Akzeptanz der Hauptschule in Stadtlohn ist gestiegen

66 Anmeldungen für die Losbergschule

Normalerweise vergeben die Schulen die Noten. Einmal im Jahr aber steht auch das dreigliedrige Schulsystem selbst auf dem Prüfstand.

Stadtlohn

, 23.02.2018, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freuen sich über gute Anmeldezahlen: Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Weßing (l.) und der Erste Beigeordnete Günter Wewers.

Freuen sich über gute Anmeldezahlen: Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Weßing (l.) und der Erste Beigeordnete Günter Wewers. © Stefan Grothues

Alle Jahre wieder im Februar glühen die Drähte zwischen den Schulsekretariaten und dem Rathaus. In der Anmeldewoche zu den weiterführenden Schulen wird täglich telefoniert. Und Spannung liegt in der Luft, so wie in dieser Woche: Wie entscheiden sich die Eltern der Viertklässler? Wohin fließen die Schülerströme? Können sich Hauptschule, Realschulen und Gymnasium gegen die Konkurrenz von Sekundar- und Gesamtschulen im Umland behaupten?

Jetzt liegen alle Zahlen auf dem Tisch – und in allen Schulen sowie im Schulamt sieht man hochzufriedene Gesichter. „Wir freuen uns riesig“, sagt Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Weßing. Und dafür gibt es drei gute Gründe:

Auch auswärtige Schüler

Erstens: Alle Schulen sind in ihrer Existenz gesichert. Mehr noch: Alle drei Schulformen können bei den Anmeldezahlen ein Plus verzeichnen. Mit insgesamt 320 Anmeldungen stieg die Zahl der angemeldeten Kinder gegenüber dem Vorjahr um 35. Zweitens: Die Stadtlohner Eltern schätzen offenbar das Schulangebot in ihrer Stadt. Von den 233 Stadtlohner Viertklässlern wurden 225 für die weiterführenden Schulen in Stadtlohn angemeldet. Das sind 96,2 Prozent. 2017 lag die Übergangsquote der Stadtlohner Viertklässler zu den Stadtlohner weiterführenden Schulen bei 90,5 Prozent. Nur acht Kinder wechseln 2018 auf Schulen in den Nachbarstädten. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 20 von 211 Viertklässlern. Drittens: Stadtlohns Schulen sind über die Stadtgrenzen hinaus attraktiv. 38 Kinder aus Südlohn, 24 aus Vreden, 30 aus Gescher und 3 aus anderen Orten werden nach den Sommerferien die fünfte Klasse in Stadtlohn besuchen.

Und das sind die Zahlen im Einzelnen:

  • Losbergschule: 66 Kinder wurden für die Hauptschule angemeldet, 15 mehr als noch im Vorjahr. 58 Kinder stammen aus Stadtlohn, 5 aus Südlohn und 3 aus anderen Gemeinden. Die Übergangsquote der Stadtlohner Kinder zur Hauptschule stieg von 20,3 Prozent auf 24,5 Prozent. Mit anderen Worten: Jeder vierte Stadtlohner Viertklässler wechselt zur Hauptschule; eine Schulform, die inzwischen Seltenheitswert besitzt.

  • Herta-Lebenstein-Realschule: 90 Kinder wechseln zur städtischen Realschule, 11 mehr als im Vorjahr. 11 Kinder stammen aus Südlohn, 3 aus Vreden und 4 aus Gescher. Bezogen auf die 72 Stadtlohner Kinder liegt die Übergangsquote bei 30,9 Prozent.

  • St.-Anna-Realschule: Die private katholische Realschule nimmt jedes Jahr die begrenzte Zahl von 64 Schülerinnen und Schüler auf. Die Zahl der Interessenten übersteigt aber Jahr für Jahr diese Zahl. Die Übergangsquote liegt in diesem Jahr bei 11,2 Prozent.

  • Geschwister-Scholl-Gymnasium: 100 Anmeldungen zählt das Gymnasium, davon 24 aus Gescher und 7 aus Südlohn. Die Übergangsquote der Stadtlohner Kinder zum Gymnasium liegt bei knapp 30 Prozent.

Schulen leisten „richtig tolle Arbeit“

Der Erste Beigeordnete Günter Wewers sieht das Geheimnis der guten Anmeldezahlen in der „richtig tollen Arbeit“ der Schulen. Und in der „sehr guten“ Aufklärung der Eltern. Wewers: „Vor der Anmeldewoche haben wir den Eltern in einer gemeinsamen Informationsveranstaltung aller Schulen noch einmal deutlich gemacht, dass das System durchlässig ist und die Entscheidung keine Einbahnstraße.“

Hocherfreut zeigte sich am Freitag auch Birgit Kentrup, die Schulleiterin der Losbergschule. „Das ganze Kollegium ist glücklich, dass so viele Eltern uns ihr Vertrauen schenken.“ Die Losbergschule ist eine von nur drei Hauptschulen im Kreis Borken, die das Hauptschulsterben überlebt haben – drei von ehemals 28.

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