Der Südkirchener Pascal Formann hat eine ganz besondere Saison beim VfL Wolfsburg hinter sich. © regios24
Fußball

Pascal Formann schaut auf Saison des VfL Wolfsburg zurück und träumt nun vom Bernabeu

Der Südkirchener Torwarttrainer Pascal Formann hat mit dem VfL Wolfsburg eine überragende Spielzeit hingelegt. In der nächsten Saison darf er sich nun Champions-League-Teilnehmer nennen.

Es war für alle Beteiligten eine ganz besondere Bundesliga-Saison. Für Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche. Mittendrin war auch der Südkirchener Pascal Formann. Der Torwarttrainer des VfL Wolfsburg sprach mit RN-Mitarbeiter Nico Ebmeier über eine sehr spezielle Spielzeit, die Europameisterschaft und die Champions League in der nächsten Saison.

Pascal Formann, es war ein extrem ungewöhnliches Jahr für Sie und den ganzen Verein. Wie schauen Sie auf diese Corona-Saison zurück?

Ja, es war schon alles ziemlich verrückt, alles war anders. Aber dennoch haben wir das, glaube ich, sehr gut hinbekommen.

Inwiefern hat sich Ihr typischer Arbeits-Alltag denn in dieser Zeit verändert?

Letztendlich konnten wir als Fußballer ja in der Saison ganz normal arbeiten. Abgesehen davon, dass wir uns natürlich jeden Tag testen lassen mussten. Im privaten Bereich war das da schon anders. Da waren wir wie alle anderen auch einen Tick eingeschränkter als sonst. Am Ende war das aber auch der Preis dafür, dass wir unseren Job weitermachen durften und dann ist das auch in Ordnung.

Gerade das wurde ja in der Öffentlichkeit aber oft kritisiert. Es wurde dann häufiger gefragt, wieso ausgerechnet die Fußballer spielen dürfen und die anderen Zuhause bleiben mussten. Wie wurde das bei Ihnen aufgenommen?

Es war eigentlich klar, dass diese Fragen dann gestellt werden. Aber die Leute mussten halt verstehen, dass es unser Job ist, zu spielen oder eben wie ich zu trainieren. Es ist ein großer Wirtschaftszweig von dem sehr viel abhängt. Aber natürlich hat man es dann schon gemerkt, dass wir eben noch etwas mehr im Fokus der Öffentlichkeit standen und es war noch wichtiger, wie jetzt die eigene Außendarstellung ist.

Lassen Sie uns zurück zum Sportlichen kommen und da hat Ihr Schützling Koen Casteels große Ausrufezeichen gesetzt. Ist es für einen Torwarttrainer ein großer Lohn, wenn der eigene Spieler so eine überragende Saison spielt?

Absolut, natürlich bin ich da richtig stolz, wenn der eigene Junge so stark abliefert. Ich finde sogar, dass Koen Casteels noch besser gespielt hat, als die Öffentlichkeit es wahrnimmt. Für mich ist er nach Manuel Neuer und zusammen mit Peter Gulasci der zweitbeste Torhüter der Liga. Er steht nur eben nicht so im Rampenlicht, weil er wegen seiner großen Spielintelligenz gar nicht diese Highlight-Paraden braucht.

Nun ist Casteels wegen einer Operation nicht für Belgien bei der EM, Ihr zweiter Torwart Pavao Pervan hat es aber trotzdem geschafft, von Österreich nominiert zu werden. Schauen Sie sich die Europameisterschaft da noch genauer an?

Klar, das ist dann sogar ein noch größeres Lob für die eigene Arbeit, wenn auch der zweite Torwart für die Nationalmannschaft nominiert wird. Aus meiner Sicht müsste er von der Qualität her sogar in der Startelf bei Österreich stehen. Genauso habe ich mich aber auch gefreut, als zum Beispiel Ridle Baku mit der deutschen U21 den Titel geholt hat oder als Sonntagabend Wout Weghorst für die Niederländer getroffen hat.

Und wie verfolgen Sie, abgesehen von Ihren Spielern, sonst die EM?

Es tut dann auch einfach mal gut, nur Fußball-Fan zu sein und deshalb gucke ich so viele Spiele wie es geht. Natürlich ist man dann hier und da mal mit einem Auge mehr auf den Wolfsburgern oder auf den Torhütern, aber ich genieße diese Zeit extrem. Am Sonntag habe ich mir da auch alle drei Spiele in voller Länge angeschaut und wenn ich dann doch mal etwas Privates vorhabe, dann gucke ich schnellstmöglich alle Highlights.

Ein echtes Highlight steht für Sie und den VfL dann nun auch im nächsten Jahr an. Zum ersten Mal spielen beziehungsweise trainieren Sie in der Champions League. Sind Sie schon aufgeregt?

Es freut uns einfach alle so sehr, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Die vergangene Saison lief schon nahezu perfekt. Einerseits haben Mannschaften wie zum Beispiel Mönchengladbach nicht das gespielt, was sie eigentlich konnten. Andererseits haben wir wirklich viele gute Spiele gemacht und uns diesen vierten Platz komplett verdient. Jetzt freuen wir uns auf die ganz große Bühne am Dienstag- oder Mittwochabend.

Haben Sie da dann einen Wunschgegner?

Da wir ja generell davon ausgehen müssen, dass wir aus den vorderen Lostöpfen mindestens einen, aber wahrscheinlich sogar zwei richtige Kracher zugelost bekommen, fängt man schon an darüber nachzudenken. Ich würde da gerne ins Santiago Bernabeu nach Madrid oder ins Camp Nou nach Barcelona. Gerade wenn wieder Fans in die Stadien dürfen. Aber auch sonst gibt es viele Spiele, die eine ganz besondere Brisanz bieten. Liverpool oder auch Glasgow. Aktuell freue ich mich einfach darauf, egal wer nachher auf der anderen Seite steht.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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