Jason Osborne fährt bei der ersten virtuellen Rad-Weltmeisterschaft mit. © Zwift / UCI
Weltmeisterschaft

Jason Osborne fährt eine Rad-WM mitten im Ruder-Trainingslager

Der Dorstener Jason Osborne fährt bei der virtuellen Rad-Weltmeisterschaft am 9. Dezember auf der Online-Plattform „Zwift“ mit. Gleichzeitig bringt er in Portugal seine Ruder-Fähigkeiten auf Trab.

Mitten im Trainingslager der Ruderer in Portugal steht für den Dorstener Jason Osborne eine Weltmeisterschaft an – allerdings nicht in seiner eigentlichen Sportart. Zwischen reellem Gewässer und virtuellen Straßen switcht der 26-Jährige zwischen Ruder und Pedalen.

Eigentlich rudert Jason Osborne – und das höchst erfolgreich. Der Dorstener gewann bereits Welt- und Europameisterschaften, nahm bereits einmal an Olympia teil. Und auch im kommenden Jahr ist er für die Olympischen Spiele in Tokio für den Leichtgewichtszweier qualifiziert.

Doch Osborne fühlt sich nicht nur auf reellen Gewässern wohl. Genauso zuhause fühlt er sich auf dem Ruder-Ergometer. Auch dort gewann er bereits eine Weltmeisterschaft. Das virtuelle Training gefällt ihm allerdings ebenfalls in seiner Ausgleichssportart – dem Radfahren.

Virtuell, aber auch real im Radsport erfolgreich unterwegs

Im Frühjahr setzte sich der 26-Jährige auf der Alpe du Zwift durch, einer virtuellen Nachbildung von Alpe d‘Huez, dem legendären Alpenaufstieg der Tour de France. Ebenfalls gewann er deutlich im August beim Marmotte Granfodo Valais, doch hier ganz anders. Denn bei dem Rennen der Tour des Stations ging es ganz real in den Schweizer Alpen 85 Kilometer von Le Chable nach Verbier, und das mit satten 3000 Höhenmetern.

Jason Osborne fährt auch real viel Rad – auch das höchst erfolgreich. © Privat © Privat

Also virtuell und auf den echten Straßen fühlt sich der Ruderer auch auf dem Fahrrad wohl. Das sorgte für den entscheidenden Impuls bei der Nominierung vom Bund Deutscher Radfahrer in dessen Aufgebot für die virtuelle Rad-Weltmeisterschaft am 9. Dezember.

Erstmalige virtuelle Rad-WM

Die eSport-WM des Weltradsportverbandes UCI wird erstmals ausgetragen. Die Teilnehmer fahren auf der Online-Plattform „Zwift“ auf dem „Figure 8 Reverse“-Kurs in der fiktiven Welt „Watopia“. Im Ruder-Trainingslager in Portugal wurde für Osborne extra ein Raum eingerichtet mit Beamer, Kameras und dem Rad-Ergometer. Dort wird er sich auf „Zwift“ anmelden und um das Regenbogentrikot kämpfen.

Seine Sportlerkarriere startete der Dorstener (v.) als Ruderer. © Seyb © Seyb

Der Deutschen Welle (DW) sagte Jason Osborne: „Die Wahl des Kurses ist leider etwas simpler ausgefallen.“ Gefahren wird auf der Watopia Hilly Route, die 52 Kilometer lang ist und um die 400 Höhenmeter aufweist. „Für mich persönlich ist das etwas langweilig“, so Osborne weiter. Er hätte sich mehr Berge gewünscht.

Gute Chancen, das Regenbogentrikot zu gewinnen, rechnet sich der Dorstener aber aus. Die e-Sport-Weltmeisterschaft soll auch nicht sein letztes Radrennen sein. Sein Ziel ist es, Rad-Profi zu werden. „Ich finde E-Cycling eine gute Sache“, sagte er der DW. Er hofft, dass mit der Zeit „richtige E-Cycling-Teams“ entstehen, die den Sport in Vollzeit ausführen. „Ich fände es cool, wenn das eine große Sache wird.“

Nach der Olympiasaison 2021 will Osborne aber erstmal vom Rudern in den normalen Straßenradsport wechseln. Eine Profi-Infrastruktur gibt es dort nämlich schon.

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