Ein Spieler von Reinhard Behlert wurde kurzerhand zum Unparteiischen. © Jura Weitzel
Fußball

Kuriosum beim SC Capelle: Plötzlich muss ein Spieler an die Schiedsrichter-Pfeife

Es sind diese Geschichten, die eben nur der Kreisliga-Fußball schreibt. Beim Spiel zwischen dem SC Capelle und GS Cappenberg II musste ein Spieler die Partie anpfeifen.

Dass Fußballspieler besonders gerne den Schiedsrichter kritisieren, ist sowohl in der Kreis- als auch in der Bundesliga bekannt. Auch deshalb freuen sich Trainer häufig, wenn ihre Kicker beispielsweise einen Schiri-Schein belegen, um auch mal die andere Seite kennenzulernen. Beim SC Capelle wurde am Sonntag ein Spieler unfreiwillig zum Unparteiischen.

„Wir haben keine Ahnung, wieso der Schiedsrichter nicht zum Platz kam. Das ist aber leider in der Kreisliga immer wieder normal so – gerade bei Testspielen“, erzählt Toralf Streppel die Gründe für seine ganz besondere Premiere. Denn dadurch, dass der Unparteiische Leo Steinert am Sonntag eben nicht an der Gorfeldstraße erschien und das Testspiel gegen die zweite Mannschaft von GS Cappenberg anpfeifen konnte, waren die Teams auf der Suche nach einem Spielleiter.

Toralf Streppel musste am Sonntag plötzlich an die Schiedsrichter-Pfeife.
Toralf Streppel musste am Sonntag plötzlich an die Schiedsrichter-Pfeife. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

„Ich stand wegen meiner Verletzung am Rand und wollte eigentlich zur zugucken, aber dann hat mich Reinhard (Behlert, Trainer des SC Capelle, Anm. d. Red.) gefragt und schon war ich Schiedsrichter“, so Streppel, der die Schiedsrichterei zumindest ein bisschen kennt. Schließlich war sein Großvater langjähriger Unparteiischer auf den Fußballplätzen. „Ich habe mir das häufiger angeschaut und konnte so zumindest ein bisschen was lernen.“

Wirklich etwas gebracht hat diese Erfahrung bei Streppels Feuertaufe aber nicht. „Das war schon krass. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, Schiedsrichter zu sein. Man muss aber dazu auch sagen, dass mir die beiden Mannschaften ziemlich viel geholfen haben. Im Großen und Ganzen war es also gut, aber ich hoffe, dass sich das nie wiederholen wird“, sagt der 24-Jährige, der einen Schiri-Schein spätestens nach dem vergangenen Sonntag komplett ausschließt.

Toralf Streppels Versprechen an Reinhard Behlert

Trotzdem wird diese Erfahrung den Capeller durchaus auch in der nächsten Zeit weiter prägen: „Ich habe mir nun fest vorgenommen, den Schiedsrichter weniger zu kritisieren. Das habe ich Reinhard direkt nach dem Spiel versprochen. Es ist wirklich ein schwieriger Job und da passieren Fehler dann halt doch mal ganz schnell.“ Vorher muss Toralf Streppel allerdings noch etwas warten, denn sein Knie lässt noch keinen Kreisliga-Fußball zu.

„Ich habe mich zum Beginn der Vorbereitung verletzt. Da kam mein Knie nach der langen Pause mit der Belastung nicht zurecht und dann habe ich meine Bänder überdehnt. In maximal einem Monat bin ich dann aber wieder fit“, hofft der Capeller zumindest und glaubt dann auch, dass mit der Mannschaft durchaus viel in dieser Saison möglich ist.

„Wir freuen uns alle extrem, dass es wieder losgeht. Auch, wenn man gemerkt hat, dass gegen Cappenberg noch vieles eingerostet war und nicht funktioniert hat. Wir haben aber auf jeden Fall das Potenzial in der Liga oben mitzuspielen.“ Bisher war dabei 1:3 gegen die GSC-Zweite das einzige Testspiel der Behlert-Truppe.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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