Flaesheims Tim Bonka (r.) im Zweikampf mit Westfalia Vinnums Fatih Cengiz. Am Ende setzten sich Bonka und Flaesheim mit 3:1 durch. © Andreas Hofmann
Fußball: Kreisliga A

Flaesheim gegen Vinnum: Frühe Rote Karte, Abwehrbollwerk und Traumtor

Es war ein Spiel auf ein Tor, doch Vinnum verteidigte seine Führung diszipliniert und leidenschaftlich. Am Ende setzte sich dennoch Flaesheim durch - trotz zwei Verletzungen in Halbzeit eins.

Eine Stunde in Unterzahl hatte Kraft gekostet. Das war Dennis Gerleve, dem Spielertrainer von Fußball-A-Ligist Westfalia Vinnum, und seinen Spielern nach der Niederlage gegen Concordia Flaesheim anzumerken. Früh war sein Team – etwas überraschend – in Führung gegangen, der Plan schien aufzugehen. Doch die Rote Karte in der 30. Minute veränderte das Spiel.

In der Nähe der Mittellinie dribbelte Flaesheims Fabian Schulte-Althoff in Richtung Seitenlinie, als Vinnums Murat Cengiz den Concordia-Abwehrchef mit einem überharten Einsteigen von hinten zu Fall brachte. Die Folge: eine verdiente Rote Karte und mehrere Minuten Behandlungspause.

Danach spielte sich das Geschehen nur noch in der Hälfte der Westfalia ab. Nur einmal wurde Vinnum in Halbzeit eins noch mal gefährlich, als Gerleve zum Freistoß aus rund 20 Metern antrat. Sein Schuss verfehlte das Tor von Tim Bergjürgen jedoch (35.). Besser hatte es 15 Minuten zuvor Robin Hagemeyer gemacht.

Zwei Flaesheimer müssen in Halbzeit eins verletzt vom Platz

Marschierte Vinnums Nummer 24 erst einige Meter über die linke Außenbahn, zog er dann in den Strafraum, ließ mehrere Flaesheimer stehen und vollendete souverän ins rechte untere Eck zum 1:0 aus Sicht der Gäste (20.).

Es war die erste richtige Torchance für Vinnum. Zuvor hatte Flaesheim bereits einige Gelegenheiten, wenngleich keine davon eine Großchance war. Ein ähnliches Bild auch danach: Die Concordia hatte mehr vom Spiel, fand jedoch kein Durchkommen durch das Abwehrbollwerk der Westfalia, die sowohl mit elf als auch mit zehn Mann auf dem Platz diszipliniert verteidigte.

Musste in der ersten Halbzeit mehrere Minuten behandelt werden, nachdem Vinnums Murat Cengiz ihn gefoult hatte: Flaesheims Fabian Schulte-Althoff. Cengiz sah für sein hartes Einsteigen Rot.
Musste in der ersten Halbzeit mehrere Minuten behandelt werden, nachdem Vinnums Murat Cengiz ihn gefoult hatte: Flaesheims Fabian Schulte-Althoff. Cengiz sah für sein hartes Einsteigen Rot. © Andreas Hofmann © Andreas Hofmann

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Vinnum verteidigte, Flaesheim suchte die Lücke. Nur fanden die Spieler von Trainer Michael Onnebrink diese so gut wie nie. Und wenn sie es mal schafften, scheiterten sie durch einen unsauberen Pass oder an Torwart Patrick Fechner, der die Führung seiner Mannschaft mehrmals verteidigte.

Allzu gut habe sein Team nicht gespielt, stellte Onnebrink hinterher fest. Dennoch sprach er seiner Mannschaft ein Kompliment aus. Zum einen sei sie gut mit erneuten Rückschlägen umgegangen (erst verletzte sich Luca Krause ohne Fremdeinwirkung, dann Hendrik Brünninghoff nach einem Foul), zum anderen „war positiv, dass wir nie die Ruhe verloren haben“.

„Dass wir die letzten zehn Minuten offenmachen, ist ja klar“

Erst in der 72. Minute belohnten sich die Gastgeber für ihr Spiel. Nach einer Flanke in den Vinnumer Strafraum landete der Ball nach mehreren Kontakten bei Frederik Forsmann, der den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte.

Ein Traumtor von Flaesheims Sebastian Rüter sorgte dann für die Concordia-Führung. Der zuvor eingewechselte Flügelspieler zog von links nach innen und bugsierte den Ball aus über 20 Metern über Vinnums Keeper hinweg an die Unterkante der Latte, von wo der Ball ins Tor sprang (79.). Fechner konnte nur hinterhersehen.

Spielertrainer Dennis Geverle hatte zehn Minuten später noch mal eine gute Chance auf den Ausgleich, doch sein Schlenzer ins linke Eck wurde von Bergjürgen stark pariert. Thomas Fritzsche hatte es wenig später leichter, als er einen der Flaesheimer Konter nach Zuspiel von Kevin Schulz am zweiten Pfosten nur noch zum 3:1 über die Linie drücken musste.

„Dass wir die letzten zehn Minuten offen machen, ist ja klar“, sagte Geverle hinterher. Trotz der Niederlage sprach er ein Lob für seine Mannschaft aus: „Wir haben richtig gut verteidigt, standen defensiv sehr gut.“

Tore: 0:1 Hagenmeyer (20.), 1:1 Forsmann (72., ET), 2:1 Rüter (79.), 3:1 Fritzsche (90.+3)

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Pascal Albert

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