Der Capeller Stefan Wittkamp musste verletzt ausgewechselt werden. Über die Spielweise im Derby zwischen dem FC Nordkirchen II und dem SC Capelle gibt es unterschiedliche Auffassungen. © Nico Ebmeier
Fußball

Nordkirchener Gemeindederby hat ein Nachspiel: „Gangart, die deutlich übers Faire hinausgeht“

Im Gemeinderby zwischen dem FC Nordkirchen II und dem SC Capelle war viel Feuer drin. Nach dem Lokalduell gehen die Meinungen über die Fairness im Spiel auseinander. Zudem im Fokus: der Referee.

Derbys leben von Emotionen, intensiven Duellen und maximalem Einsatz. Alles drei war beim Gemeindeduell zwischen der Reserve des FC Nordkirchen und dem SC Capelle in der Fußball-Kreisliga B am Wochenende der Fall, das der FCN mit 2:0 für sich entschied. Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass der Bogen in einem hitzigen Spiel überspannt wird. Ob das im Nordkirchener Derby der Fall war, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

Reinhard Behlert beklagte eine zu harte Spielweise.
Reinhard Behlert beklagte eine zu harte Spielweise. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

„Das Spiel ist eine Frechheit. Das geht nicht“, echauffierte sich Reinhard Behlert, Trainer des SC Capelle, nach dem Spiel. Was dem SCC-Coach bitter aufstieß, war die seiner Meinung nach unsportliche Spielweise der Gastgeber. „Nordkirchen hat eine Gangart angelegt, die scheiße war und die deutlich über das Faire hinaus geht. Es gab nicht eine Situation, in der wir uns durchgesetzt haben und nicht nachgetreten wurde.“

Ein normales Derby für den FC Nordkirchen

Sein Gegenüber vom FC Nordkirchen II, Spielertrainer Tobias Temmann, hat eine andere Meinung dazu: „Es war ein Derby. Vielleicht gab es mal einen nickligen oder härteren Zweikampf, aber das ist einem Derby normal. Ich sehe es nicht so, dass es ein unfaires Spiel war.“

Behlert hingegen ärgerte es, dass der Schiedsrichter nicht eingriff und warf dem Unparteiischen eine schwache Leistung vor. „Es gibt eine ganz klare Notbremse. Der Spieler ist weg und wird einfach richtig weggeknallt. Da muss es Rot geben, aber der Schiedsrichter holt noch nicht einmal eine Karte raus.“

Tobias Temmann sprach von normaler Derbyhärte.
Tobias Temmann sprach von normaler Derbyhärte. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

Gleichzeitig habe der Referee keine einheitliche Linie gefahren. Den Platzverweis gegen Capelle beschreibt Behlert so: „Es gibt bei uns am 16er ein Gerangel. Beide Spieler fallen, die Rote Karte kann man geben.“

Allerdings ärgerte sich der Capeller Trainer über die anschließende Referee-Leistung („Den Schiedsrichter muss man aus dem Verkehr ziehen.“) – allerdings gab der SCC-Trainer auch Nordkirchen eine Mitschuld daran und führte ein Beispiel an: „Diese Dynamik, die hier beim 2:0 war, ist höchst unfair. Für mich ist das ein dickes Minuszeichen Richtung Nordkirchen.“

Zudem vergrößerte sich die Zahl der Spieler, die dem SC Capelle beim nächsten Spiel nicht zur Verfügung stehen werden. „Ich hatte schon Spieler aus der Alten Herren dabei und nächste Woche haben wir vier Spieler weniger“, monierte Behlert die drei Verletzten und die Sperre, die wegen der Roten Karte folgen wird, und schob nach: „Das macht so keinen Spaß.“ Temmann erkannte immerhin „unglückliche Entscheidungen vom Schiedsrichter“.

Trainer bewerten die Leistungen unterschiedlich

Unterschiedlicher Meinung waren beide Trainer aber in der Bewertung über den Spielausgang. „Ich kann nicht sagen, dass Nordkirchen die bessere Mannschaft war“, meinte Behlert. „Nach dem Platzverweis gegen uns hatten wir mehrere Chancen.“

Temmann gab zwar zu, dass die Gäste im ersten Durchgang das bessere Team waren und „wir zwei, drei Tore hätten hinten liegen können, aber aufgrund der zweiten Halbzeit war das Ergebnis verdient.“ Der Streit und unterschiedliche Sichtweise auf ein hitziges Spiel – auch davon leben letztendlich Derbys.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel
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