Jubel beim FC Nordkirchen? Der Verein erhält durch die Corona-Schutzverordnung neue Möglichkeiten. © Nico Ebmeier
Fußball

Kontaktloses Training erlaubt, aber „darauf haben die Spieler keine Lust“

Der aktuelle Inzidenzwert im Kreis Coesfeld erlaubt kontaktfreies Training mit bis zu 20 Erwachsenen. Eine gute Nachricht zwar, für die Teams aber nicht gleichbedeutend mit der Rückkehr auf den Platz.

Die neue Corona-Schutzverordnung für das Land Nordrhein-Westfalen bietet einige neue Freiheiten, besonders im Sport: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil (also fünf Werktage in Folge) bei einem Wert zwischen 50 und 100, ist das kontaktlose Training unter freiem Himmel wieder für 20 Erwachsene erlaubt. Das ist im Kreis Coesfeld der Fall – aktuell (Stand 17.05.2021) weist der Kreis mit 44,0 sogar erstmalig seit langem einen Wert von unter 50 auf. Das Angebot zur Rückkehr auf den Fußballplatz wollen aber nicht alle Vereine sofort annehmen.

Eines vorneweg: Die sinkenden Infektionszahlen, die Berücksichtigung des Sports in der neuen Schutzverordnung und die Aussicht auf Mannschaftstraining – das alles macht Hoffnung, da sind sich die Fußballtrainer der heimischen Vereine einig. Zumindest das kontaktfreie Training erachten sie aber nicht zwingend als sinnvoll.

„Wir wollen schon mit Kontakt das Training aufnehmen“, sagt beispielsweise Mario Plechaty, der Trainer des Bezirksligisten FC Nordkirchen, denn: „Die Jungs haben keine Lust, den Ball neunzig Minuten hin- und herzupassen. Die wollen Zweikämpfe, Intensität und diesen Wettbewerb. Kontaktlos – darauf haben die Spieler keine Lust.“

„Total happy, wenn wir im Juni auf dem Platz stehen könnten“

Deshalb wird der FCN auch nicht umgehend mit dem Training starten, sondern vielmehr darauf warten, dass auch der Inzidenzwert von unter 50 stabil bleibt. Dann wäre der Sport unter freiem Himmel wieder frei von Beschränkungen ausübbar – auch mit Körperkontakt. „Das wäre natürlich super, wenn das Anfang Juni schon klappen würde“, sagt Plechaty.

Eine Aussicht, die auch Patrick Linnemann freut. „Das wäre überragend, wenn wir kontaktlos trainieren könnten. Ich wäre total happy, wenn wir im Juni wieder auf dem Platz stehen könnten“, sagt der neue Coach des SuS Olfen.

Anders als Plechaty und Nordkirchen will Linnemann aber auch ohne Kontakt trainieren. „Der Hauptvorstand stellt gerade ein Hygienekonzept auf und sobald das steht und abgesegnet wurde, haben wir schon Interesse, den Ball wieder rollen zu lassen“, so der 40-Jährige.

Dann würde auch der ganze Prozess des Kennenlernens schneller fortschreiten – denn nicht nur Linnemann als Trainer ist neu. „Da sind viele Jungs, die letzte Saison nicht gespielt haben oder aus der A-Jugend kommen. Das würde die ganze Sache beschleunigen“, sagt Linnemann.

Überraschend kommt die ganze Entwicklung für den Olfener Trainer indes nicht: „Ich habe schon vor sechs Wochen gesagt, dass der Vorbereitungsstart Ende Juni Bestand haben wird. Deshalb haben wir bereits elf Testspiele geplant und terminiert.“ Dass die Zeit bis dahin nun voraussichtlich mit weiteren Trainingseinheiten überbrückt werden kann, sei umso besser.

Auch Plechaty kann die Rückkehr auf den Fußballplatz kaum erwarten: „Je früher es losgeht, desto besser.“ Die Nordkirchener würden dann bis zum offiziellen Start der Vorbereitung zwischendurch immer mal wieder trainieren – allerdings nur mit Körperkontakt.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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