Franz Albers hat die Geschichte des 1. SC Blau Weiß Wulfen nachhaltig mitgeprägt. Jetzt ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. © Privat
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Fußballer trauern um Franz Albers

Der Wulfener Fußball trauert um eines seiner Urgesteine. Im Alter von 83 Jahren starb am Dienstag mit Franz Albers der letzte der legendären Albers-Brüder.

In den 50er und 60er-Jahren gehörte Franz zu den erfolgreichsten Stürmern des 1. SC Blau Weiß Wulfen. Unvergessen sein Duell mit Leo Rößmann um die Torjägerkrone der Saison 59/60. Bezirksklassen-Aufsteiger Wulfen gewann sein letztes Saisonspiel gegen Maria-Veen mit 14:1 und Albers und Rößmann schossen zusammen zehn Tore – Albers drei und Rößmann, der damit Torschützenkönig wurde, sieben.

1. SC BW Wulfen, Meistermannschaft 1960
1960 gehörte Franz Albers (2.v.r.) zur Wulfener Meistermannschaft, die in die Bezirksklasse aufstieg. © Privat © Privat

Doch so nachhaltig die Spuren auch waren, die Franz Albers sportlich bei seinem SC Blau Weiß hinterließ. Noch bedeutsamer sollte die Rolle werden, die er nach seiner aktiven Laufbahn im Verein spielte.

Wittenbrink-Sportanlage genoss hervorragenden Ruf

Als städtischer Platzwart hegte und pflegte er die Wittenbrink-Sportanlage, die 1974 just an seinem 37. Geburtstag eingeweiht wurde, so gewissenhaft, dass sie weit über Wulfen und die Dorstener Stadtgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf genoss. Als die Bundesliga-Nachwuchsrunde Mitte der 90er Jahre eines ihrer Spiele in Wulfen austrug, staunte selbst Borussia Dortmunds Torwart Teddy de Beer, er habe selten auf einem so guten Rasen gespielt.

Wittenbrink Klause betrieben

Zusammen mit Ehefrau Margret betrieb Franz Albers zudem über Jahrzehnte das Vereinsheim der Blau Weißen, die Wittenbrink Klause, und machte es – nicht nur wegen der leckeren Frikadellen – zum beliebten Treffpunkt nicht nur der Wulfener Fußballer.

Sein sportliches Talent vererbte Albers auch seinem Sohn Detlef. Er schaffte es in den 80er-Jahren als einer von bislang nur drei Wulfener Spielern in die Auswahl des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. Trotz zahlreicher Angebote anderer Clubs blieb er wie sein Vater stets seinem Heimatverein treu.

Überraschungsbesuch zum 83. Geburtstag

Solange es ging, verfolgte Franz Albers denn auch die Spiele der ersten Mannschaft. Im vergangenen August überraschte der Vorstand ihn anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens noch mit einem Überraschungsbesuch zu seinem 83. Geburtstag und überreichte ihm ein Jubiläumstrikot und einen Schal. Der 1. SC Blau Weiß Wulfen hat mit Franz Albers jemanden verloren, der ein großes Stück der 101-jährigen Vereinsgeschichte mitgeschrieben hat.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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