Mutter Beate (l.) und Vater Markus (r.) haben für das größte Spieler der Karriere von Sohn Amos Pieper (m.) einen wilden Ritt auf sich genommen. © Pieper
Fußball

Aus Nordkirchen nach Slowenien: Familie Pieper reiste 1000 Kilometer zum EM-Finale

Von jetzt auf gleich die Sachen packen und mehr als 1000 Kilometer nach Ljubljana reisen. Klingt verrückt? Die Familie Pieper hat es anlässlich des EM-Finals von Sohn Amos trotzdem gemacht.

Dass Fußballspieler mit entscheidenden Treffern oder großen Leistungen eine besondere Geschichte schreiben können, ist bekannt. Dass Spieler-Eltern ebenfalls für eine solche sorgen können, allerdings eher nicht. Und doch erlebten Beate und Markus Pieper am Wochenende eine Reise, die sie so schnell nicht wieder vergessen werden.

Eltern von Amos Pieper reisen mit dem Auto an

„Als die Mannschaft am Donnerstag dann ins Finale eingezogen ist, haben mein Mann und ich kurz nachgedacht und schnell war klar: Eigentlich müssen wir dahin“, beschreibt Beate Pieper, Mutter von U21-Nationalspieler Amos Pieper, ihre Gedanken kurz vor einem der verrücktesten Trips ihres Lebens. Denn nur kurze Zeit später ging es los – mit dem Auto bis nach Slowenien. Dort, genauer gesagt in der Hauptstadt Ljubljana, stand Amos Pieper nämlich am Sonntagabend im Finale der U21-Europameisterschaft gegen Portugal. Das konnten sich seine Eltern natürlich nicht entgehen lassen.

„Das war extrem kurzfristig. Wir mussten uns ja innerhalb von ein, zwei Tagen erstmal noch informieren, wie die Corona-Bestimmungen in Slowenien sind. Es fehlte dann sogar die Zeit für einen PCR-Test, also haben wir noch kurz in Herbern einen Schnelltests gemacht, weil die so spät noch auf hatten. Eigentlich wollten wir auch noch Amos´ Bruder mitnehmen oder seine Freundin, doch das hat alles nicht so richtig gepasst“, sagt Mutter Beate, die sich dann deshalb nur mit Vater Markus auf den 1000-Kilometer-langen Weg nach Ljubljana gemacht hat. Etwa 12 Stunden saßen die beiden pro Weg im Auto.

Die Piepers bereuen die Fahrt aber trotz des Stresses unter keinen Umständen. „Es war ein unglaublich tolles Gefühl“, so Beate Pieper. „Die Atmosphäre im Stadion, die Stimmung im deutschen Team und dass die Jungs dann noch den Titel geholt haben. Das war einfach großartig. Amos hat sich auch extrem gefreut, dass wir es wirklich geschafft haben.“ Neben der Familie Pieper saßen auch Unterstützer von den Nationalspielern Niklas Dorsch, Ridle Baku und Nico Schlotterbeck im „deutschen Block“ des Stozice Stadions.

Beate und Markus Pieper saßen mit anderen Familien im „deutschen“ Block.
Beate und Markus Pieper saßen mit anderen Familien im „deutschen“ Block. © Pieper © Pieper

Doch es kam sogar noch besser: Nicht nur, dass die Piepers den größten Erfolg des Bielefelder Innenverteidigers hautnah miterleben konnten. Sie durften sogar an der After-Match-Party im Teamhotel teilnehmen. „Das hat richtig Spaß gemacht. Auch wenn die Jungs erst gegen 1 Uhr kamen und wir um 3 Uhr schon wieder ins Bett mussten, weil wir ja am Montag wieder nach Hause mussten. Das war einfach eine echt gute Truppe“, schwärmt die Besitzerin des Nordkirchener Eiscafés Pallina.

In den vergangenen Tagen ist sogar ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie der Innenverteidiger in der tiefsten slowenischen Nacht noch den Oasis-Kracher „Wonderwall“ als Karaoke-Version performte. Da waren Beate und Markus Pieper allerdings schon schlafen und mit den Gedanken dann vielleicht schon wieder in Nordkirchen.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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