Helmut Winkler fürchtet, dass Hallensport noch bis Ende des Jahres verboten bleiben könnte. © Joachim Lücke
Sport und Corona

Helmut Winkler schlägt Alarm für den Hallensport

Der ehemalige Vorsitzende des Stadtsportverbandes Dorsten, Helmut Winkler, schlägt Alarm. Er sieht die Hallensportarten vor einer existenziellen Bedrohung.

Das hörten Fußballer und Leichtathleten gerne: Eine Ansteckung mit dem Coronavirus ist nach Ansicht von Aerosol-Forschern unter freiem Himmel sehr unwahrscheinlich. Dementsprechend laut sind die Forderungen nach einer baldigen Rückkehr in einen Trainingsbetrieb ohne Nutzung von Umkleiden und Sanitäranlagen. Doch was die einen hoffen lässt, hat im Umkehrschluss auch negative Aspekte für die anderen – die Hallensportler.

Denn in geschlossenen Räumen sehen Wissenschaftler nach wie vor ein hohes Ansteckungsrisiko, und genau das bereitet Helmut Winkler Sorgen. „Ich habe schon im vergangenen Jahr gesagt, dass es in Hallen nicht mit den bisherigen Hygienekonzepten zu schaffen sein wird“, sagte der frühere Vorsitzende des Dorstener Stadtsport Verbandes im Gespräch mit unserer Redaktion.

“Lüftungstechnik in den Hallen verbessern“

Deshalb regte er bei der Stadt Dorsten eine Verbesserung der Lüftungstechnik vor. „Letztlich ohne Reaktion.“ Auf eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion antwortete Pressesprecher Christoph Winkel, derzeit seien „keine baulichen Veränderungen in den Sporthallen geplant. Aus unserer Sicht besteht dazu auch keine technische Notwendigkeit.

Alle Raumlufttechnischen Anlagen (RLT) werden seitens der Stadt Dorsten im Moment mit 100% Frischluftzufuhr betrieben, dies entsprechend den Empfehlungen der Unfallkasse NRW sowie weiterer Institutionen.“ Die Anlagen würden regelmäßig gewartet und geprüft.

Helmut Winklers Befürchtung: „Wenn wir so weiter machen, kommen die Tänzer und Basketballer, Handballer und Badmintonspieler vor Ende des Jahres nicht in die Hallen.“ Mit den entsprechenden Folgen für die Vereine: „Wir stellen bei unseren Online-Angeboten schon fest, dass es bei den Erwachsenen noch gut funktioniert“, sagt er über die Bemühungen seines Vereins, des TSZ Royal Wulfen, „aber bei Kindern und Jugendlichen ist schon eine Erosion zu beobachten. Die kann man damit auf Dauer nicht halten.“

Tanztraining unter freiem Himmel?

Das TSZ Royal überlegt deshalb, ob es demnächst Freilufttraining anbietet. Gespräche mit dem benachbarten Heimatverein Wulfen sind bereits geführt. Reguläres Formationstraining könnte der Verein aber auch dort nicht anbieten, da nur Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren trainieren dürften und das auch nur maximal zu fünft.

Von der Politik fordert Winkler deshalb Unterstützung: „Es kann nicht sein, dass wir an jeder Ecke Kunstrasenplätze für die Fußballer bauen, und für die Hallensportler wird nichts getan.“ Doch nicht nur von der Stadt, auch von der Landesregierung und deren Kurs zeigt er sich enttäuscht: „Warum kann bei uns im Trainingszentrum zum Beispiel nicht ein Paar von 8 bis 10 Uhr trainieren, das nächste von 10.15 bis 12.15 Uhr und so weiter?“

Er weiß natürlich, warum. Die Corona-Notbremse erlaubt es nicht. Und Helmut Winkler fürchtet, dass sie die Hallensportler noch lange ausbremsen wird. Für viele Vereine vielleicht zu lange.

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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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