100 Jahre Elektro Harmeling: von der Steckdose bis zum Datennetzwerk

mlz100 Jahre Elektro Harmeling

Seit 100 Jahren gibt es das Unternehmen Elektro Harmeling, gegründet 1920 von Heinrich Schlottbohm an der Mühlenstraße. 1980 zog das Unternehmen als Elektro Harmeling an den Südring.

Stadtlohn

, 16.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 100 Jahre altes Handwerksunternehmen, immer familiengeführt: Das Jubiläum von Elektro Harmeling in Stadtlohn ist schon etwas Besonderes. Damals wie heute hat die Firma mit dem modernen Leben und Arbeiten zu tun: Vor 100 Jahren ging es um Steckdosen und Licht, heute auch um schnelle Datennetzwerke.

1920 gründete Heinrich Schlottbohm das Unternehmen, ein Vielfachkönner im Handwerk. Er war Elektromeister, hatte aber auch Meisterbriefe für Gas/Wasser- und Radio-/Fernsehtechnik.

Von der Steckdose bis zum Datennetzwerk

Der Unternehmensgründer war ein Pionier der Elektrotechnik. Wo er sein Handwerk erlernt hat, ist nicht bekannt. „Leider“, sagt Tobias Harmeling. Im Stadtlohner Archiv sei viel über Heinrich Schlottbohms Vereinsaktivitäten zu finden, aber nichts über seine berufliche Tätigkeit. Tobias Harmeling ist der Sohn von Hubert Harmeling, der 1975 das ehemalige Unternehmen von seinem einstigen Lehrmeister Heinrich Schlottbohm übernommen hatte. Seinerzeit war das Geschäft noch mitten in Stadtlohn, in der Mühlenstraße.

1970 hatte Heinrich Schlottbohm das Geschäft an Hubert Klasen übergeben, der wiederum zog sich fünf Jahre später später zurück und gab den Staffelstab an Hubert und Hildegard Harmeling weiter.

Jetzt lesen

„Das war eine schwierige Zeit, die Arbeitslosenzahlen waren hoch, und viele haben mit dem Kopf geschüttelt“, blickt Hildegard Harmeling beim Gespräch mit der Redaktion zurück. Aber der Elektromeister und die Bürokauffrau gingen voll Elan an die Sache, übernahmen einen Gesellen und zwei Azubis, entschieden sich, die Radio- und Fernsehsparte aufzugeben und sich auf Elektroinstallationen in Neubauten zu spezialisieren.

1980 am Südring Unternehmen und Wohnhaus neu gebaut

Mit soviel Erfolg, dass es schnell zu eng wurde an der Mühlenstraße. 1980 wurde das neu und mit angegliedertem Wohnhaus am Südring gebaute Unternehmensgebäude in Betrieb genommen. 100 Jahre Unternehmen und 40 Jahre Standort Südring können also 2020 gefeiert werden.

Tobias, Hildegard und Jane Harmeling leiten das Familienunternehmen im 100. Jahr des Bestehens. Elektromeister Heinrich Schlottbohm gründete 1920 das Stadtlohner Unternehmen, das Hubert Harmeling im Jahr 1975 übernahm.

Tobias, Hildegard und Jane Harmeling leiten das Familienunternehmen im 100. Jahr des Bestehens. Elektromeister Heinrich Schlottbohm gründete 1920 das Stadtlohner Unternehmen, das Hubert Harmeling im Jahr 1975 übernahm. © Anne Winter-Weckenbrock

Die Familie Harmeling führte das fort, was Unternehmensgründer Heinrich Schlottbohm schon immer beachtet hatte: Auf dem neuesten technischen Stand zu sein. Was vor 100 Jahren damit anfing, Unternehmen mit Elektrizität zu versorgen und in vereinzelten Privathäusern Steckdosen und Lampen zu installieren, besteht heute vor allem auch darin, Unternehmen, Verwaltungen und Privathäuser ans schnelle Netz zu bringen. Die Glasfaser-Anbieter liefern den Anschluss ans Haus, um alles weitere kümmern sich die Mitarbeiter von Harmeling.

Schwerpunkt ist die Datennetzwerktechnik

„Unser Schwerpunkt ist die Datennetzwerktechnik“, beschreibt Tobias Harmeling, der praktisch im Unternehmen groß geworden ist. Und nach wie vor ist es ein Familienunternehmen: Seine Frau Jane hat vor Jahren die Buchhaltung von Hildegard Harmeling übernommen. Und die Seniorchefin kümmert sich jetzt lieber um die Enkelkinder statt um die immer mehr von Computern beherrschte Buchhaltung.

Sie erlebt mit, wie sich das Unternehmen immer weiter fortentwickelt. Mit einem R4 als Geschäftswagen, einem Fahrrad und einem Handkarren fing es 1975 für sie und ihren 2018 verstorbenen Mann an. Heute gehört ein Dienstfahrrad zum Fuhrpark für die 20 Mitarbeiter, und das erste Firmenfahrzeug wird bald auf E-Mobilität umgestellt. Nicht von ungefähr: Auch das Bauen von Elektro-Ladestationen steht immer häufiger in den trotz Corona gut gefüllten Auftragsbüchern.

Die Herausforderungen der Zeit anzunehmen, neue Geschäftsfelder entdecken, sich spezialisieren und den Mitarbeitern Fortbildungsmöglichkeiten zu bieten – die Tradition von Hubert Harmeling führt seine Familie weiter. Die meisten der Mitarbeiter sind seit der Ausbildung dabei. Und arbeiten eigenverantwortlich: „Die Monteure haben freie Hand bei der Arbeitsorganisation“, betont Tobias Harmeling. Das kommt auch bei den Kunden an, die sich oft den selben Mitarbeiter wieder vor Ort wünschen. Auch das macht das Familienunternehmen im 100. Jahr des Bestehens aus.

Lesen Sie jetzt