Das „Haus Steverding“ in Stadtlohn öffnet am Denkmaltag seine Türen

mlzDenkmal in Stadtlohn

Das Haus Steverding an der Dufkampstraße öffnet am „Tag des Denkmals“ seine Türen. Interessierte sind eingeladen, sich am Sonntag, 8. September, im klassizistischen Bürgerhaus umzusehen.

Stadtlohn

, 04.09.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der „Tag des Denkmals“ steht in diesem Jahr unter dem Thema „Umbrüche in Kunst und Architektur“. Das passt zu ihrem Haus, finden Hermann Josef und Brigitte Steverding, und laden Interessierte am Sonntag, 8. September, in die Dufkampstraße 30 ein. Von 14 bis 17 Uhr sind Gäste gern gesehen.

Jetzt lesen

Das Ehepaar ist ganz gespannt, wie die Resonanz sein wird. Viele Stadtlohner werden das imposante Haus an der Dufkampstraße, genau gegenüber des Otgerushauses, kennen. 1983 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Genauer gesagt die Hülle, präzisiert Hermann Josef Steverding. Das Innere nicht, „aber wichtig ist uns, beides zu kombinieren“, sagt der Architekt, und seine Frau nickt zustimmend.

Als sie die Wohnräume im Erdgeschoss von den Eltern/Schwiegereltern übernommen haben, haben sie schon eigene Akzente gesetzt. Weg vom „Musealen“ mit vielen historischen Objekten vom Krug bis zum Teller zum Beispiel auf den Simsen der dunklen Holzvertäfelung im Kaminzimmer. „Die Räume sollen für sich wirken“, betont Hermann Josef Steverding.

Ein Blick nach oben an die Decke lohnt sich

So lassen sie zum Beispiel die aus dunkel gebeiztem Holz gearbeitete Sitzbank im Erker für sich wirken, nur einige grüne und blaue Kissen heben sich farblich gut ab. Ein Blick an die „Kölner Decke“ lohnt sich: Die Holzbalken sind von Stuck ummantelt und detailreich mit goldenen und blauen Sternen und weiteren roten Ornamenten verziert.

Das mit dunklem Holz wandgetäfelte Kaminzimmer wird von den großen Fenstern – die sind im übrigen noch original und werden nach oben geschoben – im Erker beleuchtet. Der Raum hat ein ganz eigenes Licht und eine eigene Wirkung. Der Kamin mit den original Delfter Kacheln tut sein übriges dazu.

Das „Haus Steverding“ in Stadtlohn öffnet am Denkmaltag seine Türen

Das Haus Steverding an der Dufkampstraße 30 in Stadtlohn. 1983 wurde es als klassizistisches Bürgerhaus unter Denkmalschutz gestellt. © privat

Am Sonntag werden die Steverdings den Besuchern den Eingang, das Kaminzimmer, das Esszimmer und die Küche zeigen. „Nicht alle Räume, wir wohnen hier ja auch noch“, sagt Brigitte Steverding schmunzelnd.

Aber die beiden haben sich bewusst entschieden, ihr Haus zu öffnen: „Wenn man in einem Denkmal lebt, muss man andere Menschen teilhaben lassen“, bringt Brigitte Steverding es auf den Punkt. So fasst sie das „öffentliche Interesse“ auf, das eine Rolle spielt, wenn ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird.

Wahrscheinlich wurde das Haus am „Duvkamp“ 1820/21 erbaut

1983 war es beim „Haus Steverding“ der Fall. Brigitte Steverding recherchiert gerade zur Geschichte des Hauses, im Archiv der Stadt Stadtlohn, im Landesarchiv und beim Kreis Borken. Laut Denkmalliste ist es 1820/21 erbaut worden, der ursprüngliche Eigentümer hieß wahrscheinlich Engelbert Beckhaus, dem seinerzeit die Parzelle am „Duvkamp“ gehörte. Ein ehemaliger Bürgermeister war er wohl nicht, „aber irgendein besonderes Amt wird er hier in Stadtlohn gehabt haben“, ist sich Brigitte Steverding sicher.

Neben dem Haus Hakenfort sei das Haus Steverding das wichtigste profane, also nicht-kirchliche Gebäude in Stadtlohn, heißt es in der Beschreibung der Denkmalliste. Das zweigeschossige, klassizistische Bürgerhaus „in der Art eines Herrenhauses“ hat eine deutliche niederländische Anmutung. Die Fassade besteht aus rotem Klinker, die Fenster sind mit Sandstein eingefasst.

Imposante Haustür mit Sonnenrelief

Die imposante Haustür trägt ein Sonnenrelief über dem Türsturz. Ein Detail, das darauf schließen lässt, dass der Erbauer durchaus wohlhabend war. Um 1850 herum erwarb die Textilfabrikantenfamilie Hecking das Haus samt Grundstück. Bevor die Familie Steverding 1972 an der Dufkampstraße 30 heimisch wurde, nutze die Senioreneinrichtung „Haus an der Berkel“ das Gebäude für etwa zehn Jahre.

Ein Haus mit viele Geschichte, über die das Ehepaar Steverding gern noch mehr erfahren würde. Da ist zum Einen die Recherche in den Archiven. Aber: „Vieles ist auch mündlich überliefert, und wir hoffen, dass die älteren Stadtlohner uns noch etwas über das Haus erzählen können“, sagt Hermann Josef Steverding. Auch wenn der eine oder andere noch alte Fotos von dem Haus hat, würde sich die Familie Steverding freuen, diese leihweise zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Brigitte und Hermann Josef Steverding würden am Sonntag ihre Gäste gerne in kleinen Gruppen durch die Räumlichkeiten begleiten. Je nachdem, wie groß der Ansturm sei, müsse vielleicht mit etwas Wartezeit gerechnet werden, blicken sie voraus. Von 14 bis 17 Uhr ist das Haus geöffnet.

Lesen Sie jetzt