Nuri Sahin hat Meinerzhagen groß gemacht. © Martin Klose
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Wenn der Sahin das Sein bestimmt – Schermbecks Finalgegner RSV Meinerzhagen

2017 spielte der RSV Meinerzhagen noch in der Bezirksliga, dann folgte ein Parforceritt bis in die Oberliga und jetzt der Einzug ins Westfalenpokal-Finale. Einer der Hauptverantwortlichen heißt Nuri Sahin.

Während der SV Schermbeck sich im Halbfinale relativ mühelos mit 6:1 gegen die SpVg. Hagen1911 durchsetzte, musste der letztjährige Oberliga-Dritte RSV Meinerzhagen ein ganz dickes Brett bohren. Gegen den Regionalliga-Meister SV Rödinghausen schaffte der Außenseiter ein 1:1 nach 90 Minuten und setzte sich anschließend im Elfmeterschießen mit fünf verwandelten Elfern mit 6:4 durch.

Eine Riesenfete haben die Sauerländer aber nicht gefeiert, sagt der Sportliche Leiter Yalcin Akbal: „Wir haben den Jungs am Montag freigegeben, ansonsten wird ganz normal trainiert. Wir befinden uns schließlich noch mitten in der Saisonvorbereitung.“

Die Zielsetzung für die neue Oberliga-Saison ist klar: Meinerzhagen will oben mitspielen und wenn eben möglich auch aufsteigen. Schon in diesem Sommer hatte der RSV überlegt, gegen die Wertung der Saison 19/20 Einspruch einzulegen und auf juristischem Wege aufzusteigen. Als der FLVW die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens signalisierte, verzichteten die Sauerländer und nehmen nun einen neuen, sportlichen Anlauf.

Dafür haben sie sich drei neue Spieler geleistet. Der Verteidiger Kilian Hornbruch kam aus der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft von Viktoria Köln. Mittelfeldspieler Ansgar Pflüger war zuvor beim Landesligisten FSV Wiehl am Ball. Aus Kaan-Marienborn kommt mit Torwart Christian Bölker sogar ein Nationalspieler. Der Keeper ist von Geburt an taub und hütet das Gehäuse der deutschen Gehörlosen-Nationalelf.

Nach einigen Jahren als Co-Trainer hat Mutlu Demir nun auf dem Chef-Sessel Platz genommen. Ganz neu im Trainer-Team ist ein Mann, der bislang als graue Eminenz des Clubs galt: Fußball-Profi Nuri Sahin. Der 31-jährige Sahin spielte zuletzt bei Werder Bremen und sammelte schon Clubs wie Borussia Dortmund, Real Madrid, FC Liverpool und Feyenoord Rotterdam in seiner Vita. Zudem bestritt er 52 Länderspiele für die Türkei. Schon in der letzten Saison pendelte Sahin zwischen Bremen und Meinerzhagen und verpasste kaum ein Spiel. Nun engagiert sich der mittlerweile vereinslose Profi als Coach bei seinem Stammverein, für den er bis 2001 in der Jugend spielte.

Yalcin Akbal freut sich natürlich darüber: „Er hat dem Verein schon als Repräsentant wertvolle Dienste geleistet und kann der Mannschaft nun auch als Trainer weiterhelfen.“

Gegen den SV Schermbeck hat der RSV Meinerzhagen in der letzten Saison sein Heimspiel mit 3:0 gewonnen, das Rückspiel fiel der Corona-Krise zum Opfer. Yalcin Akbal versichert, dass man großen Respekt vor dem SV Schermbeck habe: „Wir wissen, dass sich das Team stark verändert hat. Wir haben bislang nur das SVS-Match gegen Hagen gesehen. Nun bereiten wir uns in den letzten Tagen richtig auf das Finale vor.“ Ein Public Viewing im Clubheim wird es nicht geben: „Das konnten wir leider nicht organisieren, und unsere Fans schauen sich die Partie im Fernsehen an. Sollten wir gewinnen, treffen wir uns in einer Kneipe.“

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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