich da nicht der Moderator hätte einschalten müssen: „Wenn Schoemaker noch mehr Zeit bekommen hätte, hätte er womöglich noch ein paar Trainer fertig gemacht.“

Beim VfB Hüls ist die Sache damit abgehakt und die Suche nach einem neuen Trainer eröffnet. Druck verspürt die Abteilungsführung nicht, mit „VfB-Urgestein“ Werner Platzer steht der letzten Coach aus dem Trainer-Trio der ersten Mannschaft bereit. Der 65-Jährige bereitet die Mannschaft auf das Auswärtsspiel bei der SG Suderwich am Sonntag vor. Er kennt die Mannschaft bestens. Abteilungs-Vize Carsten Schwarma: „Deshalb können wir uns in Ruhe umsehen.“ Zumindest bis Ende des Jahres: Zum 1. Januar 2022 soll Platzer beim VfB Hüls das Amt des Sportlichen Leiters übernehmen.

Über den Autor
Stellv. Leiter Sportredaktion MHB
Hat schon als Schüler über die Spvgg. Erkenschwick geschrieben und ist dem Sport im Vest seitdem als Beobachter eng verbunden. Was gibt es Schöneres, als über Menschen in Bewegung, mit oder ohne Ball, zu berichten? Nicht viel.
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