Wer diese Szene richtig zuordnen kann, der wird auch mit dem Rest unserer Zitate im Liveticker zur imaginäen Hallenstadtmeisterschaft Spaß haben. © dpa
Fussball

Um diese legendären Spiele ging es bei der Dorstener Hallenstadtmeisterschaft

In unserem Liveticker zur imaginären Dorstener Hallenstadtmeisterschaft waren viele Zitate aus der Fußball-Geschichte versteckt. Heute lösen wir auf welche.

In der Endrunde am Sonntag war jedes Spiel entweder einer großen Partie der Fußball-Geschichte nachempfunden oder es erinnerte an einen besonderen Star oder Typen. Hier die Partien in der Übersicht:

Gruppe A

SV Schermbeck – Eintrachte Erle 8:3

Die kleine Eintracht spielt gegen den großen SVS mit einer B-Elf und verliert krachen mit 3:8. Die Fans zuhause kritisieren Erles Trainer Manuel Jakob scharf – so wie es 1954 die Anhänger der deutschen Nationalmannschaft taten, als Sepp Herberger gegen Ungarn sein Team ebenfalls kräftig umkrempelte.

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Dorstens Hallenstadtmeisterschaft in legendären Sp

SV Lembeck – FC RW Dorsten 1:0

Als in der Wulfener Gesamtschulhalle eine Sprenkelanlage Teile des Spielfeldes unter Wasser setzt, kommt zwar das Wischkommando zum Einsatz, aber es bleibt rutschig. Am besten klar kommt damit in unserem Ticker Lembecks Paul-Frederik Artelt. Trainer Patrick Rohrand sagt: „Es ist dem Frederik sei Wedder.“ Artelt spielt den Part von Fritz Walter, dem nachgesagt wurde, dass er sich auch bei Regen am wohlsten auf dem Platz fühlte.

SV Schermbeck – SV Lembeck 3:2

Wie im WM-Viertelfinale von 1970 zwischen Deutschland und England trifft SVS-Routinier Marek Klimczok wie einst Uwe Seeler mit dem Hinterkopf zum zwischenzeitlichen 2:2.

Eintracht Erle – FC RW Dorsten 4:2

Erles Geoff Hurst heißt Gero Göllmann. Er schießt in dieser Partie das ominöse Wembleytor der Engländer aus dem WM-Finale 66.

FC RW Dorsten – Schermbeck 4:2

Vier Tore in einem Spiel sind schon aller Ehren wert. Aber wenn eines davon noch ein Fallrückzieher aus fast 30 Meter Torentfernung ist, dann kann dafür nur Zlatan Ibrahimovic infrage kommen. Oder eben Dorstens Igor Gajewski, der die Erinnerung an das Freundscaftsspiel zwischen Schweden und England aus dem November 2012 wieder aufleben lässt.

Eintracht Erle – SV Lembeck 2:1

Aus dem Fernduell musste ein direktes werden, und auch dass Erle gewinnt, statt 1:1 zu spielen, ist ein wenig anders als beim Original aus dem Jahre 2001. Doch ansonsten ist bei dem Rückpass auf den Torwart und dem entscheidenden Freistoß von Pascal Schlekingsson alles genau so wie damals, als der FC Bayern dem FC Schalke mit seinem Tor in allerletzter Sekunde noch den Vier-Minuten-Titel entriss.

Gruppe B

GW Barkenberg – BW Wulfen 3:2

Ein Sieg über den großen Nachbarn nach 47 Monaten? Nun, bei Österreich gegen Deutschland waren es 1978 gleich 47 Jahre. Das machte die Schmach von Cordoba für die Deutschen aber umso größer, und der österreichische Rundfunkreporter Edi Finger durfte bei uns noch einmal das entscheidende Tor von Hans Krankl alias Jatzek Kubitzki schildern und narrisch werden.

SuS Hervest – RW Deuten 0:2

Ente Lippens lässt grüßen: Als Deutens Torschütze Kieron Ihnen sich das Trikot vom Leib reißt und dafür Gelb sieht, fragt Trainer Markus Falkenstein beim Schiedsrichter nach, was er denn da mache. Auf die Antwort „Ich verwarne Ihnen“ meint Falkenstein: „Ich danke Sie.“ Und sieht Rot.

