Benefizlauf

Für die Menschen im Ahrtal – Regen konnte die Benefizläufer bei der LG Dorsten nicht stoppen

Es nieselte, es schüttete. Doch beim Benefizlauf der LG Dorsten für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal riss die Reihe derer, die auf dem Platz an der Marler Straße ihre Runden drehten, einfach nicht ab.
Training für den Crosslauf? Gleich beim Übergang von der 100 Meter langen Tartanbahn auf den mit Asche gedeckten Teil der Laufbahn erwartete die Teilnehmer des Benefizlaufes ein besonders matschiger Streckenabschnitt. © Joachim Lücke

Leo Monz-Dietz schwante Übles. Als der Vorsitzende der LG Dorsten am Sonntagmorgen den wolkenverhangenen Himmel sah, fürchtete er um den Erfolg des Benefizlaufs für die Flutopfer im Ahrtal. Als es dann auch noch zu regnen begann, fragten sich Monz-Dietz und die anderen Organisatoren, ob sie ihren Grill und ihren Kuchenstand überhaupt aufbauen sollten. Und dann?

Dann strömten Läufer aus Dorsten und Schermbeck, aus Lembeck und Wulfen zum Sportplatz an der Marler Straße, ließen Regen Regen sein und drehten unbeirrbar ihre Runden für den guten Zweck. Nicht einmal die völlig aufgeweichte Laufbahn konnte den Enthusiasmus von Groß und Klein bremsen.

Stark vertreten waren einmal mehr die Schüler der Holsterhausener Antoniusschule. Lehrerin Regina Luerweg ist mit ihnen seit Jahren regelmäßig beim Dorstener Crosslauf mit dabei. Diesmal war die Runde mit 300 Metern kürzer, wenn auch deutlich matschiger. Doch die Sieben- und Achtjährigen liefen und liefen, und schnell war klar: Der Vorrat an Gummibändchen, die die LGD jedem Läufer pro Runde überreichen wollte, reichte bei weitem nicht aus, denn am Ende hatten gleich mehrere Antoniusschüler 30 Runden – also neun Kilometer – zurückgelegt.

Auch Majtie Kolberg ging an den Start

Die LGD freute sich außerdem über den Besuch von Majtie Kolberg, Deutschlands aktuell zweitschnellster 800-m-Läuferin. Für die 22-Jährige, die seit Jahren von Leo Monz-Dietz trainiert wird, war der Start in Dorsten Ehrensache, denn sie stammt aus Ahrweiler.

Benefizlauf der LG Dorsten
Auch der WSV Schermbeck war an der Marler Straße gut vertreten. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Auch Ehemalige der Dorstener Läufer-Szene fanden den Weg zurück an ihre alte Wirkungsstätte. Rainer Seemann, Wolfgang Zepmeusel, Lucas Zens oder Christian Borgmann drehten wie alle anderen ihre Runden, und auch die aktuellen LTD-Asse wie Lutz Holste, Christoph Jahnert, Theresa Brosthaus, Philine Mattheis oder Benjamin Rayher wollten da natürlich nicht nachstehen. Selbst Geburtstagskind Jörg Pinseler lief an seinem 57. für den guten Zweck, und Axel Gutknecht verband den Benefizlauf mit der Vorbereitung auf seinen mittlerweile 57. Marathon.

So mussten Leo Monz-Dietz gegen Ende der Veranstaltung feststellen, dass nicht nur die Gummibändchen knapp geworden waren – auch der Grill war mangels weiterer Würstchen inzwischen kalt und das Kuchenbuffett so gut wie leer gefegt.

Bewusst späteren Zeitpunkt gewählt

Die Spendendose der LGD war auf jeden Fall bestens gefüllt, und Leo Monz-Dietz konnte ein rundum zufriedenes Fazit ziehen: „Wir hatten mit dem Lauf bewusst ein wenig gewartet, damit sie nicht mit anderen Hilfsaktionen kollidiert.“ Monz-Dietz war aber auch klar: „Die Menschen im Ahrtal werden noch lange Hilfe brauchen. Aktionen wie diese müssen deshalb auch weiter stattfinden.“

Die Menschen dann weiterhin für die Situation im Ahrtal zu sensibilisieren und für Hilfsaktionen zu motivieren, wird dann mit Sicherheit eine größere Herausforderung als jetzt, wo die Bilder der Katastrophe noch frisch und jedem präsent sind. Doch wenn die LG Dorsten ihre Klientel motiviert, das hat der Sonntag gezeigt, dann kann es sogar regnen.

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