Die Formation "Emosie" gehörte vor Corona zu den Aushängeschildern des Tanz-Sport-Zentrums Royal Wulfen. © Joachim Lücke
Tanzen

TSZ Royal Wulfen sorgt sich um ein Aushängeschild

Das TSZ Royal Wulfen feilt gerade an seiner Infrastruktur. Mit Hilfe von NRW-Fördergeldern wird das Trainingszentrum am Rhönweg saniert. Doch den Verein drücken gerade ganz andere Sorgen.

Die für den Herbst geplanten Pokalturniere im Bereich Jazz und Modern-Contemporary sind endgültig vom Tisch. In einer Befragung des Tanzsportverband Nordrhein-Westfalen (TNW) hatten sich die Vereine deutlich dagegen ausgesprochen. Eine der Gründe: der Trainingsrückstand der Formationen. Doch es gibt auch andere.

„Für die Ausrichtung der Pokalturnier hatten sich drei Vereine beworben: Wulfen, Ibbenbüren und Lohmar“, berichtet der Vorsitzende des TSZ Royal Wulfen, Helmut Winkler. Doch dann sei zunächst Ibbenbüren und dann auch Wulfen klar geworden, dass für die corona-gerechte Ausrichtung solcher Turniere die nötige Manpower fehle. Nach der folgerichtigen Absage der Clubs stand der TNW also ohne Ausrichter da und will seine Planungen nun ganz auf einen Ligenbetrieb in 2022 konzentrieren.

Bewerbung für 2022 ist geplant

Dann will auch das TSZ Royal sich wieder als Ausrichter anbieten und bewerben. Doch momentan haben Helmut Winkler und der TSZ-Vorstand ganz andere Sorgen.

Die Sanierung des vereinseigenen Trainingszentrums am Rhönweg ist da noch die kleinste, will aber organisatorisch natürlich auch gestemmt werden. Von der Bewilligung letzter Gelder über die Eigenlistungen bei den Arbeiten bis zur Planung der Einweihungsfeier im Herbst mit politischer Prominenz.

TSZ Royal Wulfen, Trainingszentrum Rhönweg
Das Trainingszentrum am Rhönweg hat unter anderem einen neuen Parkettboden im Erdgeschoss bekommen. © Privat © Privat

Das alles bedeutet Arbeit, doch was Helmut Winkler mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die Situation in den Formationen. „Da haben wir genau wie alle anderen Clubs Probleme, die Formationen wieder neu an den Start zu bringen“, sagt der TSZ-Boss: „Die Kinder und Jugendlichen haben in den vergangenen Monaten das Faulsein kennen gelernt, jetzt sollen sie sich auf einmal wieder im Training quälen. Das überlegt sich so mancher, gerade im Bereich von 8 bis 14 Jahren.“

Winkler warnt vor erneutem Lockdown

Auch bei den Eltern seien nach der langen Zeit der Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen noch Vorbehalte gegen einen normalen Trainingsbetrieb spürbar. „Das ist nicht nur beim Tanzen so, sondern bei allen Sportarten. Das Ding mit Corona ist noch lange nicht rund.“ Und Winkler warnt: „Wenn noch ein Lockdown kommt, wäre das für den Sport kaum noch zu verkraften.“

Es ist aber nicht nur Corona, das den Wulfener Formationen zu schaffen macht. Es sind auch ganz normale Probleme. Betroffen ist ausgerechnet die Formation „Emosie“, in den vergangenen Jahren zunächst in der Jugend und dann auch in der Hauptgruppe das aufstrebende Team des Vereins. Doch jetzt haben „Emosie“ sich aufgelöst.

Helmut Winkler, TSZ Royal Wulfen
TSZ-Vorsitzender Helmut Winkler sorgt sich um eines der sportlichen Aushängeschilder des Vereins. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

„Es hat interne Querelen gegeben“, berichtet Helmut Winkler: „Bei Mädchen dieses Alters leider nicht unüblich. Es ist nicht die erste Formation, und es wird auch nicht die letzte sein, bei der so etwas passiert“, sagt der TSZ-Vorsitzende. Ärgerlich sei die Entwicklung aber natürlich allemal: „Wir haben da sehr viel investiert. Das ist natürlich für uns ein Schlag ins Kontor.“

Wie es weiter geht, sei noch unklar. „Vielleicht können wir eine Small Group daraus machen“, sagt Helmut Winkler. Den Platz in der Regionalliga will man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufgeben: „Wir müssen schauen, was sich in den nächsten Wochen tut.“

Vielleicht raufen sich die Tänzerinnen ja auch noch einmal zusammen. Ein wenig Zeit dafür hätten sie noch: Die Vereine müssen ihre Formationen bis zum 30. September melden.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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