Auf den Spuren der Afrika-Abenteurer

Lukas und Raphael Greving in der Westsahara

Der Ort: ein Beduinencamp am Rand der Westsahara. Die Zeit: Donnerstag um 9.39 Uhr. Die Wagenburg löst sich auf, der Tross setzt sich in Bewegung. Im Bulli mit dabei: die Brüder Lukas (23) und Raphael Greving (21) aus Stadtlohn. Und irgendwie sind auch ihre Eltern mit dabei - allerdings 4000 Kilometer weiter nördlich in der Töpferstadt.

STADTLOHN

, 30.03.2017, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist der zwölfte Tag des Hilfskonvois "Drive to help" von Deutschland nach Gambia (Münsterland Zeitung berichtete). Die Strecke ist staubig. Immer mehr lösen sanft geschwungene Sanddünen die schroffe Steinwüste ab.

Donnerstag, 11.15 Uhr: Die Wagenkolonne erreicht die Atlantikküste. Am Horizont, gut 100 Kilometer weiter, ist Fuerteventura zu erahnen. In Stadtlohn werfen Marlies Greving und ihr Mann Heinrich Greving (Fotos) mehrmals täglich einen Blick auf den Computerbildschirm. Dort verrät ein blinkender Pfeil, wo ihre Jungen gerade sind.

Moderne Kommunikationstechnik nutzen

"Dabei bin ich eigentlich gar nicht so eine Mutter, die ihre Kinder ständig behüten will", sagt Marlies Greving lachend. Aber die insgesamt 7500 Kilometer lange Fahrt ins westafrikanische Gambia ist ja kein normaler Urlaub. "Da ist schon ein mulmiges Gefühl - man macht sich doch viele Gedanken", sagt Marlies Greving. Da kommt den Eltern die moderne Kommunikationstechnik gerade recht. Auf der Homepage des Vereins "Drive to help" können Angehörige und Freunde dank GPS-Tracking in Echtzeit verfolgen, wo der der Konvoi gerade fährt. Und das bebilderte Online-Tagebuch der Reisenden, zeigt, dass die Stimmung im Team prächtig ist.

Wichtiger für Marlies Greving sind aber die fast täglichen Whatsapp-Kontakte: Kurze Textnachrichten sind gut, noch besser sind die Sprachnachrichten, die die beiden zum Beispiel jetzt zum Geburtstag ihre Oma schickten. Denn da, so sagt Marlies Greving, höre das Mutterohr ja heraus, ob es ihren beiden Söhnen wirklich gut geht.

Täglich in Kontakt

"Die Stimmung ist gut bis euphorisch", weiß Sebastian Starke (Foto rechts), der täglich Kontakt zur Reisegruppe hält. Der junge Mediziner ist Vorsitzender und Gründer des Vereins "Drive to help". Er selbst hat die Tour schon zwei Mal selbst mitgemacht. Dieses Mal fiebert er mit viel Fernweh von Deutschland aus beim GPS-Tracking mit: "Lukas, Raphael und die anderen sind genauso begeistert wie ich es war von den Landschaften, von Menschen, vom Essen." Eine Reifenpanne, ein Kupplungsschaden und 37 Stunden Wartezeit an der marokkanischen Grenze konnten die Stimmung nicht trüben.

Und auch Marlies und Heinrich Greving sind jetzt doch froh, dass ihre beiden Söhne den mutigen Schritt getan haben: in ein Abenteuer, das gleichzeitig Hilfe nach Gambia bringt.

Auf Marlies Greving jedenfalls scheint sogar ein Funke der Abenteuerlust übergesprungen zu sein: "Das ist ja eine spannende Vorstellung, selbst so eine Reise zu unternehmen. Und dieses Mal sind ja auch Mitfahrer in unserem Alter dabei…"

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