Fussball

Mit Test oder ohne? Corona-Auflagen sorgen für Verwirrung

Endlich wieder Fußball und das fast überall: Am Wochenende finden rund 30 Testspiele im Kreis statt. Doch die Corona-Schutzverordnung stellt den Vereinen ein paar echte Hürden in den Weg.
Die Testspiel-Saison startet: Die Verein sollten gerüstet sein. Ob Zuschauer einen negativen Test benötigen, darüber herrscht aber Uneinigkeit. © SYSTEM

Unser Reporter staunte nicht schlecht, als er sich am Donnerstag zum ersten Test des B-Kreisligisten SC Herten ansagte. Der Klub teilte mit: Zutritt zur Sportanlage auf dem Paschenberg nur mit einem aktuellen negativen Coronatest.

Und der wurde vom Sportclub auch tatsächlich kontrolliert. Bei 15 Zuschauern, die sich im strömenden Regen auf der Sportanlage einfanden. Klingt kurios, es entspricht aber offenbar den Vorgaben der neuesten Auflage der Corona-Schutzverordnung des Landes.

Kreissportbund hat eine klare Meinung

Die zu lesen – und vor allem zu verstehen: Für Ehrenamtliche in den Vereinen ist das nicht einfach, so kompliziert ist sie für Laien gebaut. Aber nicht nur für die. Mit oder ohne Test: Selbst beim Kreis Recklinghausen war am Freitag auf Nachfrage eine verbindliche Auskunft nicht zu bekommen.

Eine klare Meinung hat der Kreissportbund Recklinghausen: Geschäftsführerin Petra Völker empfiehlt, sich an die Orientierungshilfe des Landessportbunds zu halten. Die übersetzt – in Absprache mit der Landesregierung – die komplizierte Verordnung in klare Regeln. „Die Orientierungshilfe haben wir an die Stadtsportverbände im Kreis weitergeleitet“, so Völker.

Was auf den Plätzen jetzt gilt:

Für Sportveranstaltungen im Freien bedeutet dies:

1. Ohne zugewiesene Plätze sind bis zu 100 Zuschauerinnen und Zuschauer möglich. Dabei gilt: einfache Rückverfolgung (Name, Adresse, Telefonnummer), Mindestabstand und negativer Corona-Test.

2. Mit festen, zugewiesenen Plätzen sind sogar mehr als 1000 oder aber bis zu einem Drittel der Kapazität einer Sportanlage möglich. Ohne negativen Corona-Test, aber mit Mindestabstand und besonderer Rückverfolgbarkeit. Besonders meint: Die Vereine müssen ein Sitzplatzverzeichnis führen.

„Helfer stehen nicht auf Knopfdruck bereit“

Wie ein Amateurverein solche Auflagen stemmen soll, fragt sich nicht nur Claus Lanczek, Vorsitzender des FC Marl: „Unsere Helfer stehen ja nach der langen Pause nicht einfach auf Knopfdruck bereit.“ Fest steht: Wer mehr als 100 Zuschauer auf seine Anlage lassen will, der bekommt richtig Arbeit.

Zumindest wenn er in der falschen Stadt wohnt. Auf Nachfrage bei den Kommunen haben Dorsten, Marl oder Oer-Erkenschwick signalisiert, dass für sie und damit ihre Vereine die Leitlinien des LSB verbindlich sind. Das heißt: Ohne Plan dürfen nur bis zu 100 Zuschauer mit negativem Test auf die Anlage.

Keine Tests ins Recklinghausen

Recklinghausen sieht das anders: Im Freien seien aktuell ein Drittel der vorhandenen Zuschauerkapazität zugelassen, teil die Stadt mit. „Eine Rückverfolgbarkeit der Anwesenden ist nicht erforderlich. Da die Landesinzidenz stabil bei unter 35 liegt, entfällt eine Testpflicht.“

Und auch in Herten kamen offenbar über Nacht Zweifel auf, ob die Stadt die Schutzverordnung nicht etwas zu streng interpretiert hat. Nikolaos Triantafillidis, Sportlicher Leiter des SC Herten meldet sich am Freitag in der Redaktion mit einer guten Nachricht: „Die Stadt sagt, jetzt geht‘s auch ohne Test.“

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