Frieda, Henrika und Frieda (v.l.) kennen sich mit dem neuen Laser-Cutter schon gut aus. © Victoria Garwer
Herta-Lebenstein-Realschule

3D-Drucker sind längst Alltag, jetzt können Realschüler auch lasern

Egal ob kompliziertes Modell oder hübscher Schlüsselanhänger: Die Schüler der Herta-Lebenstein-Realschule können einiges realisieren. Dafür haben sie jetzt eine neue Laser-Maschine.

Hier können wir jetzt die Intensität des Lasers einstellen“, sagt Frieda und gibt die Werte mit geübten Handgriffen in den Computer ein. Sie und ihre Mitschülerinnen Frieda und Henrika sind schon echte Profis an dem neuen Laser-Cutter, der im Technikraum der Herta-Lebenstein-Realschule steht.

Noch einige weitere Einstellungen, dann schließen die Schülerinnen den Deckel der Maschine und drücken den Start-Knopf. Sofort setzt sich der Laserkopf in Bewegung und ein Rauschen ertönt. „Das ist die Absaugvorrichtung“, sagt Techniklehrer Daniel Reitmeyer und zeigt auf einen dicken Schlauch, der von der Maschine durch das Fenster nach draußen führt. „Je nachdem, welches Material geschnitten wird, kann nämlich schon mal Rauch entstehen.“

„Der Technikunterricht hat an der Herta-Lebenstein-Realschule einen hohen Stellenwert“, sagt Schulleiter Stefan Wichmann. CNC-Fräsen und 3D-Drucker gehören dort längst zum Schulalltag. Die neue Laser-Schneidmaschine bringt nun weitere Vorteile mit sich. „Damit kann man fast alle Materialien verarbeiten“, sagt Daniel Reitmeyer. Egal ob Holz, Metall oder Kunststoff. Doch die Maschine kommt nicht nur den Technikschülern zugute.

Schüler entwerfen Modelle selber am Computer

„Die Schüler lernen bei uns schon früh, am Computer in 3D zu zeichnen“, sagt der Techniklehrer. Computer-Aided Design (CAD) heißt das, also computerbasiertes Design. Am PC entwerfen die Schüler Modelle und zeichnen die entsprechenden Bauteile. Mit dem Laser-Cutter oder dem 3D-Drucker können diese direkt im Anschluss produziert werden.

Der Laser kann fast alle Materialien schneiden oder gravieren.
Der Laser kann fast alle Materialien schneiden oder gravieren. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Die fertigen Modelle werden dann wiederum in anderen Fächern genutzt. Mit dem Laser-Cutter zum Beispiel haben die Schüler eine Deutschlandkarte aus Holz produziert, bei der man die einzelnen Bundesländer wie bei einem Puzzle herausnehmen kann. Dieses Modell soll bald im Erdkundeunterricht eingesetzt werden.

Mit dem Laser-Cutter haben die Schüler zum Beispiel schon Deutschlandkarten hergestellt, die im Erdkunde-Unterricht eingesetzt werden.
Mit dem Laser-Cutter haben die Schüler zum Beispiel schon Deutschlandkarten hergestellt, die im Erdkundeunterricht eingesetzt werden. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Für den naturwissenschaftlichen Unterricht haben die Technikschüler schon Modelle gebaut, mit denen man mithilfe der Sonnenstrahlen Flüssigkeiten in einem Reagenzglas erhitzen kann. „Von Schülern für Schüler“, fasst Stefan Wichmann das Prinzip zusammen.

Die Pläne für diese Modelle stellt die Herta-Lebenstein-Realschule auf einer Internetseite anderen Schulen zur Verfügung. „Diese können dort die Zeichnungen runterladen und dann mit dem eigenen 3D-Drucker oder Laser-Cutter produzieren. Einige unserer Modelle werden zum Beispiel in Russland oder in den USA genutzt“, sagt Daniel Reitmeyer.

Fördergelder haben Anschaffung erst möglich gemacht

Der Laser-Cutter hat seine Arbeit inzwischen beendet. „Wir müssen jetzt noch kurz warten, bevor wir die Klappe öffnen“, weiß Achtklässlerin Henrika. Eine Sicherheitsvorkehrung, damit eventuell heiße Luft oder Rauch noch abgesaugt werden können. Die Maschine ist zudem auch mit einem getönten Glas abgedeckt, sodass keine Sicherheitsbrillen getragen werden müssen.

Norbert Wansing, Kundenberater bei der Volksbank Stadtlohn, zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten der Maschine. „Das ist ein tolles Projekt, das wir gerne unterstützen“, sagt er. Die VR-Westmünsterland Bildungsinitiative hat 2000 Euro beigesteuert, die restlichen 1000 Euro hat der Förderverein der Realschule übernommen. „Ohne diese Hilfe wäre so etwas nicht zu bezahlen“, sagt Stefan Wichmann.

Norbert Wansing (2.vl.), Kundenbetreuer bei der Volksbank Stadtlohn, überbrachte die Spende an Techniklehrer Daniel Reitmeyer und seine Schülerinnen.
Norbert Wansing (2.v.r.), Kundenbetreuer bei der Volksbank Stadtlohn, überbrachte die Spende an Techniklehrer Daniel Reitmeyer und seine Schülerinnen. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Frieda, Henrika und Frieda öffnen jetzt die Klappe des Laser-Cutters und holen das Stück Filz heraus. Sie können nun das geplante Rechteck heraustrennen. Gut zu sehen ist der eingravierte Name. Die Achtklässlerinnen fixieren noch schnell eine Klammer und einen Schlüsselring mit ein paar gezielten Hammerschlägen und fertig ist das Namensschild als Schlüsselanhänger.

Über die Autorin
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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer