Noah Kloth (grün) wurde im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg eingewechselt. Hier rettet Koen Casteels (orange) vor dem Lippramsdorfer im Trikot von Preußen Münster. © imago images/Team 2
Fußball: DFB-Pokal

„Etwas sehr Besonderes“: Noah Kloth traf beim DFB-Pokal-Debüt auf Bundesliga-Stars

Der Lippramsdorfer Noah Kloth (18) spricht über sein Debüt im DFB-Pokal, den Wechsel-Fehler des VfL Wolfsburg und wie es nun für ihn bei Preußen Münster weitergeht.

Die Partie zwischen Regionalligist Preußen Münster und Bundesligist Wolfsburg war das am meisten diskutierte Spiel der ersten DFB-Pokalrunde. Ein Wechselfehler könnte den VfL noch im Nachhinein um den 3:1-Sieg bringen. Für den Lippramsdorfer war die Partie aus einem anderen Grund besonders: Es war sein Senioren-Pflichtspieldebüt im Profifußball. Allein die drei Gegenspieler, auf die er am häufigsten traf, sind zusammen 50 Millionen wert.

„Das war natürlich etwas sehr Besonderes“, sagt der 18-Jährige, der einst mit dem Fußballspielen beim SV Lippramsdorf angefangen hatte. Wenige Tage nach der Unterzeichnung eines Dreijahresvertrages wurde er am Sonntag, 8. August, in der 95. Minute gegen Wolfsburg eingewechselt. „Es hat richtig Spaß gemacht“, so Kloth, „vor allem vor der Kulisse mit den Fans, die Stimmung war richtig geil“.

Seine Einwechslung sei „ein bisschen überraschend“ gewesen, aber letztendlich müsse natürlich jeder immer bereit sein, wenn er auf der Bank sitzt. Aufgeregt sei er dann aber trotzdem gewesen. „Wenn man sich da vor den Zuschauern warm macht, ist man das schon“, sagt er. „Aber, sobald ich auf dem Platz stand, hatte sich das gelegt.“

Noah Kloth: „Die Mannschaft war top eingestellt“

Wenige Tage vor seinem Debüt erzählte er noch, dass das Tempo bei den Senioren schneller als bei den Junioren ist. Nun erlebte er direkt den nächsten Sprung, spielte plötzlich gegen einen Bundesligisten. Das sei auch sofort spürbar gewesen, was die Qualität und das Tempo des Gegners angeht, so Noah Kloth.

Der Lippramsdorfer Noah Kloth (l.) feierte im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg sein Senioren-Pflichtspiel-Debüt für Preußen Münster.
Der Lippramsdorfer Noah Kloth (l.) feierte im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg sein Senioren-Pflichtspiel-Debüt für Preußen Münster. © SC Preußen Münster © SC Preußen Münster

Sein Team habe sich aber gut geschlagen. „Die Mannschaft war top eingestellt, von Anfang an haben wir uns in jeden Ball reingeschmissen“, sagt der Innenverteidiger, der in der Vorbereitung der Preußen oft als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde.

Gegen Wolfsburg kam er dann sogar noch mal auf einer anderen Position zum Einsatz. Statt in der Abwehr spielte er eine Reihe weiter vorne im defensiven Mittelfeld. Seine häufigsten Gegenspieler: Olympia-Teilnehmer Maximilian Arnold, Xaver Schlager und Admir Mehmedi. Gemeinsam haben die drei laut Transfermarkt.de einen Marktwert von 50 Millionen.

Dass die Wolfsburger über reichlich individuelle Qualität verfügen, das habe er in den direkten Duellen auch schnell gemerkt, erzählt der Lippramsdorfer. Letztendlich konnten sich die favorisierten Gäste dann auch mit 3:1 nach Verlängerung durchsetzen.

Kloth soll weiterhin sowohl für die Junioren als auch die Senioren eine Option sein

Da VfL-Trainer Mark van Bommel aber in der 103. Minute ein sechstes Mal – und damit einmal zu viel – gewechselt hatte, ist das Weiterkommen des Bundesligisten noch nicht in Stein gemeißelt. Thematisiert werde das in der Mannschaft derzeit nicht, sagt Kloth. „Wir bereiten uns auf den Saisonstart vor und sprechen auch nicht sonderlich darüber.“

Am Samstagnachmittag, 14. August, geht es mit dem ersten Ligaspiel los. Dann empfängt Münster Alemannia Aachen zum Regionalliga-Start. Ob Noah Kloth dann erneut dabei sein wird, wird sich zeigen. Diese Woche trainierte er auf jeden Fall weiter bei den Senioren. „Das wird weiterhin kurzfristig entschieden“, sagt er über den Wechsel zwischen den Junioren und den Senioren.

„Wie das im Endeffekt ist, wenn die U19-Bundesliga losgeht, wird man dann sehen.“ In der höchsten A-Junioren-Spielklasse geht es erst im September los. Bis dahin könnte der 18-Jährige noch einige Chancen bekommen, um weiter bei den Senioren Eigenwerbung für sich betreiben zu können.

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Pascal Albert

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