13 Anklagen und am Ende ein mildes Urteil für 33-jährigen Stadtlohner

mlzHausfriedensbruch

Das Antoniusheim in Vreden war immer wieder das Ziel eines Stadtlohners, aber auch in Ahaus fiel der Mann auf. Elf Mal beging er Hausfriedensbruch, hinzu kommen Diebstahl und Sachbeschädigung.

Stadtlohn/Vreden

, 17.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drogen und Alkohol begleiten schon lange das Leben des 33-Jährigen, der heute in einer sozialpflegerisch- und therapeutischen Einrichtung in Stadtlohn lebt. Die Taten beging er im Juli und August 2019. Damals war er obdachlos und meist auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht.

Beispielsweise stieg er mit einer Leiter auf den Balkon eines Hauses in Ahaus. Auch als er entdeckt wurde, weigerte er sich, sein dortiges Nachtquartier zu verlassen.

In Reithallen, ein Unternehmen und einen Schweinestall eingedrungen

Reithallen in Ahaus und Ellewick, das Gelände eines Sportvereins in Ahaus, die Räume eines Unternehmens in Vreden, ein Schweinestall in Ammeloe – immer wieder wurde der 33-Jährige, der sich jetzt vor dem Ahauser Amtsgericht für seine Taten verantworten musste, irgendwo angetroffen. Meist weigerte er sich, den Ort zu verlassen.

Außerdem: In einer städtischen Unterkunft in Vreden randalierte der Angeklagte und verursachte erheblichen Sachschaden. Im Antoniusheim war ihm ein Hausverbot erteilt worden. Trotzdem musste er mehrfach des Geländes verwiesen werden. Einmal schloss er sich sogar in einem Zimmer ein.

Insgesamt verlas der Staatsanwalt 13 Anklagepunkte gegen den 33-Jährigen, dem auch noch ein Fahrraddiebstahl zur Last gelegt wurde. Das Fahrrad konnte von der Polizei am Antoniusheim sichergestellt und dem Eigentümer wieder übergeben werden.

Drogen und Alkohol bestimmten das Leben des Angeklagten bisher

Der Angeklagte habe die Taten unter Einfluss von Drogen und Alkohol begangen, sprach der Anklagevertreter dem 33-Jährigen verminderte Schuldfähigkeit zu. Auch eine Schizophrenie sei ihm bescheinigt worden.

„Es ist so gelaufen“, räumte der Angeklagte die 13 angeklagten Straftaten ein. Lange brauchte das Gericht danach nicht mehr zu beraten, der Staatsanwalt sah die Anklagevorwürfe in seinem anschließenden Plädoyer als erwiesen an. Seine Strafforderung: 120 Tagessätze zu 10 Euro.

Die Anwältin des Angeklagten wies darauf hin, dass ihr Mandant sich in eine Entziehung begeben wolle und über keine finanziellen Mittel verfüge. Sie regte an, über eine Einstellung unter der Auflage, die Therapie durchzuführen, nachzudenken.

In seinem Urteil blieb der Richter dann mit 70 Tagessätzen zu je acht Euro erheblich unter dem Antrag der Anklage. Es seien „erhebliche, strafmildernde Gründe“ genannt worden, aber die Masse der Fälle lasse eine Einstellung für ihn nicht zu. Gleichwohl sah der Richter, dass der Angeklagte sich Hilfe gesucht hatte.

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