Julian Rohlmann ist beim SV Südkirchen der Toptorschütze - aber auch ein anderer Spieler ragt heraus. © Jura Weitzel
Fußball

„Kein Knipser“, aber einer der besten Torschützen des SV Südkirchen

Vor dem Lockdown lief die Tor-Maschinerie des SV Südkirchen auf Hochtouren. Das lag auch an einem Torschützen, der eigentlich kein Knipser ist. Eines seiner Vorbilder kommt aus den eigenen Reihen.

Kurz vor dem Lockdown kam der SV Südkirchen so richtig in Fahrt. Gleich 15 Tore schenkte der Fußball-B-Ligist seinen Gegnern in den letzten beiden Spielen vor dem Lockdown ein. Mit 5:0 schickte der SVS den Birati Club Münster nach Hause. Zwei Wochen später gewann Südkirchen gegen TuS Saxonia Münster sogar doppelt so hoch.

Großen Anteil daran hatte Julian Rohlmann. Der Stürmer ist der Toptorjäger in Südkirchen. Allein beim Kantersieg gegen Saxonia traf Rohlmann vier Mal. Ebenso viele Tore erzielte Henrik Brinkmann – allerdings über die ganze bisherige Saison verteilt. Dennoch ist der 19-Jährige zweitbester Torschütze des SVS, dessen Offensive mit 23 erzielten Toren die ligaweit zweitbeste ist.

Seine Geschwindigkeit und die Schusstechnik machen Henrik Brinkmann (l.) zu einer gefährlichen Waffe des SV Südkirchen.
Seine Geschwindigkeit und die Schusstechnik machen Henrik Brinkmann (l.) zu einer gefährlichen Waffe des SV Südkirchen. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Angesprochen darauf ist Brinkmann erst einmal überrascht. „Ich bin eigentlich kein Knipser“, sagt er dann. „Ich sehe mich mehr als Vorlagengeber auf dem Flügel. Das ist meine Lieblingsposition, da fühle ich mich wohl.“

Michael Luppus lobt Henrik Brinkmann

Brinkmanns Trainer Michael Luppus ist allerdings deutlich weniger überrascht, dass der Flügelspieler auch durch Torgefahr auf sich aufmerksam macht. „Er ist pfeilschnell und hat eine gute Schusstechnik“, so Luppus. „Das macht ihn sehr torgefährlich, besonders aus 18, 20 Metern.“

Was auffällt ist, dass Brinkmann häufig die wichtigen Treffer erzielt. Gegen Birati Club eröffnete der Außenbahnspieler beispielsweise den Torreigen. Und im Kreispokal sorgte Brinkmann durch seinen Treffer in der Nachspielzeit dafür, dass Südkirchen gegen SW Havixbeck das Elfmeterschießen erreichte, wenn der SVS dieses auch knapp verlor.

Die Tore sind allerdings nicht das, woran Brinkmann gemessen wird. „Das Ziel ist nicht, möglichst viele Tore zu machen“, sagt der Auszubildende zum technischen Produktionsdesigner, „wenn sich die Gelegenheit aber bietet, möchte ich natürlich schon das Tor machen.“

Julian Rohlmann dient als Vorbild

Damit das klappt, bedient sich Brinkmann eines Vorbildes aus den eigenen Reihen: „Er ist schon ein Vorbild und im Training führen wir oftmals Gespräche“, sagt Brinkmann über Julian Rohlmann. Was dem Stürmer beim 10:0-Erfolg gegen Saxonia gelang, beeindruckte Brinkmann nachhaltig: „Da hat er ein paar schöne Tore gemacht. Bei einigen seiner Treffer dachte ich mir nur ‚Boah…‘“

Dass sich Brinkmann stetig verbessern will, erkennt auch sein Trainer an. „Er nimmt Kritik an und versucht Verbesserungsvorschläge immer umzusetzen“, meint Luppuns und betont: „Junge Leute dürfen Fehler machen. Es soll auch weiter das Risiko suchen.“

Für das Südkirchener System sei die Spielweise Brinkmanns wichtig und passe zum SVS: „Wir versuchen immer, schnell nach vorne zu spielen“, berichtet Luppus über seinen Spieler, der vergangenes Jahr noch in der A-Jugend spielte. „Henrik erläuft für uns viele Bälle.“

Auch innerhalb der Mannschaft ist Brinkmann beliebt. „Er ist ein braver Junge, ein eher ruhigerer Vertreter. Er ist immer nett und freundlich. Solche Leute kommen überall gut an“, weiß Luppus.

SV Südkirchen befindet sich auf einem guten Weg

Brinkmann dürfte das freuen. Allerdings redet er dann doch lieber über Mannschaftserfolge statt über sich selbst. Mit dem SV Südkirchen sieht er sich auf einem guten Weg und will die vorderen Plätze der Kreisliga B attackieren, wenn der Lockdown vorüber ist. Die bisherige Spielzeit ließ – gerade zu Beginn – deutlich Luft nach oben.

„Ich denke, dass einige nicht mit 100 Prozent Einsatz an die Saison rangegangen sind“, so Brinkmann über die sportliche Lage beim Tabellenneunten. „Es gab Rückschläge und wir haben gemerkt, dass wir mehr Leistung abrufen müssen. Das war ein Weckruf für uns. Da freut es mich, dass wir es geschafft haben, uns zu verbessern.“

Auch deswegen verliert Henrik Brinkmann angesichts des derzeitigen Rückstands nicht den Mut: „Ich bin optimistisch, dass nach vorne noch einiges möglich ist. Wenn wir unsere Leistung abrufen, glaube ich, dass wir noch ganz vorne mitmischen können.“

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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