Die geplatzte Manschette einer Antriebswelle bereitete Oliver Sprungmann und dem OVR Racing Team große Probleme. © Horst Lehr
Motorsport

Oliver Sprungmann hat am Ring irres Pech

Die Generalprobe fürs 24-Stunden-Rennen am Nürburgring war für den Dorstener Oliver Sprungmann und das OVR Racing Team von Pleiten, Pech und Pannen geprägt.

„Wir wollten in einem sauberen Rennen unser Auto testen, sind aber an diesem Wochenende mehr gestanden als gefahren“, sagte Sprungmann nach dem ADAC 24h-Qualirennen sichtlich enttäuscht“.

Zusammen mit seinem Teamkollegen Ralph Caba wollte er das Rennwochenende zum letztmöglichen Funktionstest unter Rennbedingungen nutzen, bevor vom 3. bis 6. Juni mit dem ADAC TOTAL 24h-Rennen der Höhepunkt, aber zugleich auch die härteste Prüfung der Nordschleifensaison auf dem Rennprogramm steht. Doch daraus wurde nicht viel.

Oliver Sprungmann
Gefrustet: Oliver Sprungmann und sein Teamkollege Ralph Caba hatten gleich mit mehreren technischen Problemen zu kämpfen. © Horst Lehr © Horst Lehr

Motiviert von den positiven Testergebnissen in Spa-Frankorchamps musste das Erftstädter OVR Racing Team schon im freien Training am Samstagmorgen einen ersten Dämpfer hinnehmen. Sprungmann, der in seiner zweiten Runde mit 9:48 Minuten eine erste gute Referenzzeit gesetzt hatte, kam danach nur noch bis zur „Dunlop Kehre“, wo die geplatzte Manschette einer Antriebswelle seinem Vortrieb ein jähes Ende setzte.

Erneuter Test im Nachttraining

Vor dem um 18.45 Uhr beginnenden Nachttraining entschied sich das Team, mit inzwischen eingebauten Ersatzwellen zu einem erneuten Testrun auf die Strecke zu gehen. Doch schon nach der ersten Grand-Prix-Runde bemerkte Teamkollege Caba erneut metallische Geräusche und brachte den Ford Mustang GT zu einem Sicherheitscheck zurück in die Boxen. Die Fehlersuche und der anschließende Wechsel des Hinterachsdifferentials bescherte den Mechanikern am Ende einige so nicht erwartete Zusatzarbeitsstunden.

Doch am Sonntagmorgen waren alle Mühen vergessen, und bei strahlendem Sonnenschein fuhr Sprungmann in die letzte Trainingssession. Dabei lief der „Bullitt“ absolut störungsfrei, doch in einer Doppelgelbzone war der Dorstener etwas zu schnell unterwegs und wurde dafür um fünf Startplätze nach hinten strafversetzt. Sprungmann erklärte: „Ich bin durch die Sonne geblendet worden und habe so die Fahne zu spät gesehen.“

OVR Racing Team, Ford Mustang GT
Kraftpaket: der Ford Mustang GT “Bullitt”. © Horst Lehr © Horst Lehr

Ralph Caba brachte danach den „Bullit“ sicher und routiniert durch die hektische Startphas,e sah sich aber bereits in seiner vierten Runde durch Aussetzer, verbunden mit Drehzahlabfall und Leistungsverlust, mit einem weiteren, neuen Problem konfrontiert. Zurück in der Box begann das Team im Ausschlussverfahren sofort mit einer gezielten Fehlersuche und ließ dabei auch immer wieder softwaregestützte Diagnoseprogramme laufen. Nach rund 45-minütiger Standzeit übernahm Sprungmann das Cockpit zunächst zu einem weiteren Funktionstest, konnte dann aber schon auf der Grand-Prix-Strecke endlich wieder störungsfrei das volle Leistungspotenzial des Mustangs abrufen.

Doch die Freude darüber währte nicht lange. In Runde drei stellte sich der Fehler erneut ein, und Sprungmann, der sofort wieder die Box ansteuerte, sagte später: „Für zwei Runden waren es wirklich traumhafte Bedingungen auf der Strecke, danach hatte es mit Rennfahren aber nicht mehr viel zu tun, denn bei jedem Hochschalten hatten wir sofort Leistungsabfall.“

Das Team diagnostizierte mögliche Probleme in der Kraftstoffversorgung, die aber mit den vor Ort zur Verfügung stehenden „Bordmitteln“ nicht zu beheben waren. So entschloss man sich schweren Herzens gegen 16. Uhr, den Mustang aus dem Rennen zu nehmen.

Damit blieben dem Team auch die Möglichkeiten verwehrt, das Setup des Fahrzeugs weiter zu optimieren und die Reifen auf die prognostizierten Temperaturen im Juni hin zu testen. Oliver Sprungmann zeigte sich aber trotz allem optimistisch und stellte fest: „Wir werden den Fehler finden und gestärkt zurück kommen, um bei dem Nordschleifen-Klassiker erneut um den Klassensieg zu kämpfen.“

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr
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