„Wen kann ich einsetzen?“, scheint sich Thomas Ochmann zu fragen. Die beiden Spielerinnen hinter sich jedenfalls nicht. Die warteten auf den Einsatz in der Ersten. © Joachim Lücke
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Rhade II gegen Rhade III war ein ungleicher Gipfel

Mit 8:2 gewann die zweite Mannschaft des SSV Rhade das Gipfeltreffen gegen die eigene Dritte. Nicht alles war dabei so klar wie das Ergebnis.

Herr Schiedsrichter, wir wechseln!“ Das konnte am Sonntag nur einer der beiden Trainer rufen, als der SSV Rhade II und der SSV Rhade III zum vereinsinternen Gipfeltreffen der Frauen-Kreisliga A Recklinghausen antraten. Denn die Rhader Dritte brachte es gerade mal auf neun Spielerinnen.

Das Problem: Die Mannschaft von Trainer Thomas Ochmann, zugleich Cotrainer der Rhader Ersten, lebt nicht unwesentlich vom Kader des Westfalenliga-Teams. Das konnte aber an diesem Wochenende keine Spielerinnen erübrigen. Weitere Ausfälle von Verletzten und Kranken ließen die Dritte weiter schrumpfen, und so zeichnete sich früh ab, dass Thomas Ochmann keine komplette Mannschaft zur Verfügung haben würde.

„Wir haben zuletzt noch alles versucht, aber es ging nicht“, berichtete der Trainer am Sonntag. Eine Verlegung der Partie wollte wiederum der Rhader Vorstand nicht, und so traten sie denn an, die neun Spielerinnen der Dritten gegen die 14 der Zweiten.

SSV Rhade II - SSV Rhade III
Kein Händchenhalten: Jule Terstegen (r.) von der Zweiten und Vanessa Brinkhaus (l.) von der Dritten. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Die eigene Spielerzahl zu verringern, kam für die Zweite nicht infrage. Dazu sei der Gegner eben taktisch und spielerisch zu stark, erklärte Trainer Gregor Telöken. Die an und für sich gute Stimmung zwischen beiden Teams war also schon vor dem Anpfiff ein wenig gedämpft. Zwei Elfmeterpfiffe gegen die Dritte und die daraus resultierenden Treffer für die Zweite sowie ein nicht geahndetes Handspiel der Zwoten verbesserten die Atmosphäre bis zur Halbzeitpause auch nicht gerade. Beim Gang in die Kabinen stand es auf jeden Fall 5:1 für Rhade II – und in der Pause entschieden Gregor Telöken und sein Team, in derselben Konstellation, also elf gegen neun, weiterzuspielen.

Dass den Spielerinnen der Dritten nach und nach die Kräfte ausgingen, war wenig überraschend. Es nutzte nichts, dass eine Franzi Schonebeck ihre Routine in die Waagschale warf, dass Ornina Youel oder Heike Gosling mit Direktspiel und Schnelligkeit Klasse aufblitzen ließen. Gegen die Überzahl der Gegenspielerinnen bissen sie sich regelmäßig fest.

Zwar gelang Gosling noch ein zweites Tor für die „Gäste“. Doch auf der anderen Seite hätten die „Gastgeberinnen“ aus ihren zahlreichen Chancen auch noch mehr Treffer machen können als die acht, die sie fast nebenbei doch noch ansammelten.

Was dieses 8:2 für das Aufstiegsrennen bedeutet? Das Torverhältnis zählt in der A-Kreisliga nicht. Mit einem Sieg im Rückspiel könnte der SSV Rhade III die Hinspielniederlage also wieder wettmachen. Doch dass es das letzte Mal war, dass die Dritte so große Personalprobleme haben wird, muss wohl bezweifelt werden.

Wie eine Rhader Mannschaft im Falle eines Aufstiegs in der Bezirksliga aussehen könnte, ist allerdings völlig offen. Gut möglich, dass dort eine Mischung der beiden Teams aufläuft, die am Sonntag noch gegeneinander antraten.

  • SSV Rhade II: Rennebaum; Döking, Heisterklaus-Leying, Schmied, Bruns (76. Jansen), Hoffjann, Herzog, Rekers, J. Heddier. Terstegen (60. Eilers), N. Heddier.
    SSV Rhade III: Richter; Brinkhaus, Kramer, Youel, Gosling, Aßmann, Schonebeck, von der Aßen.
    Tore: 1:0 Döking (3., Foulelfmeter); 2:0 Bruns (17.); 3:0 J. Heddier (27.); 4:0 Rekers (31.); 4:1 von der Aßen (32.); 5:1 Rekers (45., Foulelfmeter); 6:1 Döking (47.); 7:1 Meister (67.); 7:2 Gosling (79.); 8:2 Jansen (82.).
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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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