Die Adventsfenster in der Stadtlohner Innenstadt laden gestresste Weihnachtsbummler zum Verweilen ein. © Christin Lesker
Adventsfenster

Adventsfenster in der Innenstadt laden zum Innehalten ein

Maria, Josef und Co. schmücken seit einigen Tagen die leerstehenden Schaufenster der Stadtlohner Innenstadt. Sie laden zur Suche ein und lassen gestresste Bummler für einen Moment innehalten.

Die Weihnachtsgans beim Metzger bestellen, bestellte Geschenke abholen und in Geschenkpapier einpacken. In der Adventszeit kreisen die Gedanken um all das, was vor dem großen Fest noch zu erledigen ist. In der Stadtlohner Innenstadt jedoch lenken seit einigen Tagen festlich geschmückte Adventsfenster die Gedanken der Bummler weg von der Vorweihnachts-Hektik und hin zur besinnlichen Weihnacht.

Für wen machst du dich stark? Was verändert sich für dich durch Weihnachten? Wonach suchst du? Wer in diesen Tagen aufmerksam durch die Innenstadt läuft, begegnet solchen Fragen. Maria, Josef oder der Engel stellen sie. In sechs leeren Schaufenstern wurden die Krippenfiguren unter dem Motto „Advent findet Stadt“ einquartiert. Im Goldenen Rahmen, Umgeben von Lichterketten und mit Bildern und kleinen Impulsen ausgestattet.

Eine Idee kam ins Rollen

Schon im September war die Idee geboren. „Erst gab es eine grobe Idee und daraus haben sich viele weitere entwickelt“, erklärt Kaplan Jonas Hagedorn. Die Frage war: Wie können wir uns in dieser Zeit auf Weihnachten vorbereiten? Schließlich konnten viele andere Adventstraditionen in diesem Jahr nicht mit Sicherheit geplant werden.

Die erste Gedanke an einen Krippengang an Weihnachten war schnell verworfen. Zu groß das Risiko einer Menschenansammlung, fand das Ordnungsamt. Die Alternative: schon die Adventszeit nutzen, um Krippenszenen und und damit verbundene, persönliche Gedanken zu zeigen. „Was Josef oder die Hirten damals bewegt hat, bewegt mich vielleicht heute auch“, sagt Jonas Hagedorn.

Viele helfende Hände

Der Ökumeneausschuss ist sonst bekannt für Veranstaltungen wie die Messe im Autokino in diesem Jahr oder die ökumenischen Atempausen. Auch wenn die Idee für die Adventsfenster im Ausschuss entstand, haben bei der Umsetzung auch Mitglieder aus dem Pfarreirat und andere Ehrenamtliche geholfen. „Viele haben mitgedacht und mitgemacht. So sind ganz unterschiedliche Impulse entstanden“, sagt Jonas Hagedorn.

Rund 13 Personen haben mitgewirkt, immer zwei haben am Ende gemeinsam ein Fenster gestaltet. „Ich habe mit den Vermietern gesprochen oder Schlüssel organisiert“, erzählt Jonas Hagedorn. „Für die Deko war ich zum Glück nicht zuständig“, sagt er und lacht.

Spontaner Kleidertausch

Maria, Josef, ein Hirte, der Engel, ein König und die Krippe. Lange standen sie in der Sakristei, in den vergangenen Tagen wurden sie in der Stadt verteilt. Einige von ihnen mussten sich, bevor es so weit war, allerdings einer Typveränderung unterziehen. Aus einem Hirten wurde der König, ein anderer Hirte tauschte seine Hosen gegen ein Engelsgewand.

Insgesamt sechs Krippenfiguren sind in der Stadt verteilt.
Insgesamt sechs Krippenfiguren sind in der Stadt verteilt. © Christin Lesker © Christin Lesker

Den doppelten Satz Krippenfiguren hat die Gemeinde dem ehemaligen Kaplan Christoph Potowski zu verdanken. Er hat sie während seiner Zeit in Stadtlohn organisiert. Zum Glück, denn so können die Krippenausstellungen in St. Joseph und St. Otger wie in jedem Jahr stattfinden. Nur, dass , die Besucher unbedingt auf Mund-Nasen-Maske und Abstand achten müssen.

Lückenhaftes Stadtbild

Ganz nebenbei macht die Aktion auf ein Problem aufmerksam, das eher weniger mit Weihnachten zu tun hat. Seit Jahren gibt es Lücken im Stadtbild, Geschäfte stehen leer, die Schaufenster: ungenutzt. „Die Adventsfenster sollen jetzt in der Adventszeit eine schöne Szenerie bieten“, sagt Jonas Hagedorn.

Der Heilige König steht im Schaufenster des Café Werk 3. Den Rest der Figuren muss jeder, der neugierig geworden ist und sich auf die Suche nach den geschmückten Fenstern begeben will, schon selbst finden. Nun fehlt nur noch das Jesuskind zum vollständigen Krippenbild. Auf die Frage danach, muss Joans Hagedorn lachen. „Gute Frage“, sagt er. Es bleibt wohl vorerst eine Überraschung.

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