Kommunikation bestimmt die Zusammenarbeit von Christopher Pache (r.) und Schermbecks Headcoach Sleiman Salha (l.). © Andreas Leistner
Fussball

Von der A-Liga in die Oberliga – Christopher Pache und der SV Schermbeck

Der SV Schermbeck ist mit einem ganz neuen Trainerteam in die neue Oberliga-Saison gegangen. Mit dabei: Christopher Pache, der vom A-Kreisligisten SV Herbede in die Volksbank Arena kam.

Als der 32-jährige Christopher Pache im Sommer als Cotrainer zum Oberligisten SV Schermbeck kam, kannte er den Verein bereits sehr gut. Denn ein halbes Jahr hatte er schon die Schermbecker A-Junioren in der Landesliga betreut. Cotrainer eines Oberligisten zu sein, bedeutet aber einen ganz anderen Aufwand.

„Ich wusste, dass viel Arbeit auf mich zukommen würde, aber hatte nicht mit so einer großen Umstellung gerechnet,“ gibt Christopher Pache unumwunden zu. Er klagt aber nicht im geringsten, vielmehr geht Pache völlig in seiner neuen Aufgabe auf.

SV Schermbeck startete früh in die Vorbereitung

Die Arbeit begann schon lange vorm Trainingsstart. Es gab zahlreiche Telefon- und Videokonferenzen, erinnert er sich: „Das vierköpfige Trainer-Team stand ständig in Kontakt. Dazu kamen auch noch viele Gespräche mit dem Vorstand.“ Vorrangige Aufgabe war es zuerst, einen Kader zusammenzustellen, der Oberliga- Ansprüchen genügt: „Wir mussten aber auch darauf achten, dass die neuen Spieler in unsere Taktik passen.“

Während der Saison verbringen die Trainer viel Zeit mit der Video-Analyse: „Wir nutzen diese Möglichkeit viel intensiver als andere Trainer. Wir schauen uns unser letztes Spiel an und nehmen anschließend unseren nächsten Gegner unter die Lupe. Da sind wir sehr pflichtbewusst und lernen selber immer mehr dazu.“

Das neue Trainer-Gespann hat Thomas Falkowski abgelöst, der sehr erfolgreich in Schermbeck gearbeitet hat. Doch in die alten Fußstapfen wollte das SVS-Trainerteam nicht treten, so Pache: „Wir haben eine andere Vorstellung, wie wir Fußball spielen wollen. Das mussten wir personell untermauern.“ Er gibt aber auch zu, dass die Taktik-Umstellung ihre Zeit braucht: „Die alte Spielweise, die zudem noch sehr effektiv war, können die Jungs nach drei Jahren nicht so einfach von der Festplatte löschen. Da ist noch viel Luft nach oben, wir sind aber auf einem sehr guten Weg.“

Besonders wichtig seien in diesem Zusammenhang die Gespräche mit den Führungsspielern: „Es gibt durchaus Spieler, die manche Dinge noch skeptisch sehen. Das erfordert einen regen Meinungsaustausch.“

Salha hat die Richtlinienkompetenz

Die Entscheidung, wer am Sonntag auf dem Feld steht entwickelt sich im Laufe der Trainingswoche, so Christopher Pache: „Das Trainer-Team sammelt seine Eindrücke und diskutiert viel. Am Ende hat dann aber Sleiman Salha eine Art Richtlinienkompetenz und stellt am Sonntag die Mannschaft auf.“

Da gibt es natürlich öfter Meinungsunterschiede, die offen ausgetragen werden. Pache hat kein Problem mit solchen Auseinandersetzungen: „Wir gehören alle nicht zu den Typen, die dem anderen Honig ums Maul schmieren. Das scheint zwar heutzutage modern zu sein, aber Harmonie ist nicht meine oberste Priorität. Die Auseinandersetzungen sind aber von großem Respekt gekennzeichnet und führen fast immer zu guten Ergebnissen.“

Die Schermbecker Bank wurde von gegnerischen Teams oft dafür gerügt, sehr impulsiv zu sein, und auch Schiedsrichter rufen die Trainer ab und zu zur Ordnung. Das ist für Pache kein Problem: „Die Leute auf der Bank müssen zu 100 Prozent im Spiel sein, auch die Ersatzspieler. Ich glaube, dass man den Erfolg einer Mannschaft auch an der Trainerbank festmachen kann.“

Christopher Pache ist beim SVS für die Fitness zuständig: „Das war in dieser Saison sehr schwierig. Wir befinden uns im leistungsorientierten Amateurbereich, und alle sind motiviert, doch das Einzeltraining in den Coronapause erfordert noch einmal besonders viel Selbstdisziplin.“

Der Vier-Wochen-Plan für den November sei abgearbeitet worden, doch der Dezember lief anders: „Für die Grund-Kondition ist jeder selber verantwortlich, Ansonsten haben wir den Spielern Freiraum gegeben, um sich um ihre Familien zu kümmern. Sollte wider Erwarten noch die gesamte Saison gespielt werden, wäre fürs Privatleben nur noch wenig Zeit. Ich hoffe, dass wir im Januar wieder trainieren können, doch diese Entscheidung liegt nicht in meiner Hand.“

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