Archäologen finden am Beethovenring Reste aus der Jungsteinzeit

4000 Jahre alt

Schon vor 4000 Jahren haben Menschen in Stadtlohn gelebt. Das beweisen Funde am Beethovenring. Dort sicherten Archäologen in den vergangenen Monaten Relikte aus der Geschichte.

STADTLOHN

17.09.2014, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Ausgrabungen am Beethovenring sind nun abgeschlossen.

Die Ausgrabungen am Beethovenring sind nun abgeschlossen.

Die Mitarbeiter erfassten die Reste der Schichten und dokumentierten die Funde. Aber auch Feuersteinartefakte – Pfeilspitzen, Klingen und Kratzer – und Keramik aus der Zeit von 2000 vor Christus entdeckte das Team. Ein Riesenbecher sei dabei außergewöhnlich gewesen. „So große Gefäßteile sind selten“, meint Markus. Denn die westfälischen Sandböden seien für den Erhalt nicht gerade optimal. Dass Reste aus so einer frühen Siedlungsphase auftauchen würden, sei selten, sagt Markus. Aber es gebe vergleichbare Fundplätze an verschiedenen Stellen in Westfalen, an denen man die frühe Besiedlungsphase anhand von Siedlungsschichten nachweisen könne.

Nach dem frühen Mittelalter brechen die Beweise dafür ab, dass es am Beethovenring Siedlungen gab. „Das hat sich verlagert. Auf der anderen Berkelseite gibt es noch die Karolingerburg“, erklärt Markus. Bis Anfang dieser Woche haben vier bis fünf Archäologen katalogisiert, gezeichnet und die Funde zur Endlagerung vorbereitet. Vorerst wurden die Relikte aus der Geschichte in die LWL-Archäologie nach Münster gebracht, wo sie optimal gelagert werden. „Eine Auswahl wird vielleicht ausgestellt. Möglicherweise kommt sie auch ins Archiv nach Stadtlohn“, berichtet Markus. Vonseiten der Archäologen ist das Areal am Beethovenring nun freigegeben. Das Bauland wird wieder verfüllt. „Wir mussten im Vorfeld aktiv werden, damit dort gebaut werden kann“, erklärt Markus. Danach gehe es auch um kontrollierte Zerstörung des Bodendenkmals. Und dann können vielleicht bald Menschen wieder dort wohnen – wie schon vor 4000 Jahren. 

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