Für Alfred Achtelik hat sich das Warten gelohnt. © Reith
Leichtathletik

Eigentlich topfit: Stabhochspringer Alfred Achtelik muss trotzdem um Rest der Saison bangen

Stabhochspringer Alfred Achtelik wollte in diesem Jahr endlich wieder bei Wettkämpfen angreifen und war eigentlich topfit. Doch erneut wird der Athlet des FC Nordkirchen ausgebremst.

Das bisherige Leichtathletik-Jahr war für den Nordkirchener Stabhochspringer Alfred Achtelik nicht leicht. Im März war der 61-Jährige eigentlich trotz der widrigen Trainingsbedingungen der vergangenen Saison auf den Punkt fit. Er hatte das Gefühl auf Bestleistungskurs zu sein und alles „weghauen zu können“, den Weltrekord von 4,17 Meter in seiner Altersklasse immer im Hinterkopf. Doch Wettkämpfe waren lange Zeit nur für Kaderathleten zugelassen. Als dann endlich auch Achteliks Saison losging, wurde er erneut ausgebremst.

Schuld ist eine noch nicht ganz definierbare Verletzung, die der Stabhochspringer sich Anfang Juni zugezogen hatte und die ihn komplett aus der Bahn warf. Achtelik wollte sich Aufwärmen und verspürte dann einen heftigen Schmerz in der Hüfte. Im Anschluss war seine Mobilität extrem eingeschränkt: „Ich konnte nicht mehr joggen, nicht gehen, nicht stehen, gar nix mehr“, berichtet der Athlet.

Noch keine Klarheit über Verletzung an der Hüfte

Ende Juli ging es dann zu einem Arzt nach Freiburg, der ihn auf gut Glück behandelte. Und das mit Erfolg, denn der 61-Jährige kann seinen Körper langsam wieder belasten. Viel Kraft- und Stabilisationsübungen sowie Fahrradfahren zur Vorbelastung aufs Joggen stehen auf dem Plan. Ein MRT soll Mitte August Klarheit schaffen, wo genau das Problem liegt, damit Achtelik gezielt behandelt werden kann. „Ich hoffe, dass wir bald die Kurve kriegen und ich nicht den Rest der Saison komplett ausfalle.“

Obwohl der Stabhochspringer immer noch nicht schmerzfrei ist, nahm er bereits an zwei Wettkämpfen teil. In Düsseldorf Mitte Juni sprang er 3,81 Meter – eine überhaupt nicht zufrieden stellende Leistung und ein Witz zu dem, was er im Training gezeigt habe, resümiert Achtelik. „Das war einfach Quatsch dort anzutreten, aber ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass es nicht geht.“ In Dülmen Ende Juli lief es mit finalen 3,70 Metern noch schlechter.

Vorbereitung auf die Saison war eher durchwachsen

Durch den gesundheitlichen Zwischenfall war der M60-Athlet nicht perfekt vorbereitet. Ein weiterer Punkt sind die Wettkämpfe, bei denen Achtelik durch die Kaderregelung lange außen vor war. Dabei sind sie für den Stabhochspringer unabdingbar. „Ich habe mal in einer Trainingsphase im Winter versucht einen Wettkampf zu simulieren. Doch ohne Kampfrichter und Konkurrenz ist das nicht möglich“, erklärt der 61-Jährige.

Aber Achtelik gibt nicht auf. Denn das Saisonhighlight steht mit der Deutschen Seniorenmeisterschaft in Baunatal Mitte September (10. – 12.9) noch bevor. Bis dahin will der Stabhochspringer zurück zum alten Sprunggefühl, sodass beim Höhepunkt wieder eine vier vor dem Komma steht. „Wenn ich mich so gut fühle wie im März und die Bedingungen gut sind, kann alles passieren“, erklärt Achtelik.

Einen Haken hat die ganze Sache aber. Denn die Disziplin des Nordkircheners steht bereits am Freitag, dem ersten Tag der DM, im Kalender. Der berufstätige Athlet weiß im Moment jedoch nicht, ob er sich auf der Arbeit beurlauben lassen kann. Achtelik will nun beim Deutschen Leichtathletikverband (DLV) eine Zeitplanänderung vorschlagen.

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