Dustin Willms (v.l.) und Cyrill Akono laufen mittlerweile in der 3. Liga auf. 2012 wechselten die beiden gemeinsam mit Justin Fehse (r.) zum VfB Waltrop. © Archiv
Fußball

Er formte die Südkirchener Profis Dustin Willms und Cyrill Akono für die 3. Liga

Dustin Willms und Cyril Akono werden bald in der 3. Liga aufeinandertreffen. Ausgebildet wurden sie beim SV Südkirchen. Was sagt ihr damaliger Trainer zu der Entwicklung seiner ehemaligen Schützlinge?

Gleich zwei Fußball-Profis, die in der 3. Liga auflaufen, kommen aus Südkirchen. Der eine, Dustin Willms, steht seit dem Saisonbeginn beim FSV Zwickau unter Vertrag. Der andere, Cyrill Akono, wechselte vor einigen Tagen vom 1. FSV Mainz 05 zum VfB Lübeck. Gemeinsam erlernten die beiden das Fußballspielen auch beim SV Südkirchen, dessen erste Mannschaft heute in der Kreisliga B spielt.

Dustin Willms saß im vergangenen Spiel gegen Halle fast 70 Minuten auf der Bank. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

Ihr Trainer damals beim SVS: Rüdiger Willms, Vater von Dustin. Dustin Willms und Cyrill Akono stachen schon früh heraus, mit Justin Fehse hatten die Südkirchener einen dritten herausragenden Spieler in ihren Reihen. „Die drei habe ich schon in der F-Jugend trainiert“, sagt Rüdiger Willms. „Es hat sich schon früh abgezeichnet, dass die drei gut sind. Teilweise haben sie Spiele entschieden – auch gegen Ältere.“

Trio ist ein Glücksfall für den SV Südkirchen

Für den SV Südkirchen war das ein Glücksfall. Schließlich sorgte das talentierte Trio ein ums andere Mal beinahe im Alleingang dafür, dass Spiele zu Gunsten des SVS ausgingen. Wie Rüdiger Willms berichtet, war der Kader der Mannschaft damals kein besonders großer. So bekamen alle Spieler entsprechend viel Einsatzzeit – der Entwicklung war das sicher förderlich.

Doch es gibt eine Kehrseite. Überspitzt gesagt wird Südkirchen zu klein für Willms, Akono und Fehse. Wie Rüdiger Willms erzählt, sei es in einigen Spielen ob des hohen Kantersieges nur darum gegangen, welcher Stürmer des Duos Dustin Willms/Cyrill Akono mehr Tore schießt. Es ist zwar nicht so, dass die drei mit dem SVS nur so durch die Liga marschieren, aber die Kreisliga A in der D-Jugend entspricht dann doch nicht dem Niveau des Trios.

Cyrill Akono, hier noch bei Preußen Münster, verließ im Winter den 1. FSV Mainz 05 und heuerte beim VfB Lübeck an.
Cyrill Akono, hier noch bei Preußen Münster, verließ im Winter den 1. FSV Mainz 05 und heuerte beim VfB Lübeck an. © westline.de © westline.de

Das weiß auch Rüdiger Willms. „Das war eine Zwickmühle für mich“, so der Jugendtrainer. „Einerseits wollte ich sie behalten, aber andererseits wollte ich natürlich auch, dass sie weiterkommen.“

Willms‘, Akonos und Fehses Wahl fällt auf den VfB Waltrop

Und auch die Spieler wollen höher spielen. Daraufhin setzen sich Verein und die drei Jugendlichen zusammen und überlegen, wie es weitergeht. Die Auswahl an Vereinen, zu denen das Trio wechseln kann, ist überschaubar, denn weit weg soll es nicht gehen. Allein der logistische Aufwand wäre immens.

Rüdiger Willms trainierte in der Jugend seinen Sohn Dustin Willms und Cyrill Akono, die jetzt in der 3. Liga spielen.
Rüdiger Willms trainierte in der Jugend seinen Sohn Dustin Willms und Cyrill Akono, die jetzt in der 3. Liga spielen. © Rüdiger Willms © Rüdiger Willms

Am Ende fällt die Wahl auf Waltrop. Willms, Akono und Fehse wechseln im Sommer 2012, nach der D-Jugend, zum dort ansässigen VfB. Durch eine Fahrgemeinschaft hält sich der Aufwand in Grenzen. Aber es gibt noch weitaus mehr Vorteile: „In Waltrop wird man von Scouts eher gesehen und steht dort mehr unter Beobachtung“, meint Rüdiger Willms.

Beim VfB knüpfen die drei Südkirchener direkt an die Leistungen aus der Heimat an. Dort spielen sie in der Landesliga. „Da haben sie gut mitgehalten. Und sie haben viele Hallenturniere und sogar einen Pokalsieg geholt“, erzählt Rüdiger Willms.

Über Schalke 04, Mainz 05 und Fortuna Düsseldorf in die 3. Liga

Der Wechsel macht sich am Ende bezahlt. Scouts werden auf Willms und Akono aufmerksam. Fehse dagegen spielt später noch beim PSV Bork, ist aber seit einigen Jahren nicht mehr aktiv. 2014 wechselt Willms in die Jugend des FC Schalke 04, ein Jahr später folgt ihm Akono. Danach trennen sich die Wege allerdings. Akono zieht ein Jahr nach seinem Wechsel weiter zu Preußen Münster und bleibt dort bis 2019. Dann wechselt er zum 1. FSV Mainz 05 und spielt dort vor allem für die Regionalliga-Mannschaft. Willms heuert 2017 bei Fortuna Düsseldorf an, wo er im Seniorenbereich vor allem ebenfalls in der Regionalliga-Reserve eingesetzt wird.

Jetzt, nach dem Wechsel im Sommer 2020 von Willms nach Zwickau und der kürzlichen Unterschrift Akonos in Lübeck sind die beiden Stürmer wieder vereint – zumindest was die Liga betrifft.

Beiden traut Rüdiger Willms auch noch einiges zu. „Dustin könnte durchaus Stammspieler werden“, meint der Trainer. „Wenn die Flanken besser kommen, traue ich ihm auch noch ein paar Tore zu.“ Dann könne es vielleicht sogar zu noch höheren Weihen reichen. „Ob es dann aber vielleicht in die zweite Liga geht, ist mit viel Glück verbunden“, so Rüdiger Willms.

Auch Akonos Qualitäten lobt der Jugendtrainer, auch wenn er zugibt, nicht ganz so intensiv zu verfolgen. Einige Verletzungsprobleme habe Akono gehabt, diese seien aber überwunden.

Seinen eigenen Anteil am Erfolg der beiden Spieler will Rüdiger Willms nicht überbewertet wissen. Angesprochen auf die Frage, wie stolz er ist, in Dustin Willms und Cyrill Akono zwei Drittliga-Profis mit den Weg geebnet zu haben, sagt er: „Es hat schon ganz gut geklappt. Für den Verein macht es mich schon stolz.“

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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