Schermbecks Herren-Trainer Lars Cox hält einen Re-Start im März für illusorisch. © Joachim Lücke
Handball

SV Schermbeck und Co. hängen in der Luft

Während der Westfälische Handballverband für eine Lockdown-Verlängerung plant, herrscht am Niederrhein Stillschweigen. Auf der Webseite des HVN ist seit dem 10. Dezember nichts mehr erschienen.

Die Handballer des SV Schermbeck wissen also nicht, woran sie sind. Immerhin hat sich die erste Alternative, die den HVN-Verantwortlichen vorschwebte, von selbst erledigt. Diese besagte, dass man den Spielbetrieb wieder am 6. Februar aufnehmen wolle, falls am 11. Januar wieder hätte trainiert werden können. Nun steht Alternative zwei im Raum. Diese besagt, dass der Spielbetrieb wieder am Wochenende 13./14. März fortgesetzt wird, falls man ab dem 15. Februar wieder trainieren kann.

Davon sind die Trainer des SVS aber alles andere als überzeugt. Lars Cox, dessen Männermannschaft an der Spitze der Bezirksliga steht, sagt: „Ich halte den Gedanken, schon in einem Monat wieder in der Halle zu stehen, für illusorisch. Vielmehr rechne ich damit, dass wir den Restart weiter nach hinten schieben.“ Zu viel Zeit dürfe aber nicht verstreichen: „Nach so einer langen Pause brauchen wir eine vernünftige Vorbereitung von etwa vier Wochen.“

Sein Team steht nach fünf Spielen und fünf Siegen an der Spitze, und natürlich hat er Interesse an einem Aufstieg. Daher hält er die WHV-Option, eine mögliche Aufstiegsrunde mit interessierten Mannschaften zu spielen, für reizvoll: „Falls es das beim HVN auch geben sollte, wären wie natürlich dabei.“

Herren des SV Schermbeck trainieren individuell

Unterdessen halten sich die Schermbecker Männer individuell fit und schließen sich wöchentlich auf digitaler Ebene kurz. So machen es auch die Frauen. Deren Trainer Andreas Maile erklärt: „Das unterstützt den Zusammenhalt im Team. So haben wir beispielsweise auch eine Online-Weihnachtsfeier veranstaltet.“ Momentan treffen sich die Schermbeckerinnen zweimal pro Woche mit dem Gahlener Fitness-Trainer Andy Schilasky zu einem Online-Training.

An mehr will Andreas Maile auch gar nicht denken: „Die komplette Saison wird nicht gespielt werden können. Eine Hinrunde wäre möglich. Die müsste dann aber im April anfangen und bis in den Juni gehen. Das hängt dann auch von den verfügbaren Hallenzeiten ab.“ Mailes Optimismus hält sich aber in Grenzen: „Ich gehe erst mal davon aus, dass wir nicht mehr spielen. Alles andere wäre eine schöne Überraschung.“

Die dem WHV angeschlossenen Dorstener Mannschaften haben von ihrem Verband zwar schon mehr Informationen bekommen, doch von einem Neustart sind auch sie weit entfernt. Vera Tewes, die Trainerin der VfL-Frauen, hält einen Abbruch zwar für die allerletzte Lösung, sieht aber auch bei anderen Möglichkeiten einige Schwierigkeiten: „Wenn wir bis in den Juli oder gar Juli spielen müssten, gäbe es sicherlich Probleme mit den Urlaubszeiten meiner Spielerinnen. Die wären auch alle froh, nach dem Lockdown mal wieder verreisen zu können.“ Zudem müssten die WHV-Vereine mehr Spiele absolvieren als ihre HVN-Kollegen. Wegen des späteren Saisonstarts haben die Dorstenerinnen gerade einmal zwei Begegnungen gespielt.

Zukunft der Damen des VfL RW Dorsten noch ungewiss

Ohnehin weiß Vera Tewes überhaupt noch nicht, wie es weitergeht: „Ich habe einen dünnen Kader und viele der Spielerinnen sind schon über 40. Andere sind gerade in einem Alter, in dem man Kinder bekommt.“ Da sich ihre Mannschaft aber sehr gut versteht, blickt die Trainerin optimistisch in die Zukunft.

In Rhade sieht Coach Michael Kortenhorn eher schwarz: „Ich bin dafür, einen Strich unter die Saison zu machen. Wir könnten aufgrund der kleinen Gruppe in der 2. Kreisklasse sicher eine Hinrunde spielen, ich glaube nicht daran, dass sich die Umstände ändern.“ Seine Herren würde er dann in der Saison 21/22 wiedersehen: „Das ist sicher für keine Mannschaft schön, aber man wird nichts daran ändern können.“ weih

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