Florian Fricke ist froh, dass er immer noch Fußball spielen kann. © Nico Ebmeier
Fußball

Wie Florian Fricke zum FC Nordkirchen wechselte – und fast nicht mehr spielen konnte

Als der Oberliga-erfahrene Florian Fricke vor fünf Jahren zum FC Nordkirchen wechselt, reiben sich viele verwundert die Augen. Zu dem Zeitpunkt ist völlig unklar, ob er seine Karriere fortsetzen kann.

Fünf Jahre ist Florian Fricke nun schon eine wichtige Stütze in der Mannschaft des FC Nordkirchen. Er ist Abwehrchef, Kapitän und beim Fußball-Bezirksligisten einfach nicht mehr wegzudenken. Dabei war zum Zeitpunkt seines Wechsels im Frühjahr 2016 völlig unklar, wie lange sein Körper durchhalten würde.

Schuld daran war eine schwere Verletzung, die er sich in seiner Zeit beim SC Hassel zuzog. Mit einem Bandscheibenvorfall fiel Fricke über ein Jahr aus. Sein Arzt riet ihm sogar darüber nachzudenken, mit dem Fußballspielen aufzuhören. „Das war natürlich eine Schockdiagnose. So was lässt einen nicht kalt. Fußball war immer ein Riesenteil in meinem Leben“, sagt Fricke. Seine Freundin und seine Familie hätten ihn in der schwierigen Zeit immer unterstützt. „Ich habe dann gesagt, dass ich es nochmal mit dem Fußball spielen probiere.“

Einige Ligen tiefer, der Spaß bleibt der gleiche

Also wechselte er von Hassel für ein halbes Jahr nach Haltern in die Landesliga. „Fußballspielen ging eigentlich erstaunlich gut“, erinnert sich Fricke. Jedoch hatte er nach der langen Pause natürlich mit Fitnessproblemen zu kämpfen. Im Frühjahr 2016 kam dann der Anruf aus Nordkirchen. Fricke sagte zu, immer mit dem Gedanken, dass er bei einem Rückfall seine Fußballschuhe an den Nagel hängen würde. „Damals gab es gerade den ersten großen Umbruch und mit Trainer Peter Wongrowitz war ein hochklassiger Trainer da. Auch das Umfeld hat mich einfach überzeugt“, sagt Fricke.

Wenige Jahre vorher wurde Fricke noch mit der Spielvereinigung Erkenschwick Meister in der Oberliga Westfalen. In Nordkirchen spielte er dann in der Bezirksliga und stieg in seinem ersten Jahr beinahe in die Kreisliga A ab. Doch das machte Fricke nichts aus. Er war froh, dass er wieder spielen konnte. „Ich dachte, wenn ich etwas tiefer spiele, wird der Aufwand auch weniger. Aber das war ein Trugschluss. In den Trainingseinheiten wird richtig gebissen. Da ist es stellenweise egal, ob man Oberliga spielt oder Bezirksliga“, sagt der Abwehrchef.

Fricke denkt noch lange nicht ans aufhören

Das liegt auch an den Ansprüchen, die Fricke an sich selbst hat. „Ich war schon immer der Typ, der im Training eher 110 Prozent gegeben hat und das konnte ich auch nach der Verletzung nicht ablegen“, sagt Fricke. „Wenn ich nur noch Halbgas geben könnte, dann würde ich aufhören.“ Wenn die Belastung sehr hoch wird, spüre er seinen Rücken auch. Noch überwiege aber der Spaß am Fußball. „Ich freue mich einfach, dass das schon so lange klappt und hoffe, dass es noch ein paar Jahre so bleibt.“

Mittlerweile ist Fricke 31 Jahre alt und doch hat er noch ehrgeizige Ziele. „Mit Nordkirchen in die Landesliga aufzusteigen, wäre eine Riesengeschichte.“ In den letzten Jahren hat er mit Nordkirchen den Aufstieg in die Landesliga mehrmals knapp verpasst. Fricke weiß, wie sehr sich die Spieler, der Verein und das ganze Dorf freuen würden. „Ich könnte mir vorstellen, dass dann auch Jahre später noch darüber gesprochen wird. Da möchte ich ein Teil von sein“, sagt Fricke. Einen nächsten Versuch, um dieses Ziel zu erreichen, will der Routinier ab dem Sommer starten.

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