Mario Lohmann (l.), sitzend neben Reinhard Behlert, mit einem Teil der Mitglieder des Schalke-Fanklubs Blau-Weiße-Fans Capelle. © Mario Lohmann
Fußball

Trotz Geisterspiel: Namen eines Schalke-Fanklubs aus Capelle waren beim Derby in der Kurve

„Fett für ein kleines Dorf“: Mario Lohmann freut sich über die Unterstützung aus Capelle für Schalke 04 beim Derby gegen den BVB. Das Spiel, neben einigen anderen Dingen, bereitete weniger Freude.

Null und Vier: Zwei Zahlen, die tief mit dem FC Schalke 04 verbunden sind. Doch in Bezug auf das Revier-Derby gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Samstag (20. Februar) wecken diese Zahlen keine positiven Erinnerungen bei den Schalke-Anhängern. Für Mario Lohmann vom Fanclub Blau-Weiße-Fans Capelle kam die 0:4-Niederlage aber nicht überraschend.

„Ich habe das realistisch eingeschätzt und hatte gedämpfte Erwartungen“, sagt Lohmann, der bis 2019 Sportlicher Leiter beim SC Capelle war, seit 30 Jahren eine Schalke-Dauerkarte hat und seit der Gründung 1997 im Vorstand des Capeller S04-Fanklubs ist.

Mario Lohmann (r.) mit dem Schalker Spieler Sead Kolasinac.
Mario Lohmann (r.) mit dem Schalker Spieler Sead Kolasinac. © Mario Lohmann © Mario Lohmann

Lohmann habe das Aufbäumen der Spieler nach der Halbzeit zwar etwas Hoffnung gegeben, aber Suat Serdars Schuss sei eben nur gegen den Pfosten gegangen. Sinnbildlich für die aktuelle Situation wäre die Aktion von Benjamin Stambouli gewesen, den Lohmann zwar persönlich möge, aber über dessen Fehler vor dem 0:2 er sagt: „Sowas kann ich mir jobmäßig nicht leisten.“

Nach dem Spiel, das Lohmann alleine geschaut habe, hatte er Kontakt mit Reinhard Behlert. Der Trainer des SC Capelle ist mit ihm im Vorstandsteam des Fanklubs. Das befindet sich aber auf Verjüngungskurs, da Lohmann etwas kürzertreten wolle.

50 bis 60 Capeller Schalke-Fans nahmen an der Aktion teil

Zu denen, die laut Lohmann in die Vorstandsarbeit hineinwachsen sollen, gehören neben Christoph Berlemann, der in der Zweiten des SC Capelle spielt, die Brüder Nils und Moritz Ringelkamp sowie die Kassiererin Julia Penzenstadler.

Obwohl keines der 94 Fanklub-Mitglieder beim Derby in der Veltins-Arena sein konnte, hätten auf 50 bis 60 der 7.000 T-Shirts, die bei einer Aktion auf den Sitzplätzen verteilt wurden, Namen von Capellern gestanden. „Das ist fett für ein kleines Dorf wie Capelle“, freut sich Lohmann.

Weniger fröhlich ist der 49-Jährige mit Blick auf die Schalker Klassenerhalts-Chancen. „Der Satz ist von unserem Trainer verbrannt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich wenig Hoffnung. Dazu kommt, dass das Vertrauen in die Mannschaft fehlt. Nach vorne sind sie zu harmlos. Dabei ist die Qualität nicht schlechter als die der Teams auf den Plätzen 11 bis 17.“

Da die direkten Konkurrenten aber im Gegensatz zu Schalke Punkte sammeln, blickt Lohmann schon auf die neue Saison – wahrscheinlich in Liga zwei. „Ich werde auch nächstes Jahr Schalke gucken. Ich war auch schon in der zweiten Liga in Meppen oder Schweinfurt. Schalke muss sich finanziell und personell ordnen. Vielleicht nicht im ersten Jahr, aber danach können sie wieder aufsteigen.“

Deutlich mehr Freude bereitet ihm aktuell der SC Capelle, von dem er Sportlicher Leiter war. „Das ist mein Heimatverein. Ich bin nicht im Bösen gegangen, aber bin einfach viel unterwegs. Wenn es geht, bin ich immer da. Ich glaube an das Potenzial.“

Dass sie mit den Top-Teams mithalten könnten, hätten sie beim 3:0-Sieg gegen Tabellenführer VfL Senden II gezeigt. Um aufzusteigen, müsse es aber schon sehr, sehr gut laufen.

„Ihre Entwicklung ist gut. Sie haben eine klare Linie und eine junge Mannschaft“, so Lohmann. Vielleicht könnte sich Schalke in der Hinsicht etwas bei Capelle abschauen.

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Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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