Benedikt Jansen (M.) vom SV Dorsten-Hardt hat in den vergangenen zwölf Monaten viele Facetten der Corona-Pandemie miterlebt. © Joachim Lücke
Ein Jahr Corona

Für Benedikt Jansen ist wichtig nicht nur auf‘m Platz

Wenn Benedikt Jansen Fußball spielt, ist er stets mit vollem Einsatz dabei. Die zwölf Monate der Untätigkeit des vergangenen Corona-Jahres waren für einen wie ihn besonders hart.

Mitte März 2020 begann in Deutschland der erste Lockdown. Von einem Tag auf den anderen war das öffentliche Leben eingeschränkt. Auch für Benedikt Jansen vom SV Dorsten-Hardt. Er erzählte uns von den Auswirkungen der vergangenen zwölf Monate auf sein sportliches Leben.

Benedikt Jansen, SV Dorsten-Hardt
Benedikt Jansen sehnt wie alle das Ende der Pandemie herbei. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Vom Virus selbst ist Jansen glücklicherweise verschont geblieben: „Ich habe zwei Tests gemacht, beide waren negativ.“ Er gibt zu, dass er und seine Teamkameraden anfangs eher unbeeindruckt vom Corona-Virus waren: „Wir haben die Hygienemaßnahmen sicher nicht zu 100 Prozent eingehalten. Als wir im Frühjahr wieder spielen und trainieren durften, saßen wir oft hinterher zusammen mit dem ganzen Team in oder vor den Umkleidekabinen, haben gequatscht und Bier getrunken.“

“Die Einschläge kamen näher“

Doch dann folgte ein einschneidendes Erlebnis. Zwei Spieler der zweiten Hardter Mannschaft wurden positiv getestet, und das habe alles geändert, erinnert sich der 33-Jährige: „Die Einschläge kamen plötzlich ganz nahe, und das Virus wurde für uns Realität. Ich war in der Woche der positiven Tests aus beruflichen Gründen nicht beim Training, doch anschließend war alles anders.“

Nun hielt man sich penibel an alle Hygienemaßnahmen, damit die Ansteckungen nicht noch ein größeres Ausmaß annahmen. Jansen lobt das Umfeld auf der Hardt: „Die Anstrengungen, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, waren enorm. Dabei muss man beachten, dass auf der Hardt und auch in allen anderen Vereinen Ehrenamtliche am Werk sind, die sich in ihrer Freizeit in die Regelungen einarbeiten.“

Das letzte Jahr, in dem er nur ein paar Monate regulär trainieren konnte, ist an dem Polizeibeamten nicht spurlos vorüber gegangen: „Ich bin zwar sehr fleißig, um meine körperliche Fitness zu behalten, doch ich werde sicher einige Zeit brauchen, um wieder ordentlich Fußball spielen zu können.“

Runden um den Kanal auf der Hardt und die diversen Kraftübungen in den eigenen vier Wänden seien nicht dasselbe wie ein auf den Fußball abgestimmtes Training: „Die fußball-spezifischen Bewegungen kann man nur in der Praxis üben. Das alles ist ein Stück verloren gegangen.“ Er fügt außerdem hinzu: „Die Lauferei wird auf Dauer auch langweilig. Ich bin im Schichtdienst, und manchmal fällt es auch wirklich schwer, sich zum Joggen aufzuraffen.“

Benedikt Jansen wünscht sich vom Deutschen-Fußball-Bund mehr Einsatz für die Amateure: „Ich merke, dass eine Distanzierung vom Profi-Fußball stattfindet. Die Profis dürfen nicht nur in den Ligen spielen, sondern um die ganze Welt reisen. Wir Amateure dürfen gar nichts.“

Jansen sieht große soziale Komponente

Es geht Jansen nicht nur ums Training und die Spiele: „Fußball hat auch eine große soziale Komponente. Ich sehne mich danach, endlich wieder mit den Teamkameraden und den anderen Vereinsmitgliedern zusammenzusitzen und auch mal dummes Zeug zu reden.“

Der Landesliga-Fußballer hofft, dass es bald wieder weitergeht und Lösungen gefunden werden. Der Idee, eine Maske beim Training und beim Spielen zu tragen, erteilt er einen Absage: „In meinem Polizeidienst trage ich die ganze Zeit eine Maske. Je nach Einsatz eine OP-Maske oder ein FFP2-Modell. Da merkt man schon, dass die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit abnimmt.“ Zudem sei eine Maske auf dem Platz eher unpraktisch: „Man fasst sich immer wieder mal ins Gesicht, und der Schweiß lässt die Masken auch verrutschen.“

Er hofft, dass man stattdessen bald wieder zum normalen Tagesgeschäft übergehen kann. In der laufenden Saison stünden die Hardter zwar jenseits von Gut und Böse, selbst wenn sie nach der 50-Prozent-Regel fortgesetzt wird, doch für die Zukunft hat Benedikt Jansen doch noch Ziele: „Wenn wir uns auf zwei oder drei Positionen verstärken, dann können wir eine ganz gute Rolle spielen. Ich komme jetzt in ein Alter, in dem man auch so langsam ans Aufhören denkt. Da wäre es schön, noch etwas Großes zu erreichen.“

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