GW Barkenberg – SuS Hervest 1:1

Nach knapp vier Minuten will der Schiedsrichter zur Halbzeitpause bitten. Erst die irritierten Spieler können ihn zum Weiterspielen überreden. Der Mann sei angetrunken, heißt es bald. Wie 1975 Wolf-Dieter Ahlenfelder beim Spiel zwischen Werder Bremen und Hannover 96. Wer heute in Bremen einen Ahlenfeler bestellt, bekommt noch immer ein Pils und einen Malteser-Korn. Genau das, was Ahlnfelder damals vor dem Spiel beim Mittagessen getrunken haben will.

BW Wulfen – RW Deuten 2:4

Deuten liegt zur Pause 0:2 hinten und muss um Mritz Noetzel bangen, der eine Platzwunde erlitten hat. Doch Noetzel kommt zurück, mit einem dicken Turban-Verband um den Kopf leitet er zwei Tore per Kopfball ein und erzielt ein weiteres selbst. Ebenfalls per Kopf. Deuten gewinnt 4:2 – genau wie der FC Bayern München im Pokalfinale von 1982 gegen den 1. FC Nürnberg.

RW Deuten – GW Barkenberg 3:7

Den Europapokalmodus früherer Tage mit Hin- und Rückspiel nachzuempfinden, war bei der Stadtmeisterschaft natürlich schwierig. Aber die historische Aufholjagd, die Bayer Uerdingen 1986 im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden hinlegte, ist auch als „normales“ Spiel schon beeindruckend genug. Aus einem 1:3-Pausenrückstand macht Barkenberg deshalb gegen Deuten genau wie die Funkels, Hergets und Bommers damals gegen Sammer, Kirsten, Dörner und Co. ein 7:3 und kamen nach 0:2-Hinspielniederlage noch weiter.

BW Wulfen – SuS Hervest 4:0

Ob der SC Blau Weiß Wulfen tatsächlich seit 30 Endrundenspielen auf einen Sieg wartete? Egal! Denn dieses aktuelle Spiel wollten wir unbedingt miteinbauen: Schalke schlägt Hoffenheim nach ewiger Durststrecke 4:0, und den Part des jungen Matthew Hoppe übernimmt Wulfens junger Tarik Yücel.

Halbfinale

SV Schermbeck – RW Deuten 2:1

Ein Elfmeter in der ersten Minute, der Ausgleich ebenfalls per Strafstoß und der Siegtreffer durch einen Kullerball, bei dem der Stürmer dank seines tief liegenden Schwerpunkts alle um ihn herum austanzt? Rchtig: Das ist das WM-Finale von 1974.

GW Barkenberg – Eintracht Erle 1:7

Der Gastgeber einer Turnier-Endrunde verliert ein Halbfinale mit 1:7? Da trifft es sich ja gut, dass Barkenberg und Brasilien beide mit B anfangen. Außerdem: Erle muss ja ins Finale kommen, denn dort wartet der große SV Schermbeck und damit noch die Revanche für die 3:8-Niederlage aus der Gruppenphase …

Spiel um Platz drei

RW Deuten – GW Barkenberg 2:5 n.N. (1:1; 0:1)

Wieder ein Hin- und Rückspiel. Deshalb machen sich die Barkenberger Fans nach der ersten Halbzeit auch in Scharen auf den Weg hinter das andere Tor, so wie 1997 die Fans des FC Schalke 04 zum zweiten Finalspiel um den UEFA-Pokal nach Mailand pilgerten. In unserem Spiel um Platz drei gehen die Barkenberger in der ersten Halbzeit 1:0 in Führung, in der zweiten Halbzeit gleicht Deuten spät aus, es steht 1:1 und es kommt zum Neunmeterschießen. Einmal hält der Torwart, ein zweites Mal verschießt der Gegner – mit 4:1 gewinnt Schalke – oder Barkenberg – den Pott.

Finale

SV Schermbeck – Eintracht Erle 2:3

Viel muss man an dieser Stelle gar nicht mehr sagen. Schermbeck spielt nun einmal den Part der Ungarn, Erle den der Deutschen beim Turnier von 1954. Da hilft es SVS-Trainer Sleiman Salha auch nichts, dass er nach dem 8:3-Vorrundensieg per WhatsApp scherzhaft anmahnt: „Wehe, ich gewinne dieses Turnier nicht.“

Selbst der Original-Kommentar von Herbert Zimmermann kommt im Ticker zum Einsatz: „Niewerth hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schleking. Schleking nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Krampe schießen – Krampe schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“

Nach dem Spiel schlendert Erles Trainer Manuel Baum dann gedankenverloren ganz alleine übers Spielfeld. In einem Statement kurz danach meint er: Die Erler Mannschaft wird wohl auf Jahre hinaus unschlagbar sein.“ Schaun mer mal …

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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