Elisabeth Hueske backt Weihnachtsplätzchen mit ihren Enkeln. © Hueske
Serie

Back-Expertin zeigt ihre Tricks und verrät Rezept für „Bauern-Hütchen“

Die Stadtlohnerin Elisabeth Hueske ist eine Expertin, wenn es um das Thema Plätzchen geht. Für Teil eins unserer neuen Weihnachts-Serie hat sie vier Sorten gebacken uns ein Rezept verraten.

Elisabeth Hueske backt leidenschaftlich gerne. Egal ob Plätzchen, Brot oder Kuchen, fast jede Woche zaubert sie etwas aus dem Ofen. Schon als Kind buk die inzwischen 64 Jahre alte Stadtlohnerin zusammen mit ihrer Mutter in der Vorweihnachtszeit. „Wir hatten zwar damals einen Fernseher, aber der war für den Opa gedacht. Wir mussten uns also irgendwie anders beschäftigten“, berichtet sie und lacht.

Elisabeth Hueske erinnert sich noch genau an diese Zeit. Vor allem daran, wie über dem Herd immer die Milchkannen mit den Neujahrshörnchen versteckt wurden, damit die Kinder nicht heimlich naschen konnten. Heute ist die 64-Jährige selbst Mutter und Großmutter. Die Knethaken spült sie in diesen Tagen besonders häufig. Zum einen muss ab Mitte November der Plätzchen-Vorrat regemäßig aufgefüllt werden, zum anderen steht in der Familie ein Geburtstag an. Wenn schon keine große Feier, dann doch wenigstens ein liebevoll gebackener Kuchen.

Bei Schwarz-Weiß-Plätzchen der Wurm drin

Den zwei Enkelkindern der Stadtlohnerin, die in dieser Woche aus Emsdetten zu Besuch bei der Oma sind, macht das Plätzchenbacken aber am meisten Spaß. Und was empfiehlt die Back-Expertin zum Einstieg? Elisabeth Hueske Hueske sagt: „Spritzgebäck geht natürlich immer.“ Auch Schwarz-Weiß-Gebäck zählt eigentlich zum einfachsten Weihnachtsgebäck, aber mit denen kann sich die 64-Jährige bis heute nicht wirklich anfreunden. „Ich hab sie schon so oft ausprobiert, aber irgendwie liegt ein Fluch darüber. Bei mir werden sie einfach nichts.“ Auch Achilles hatte bekanntlich eine Schwachstelle…

Um die Bauern-Hütchen zu formen, brauchte es Geduld und Geschick.
Um die Bauern-Hütchen zu formen, brauchte es Geduld und Geschick. © privat © privat

In dieser Woche stehen daher andere Rezepte auf dem Plan. Insgesamt vier verschiedene Sorten nimmt sie gemeinsam mit ihren Enkelkindern ins Visier. Die Vorbereitungen für die Bauern-Hütchen, Nougat-Rosetten, Bärentatzen und Haselnuss-Hufeisen beginnen schon am Mittag. Schließlich muss bei einigen Plätzchen der Teig noch kühlen.

Improvisationstalent gefragt

Am Nachmittag steht dann der Großteil der Arbeit an. Und teilweise muss improvisiert werden – zum Beispiel bei den Bärentatzen. „Laut Rezept soll man nach dem Abkühlen den Teig in walnussgroße Kugeln formen und anschließend in Muschelförmchen drücken. Aber da kann man sich auch anders behelfen“, sagt Elisabeth Hueske. Gesagt, getan: Statt Förmchen nimmt sie einfach eine Gabel, um die Krallen der Tatze anzudeuten. Zumindest der Laie erkennt keinen Unterschied.

Bei den Bärentatzen musste etwas improvisiert werden.
Bei den Bärentatzen musste etwas improvisiert werden. © privat © privat

Bei den Bauern-Hütchen braucht auch die Back-Expertin ein paar Versuche, um den Dreh raus zu haben. „Da ist ein bisschen Geschick gefragt, sonst bekommt man es nicht nicht, alle drei Seiten gleichzeitig mit einer Hand hochzuklappen“, sagt die Stadtlohnerin.

Keksdosen bis oben hin gefüllt

Gegen 18 Uhr sind alle Keksdosen bis oben hin gefüllt. Zeit für ein Fazit. „Dafür, dass wir einige Rezepte zum ersten Mal ausprobiert haben, lief es ganz gut“, sagt Elisabeth Hueske. Über das Experiment, sich einmal an glutenfreien Plätzchen zu versuchen, möchte sie lieber nicht zu viele Worte verlieren. „Die Mengenangaben passten vorne und hinten nicht. Hätten wir uns ans Rezept gehalten, wären es am Ende gebackene Rosinen geworden – und mehr nicht“, berichtet die 64-Jährige und lacht erneut.

Die Nougat-Rosetten konnten sich am Ende sehen lassen.
Die Nougat-Rosetten konnten sich am Ende sehen lassen. © privat © privat

Bei ihr sind solche „Rückschläge“ aber immer mit einkalkuliert: „Für mich kommt es nicht infrage, immer nur die gleichen Plätzchen zu backen. Auch wenn es mal schiefgeht.“ Und so überrascht die Antwort auf die Frage nach den Lieblingsplätzchen auch nicht wirklich: „Ich bin jemand, der gerne immer wieder neue Dinge probiert.“ Nur bei den Neujahrshörnchen gibt es für Elisabeth Hueske keine Experimente: „Da braucht es gute deutsche Markenbutter und auf keinen Fall Margarine. Anis und Zimt dürfen bei mir auch nicht fehlen.“

Bauern-Hütchen

Zutaten: 250 g Mehl, 125 g feinster Zucker, 150 g Butter, ein Eigelb, ein EL saure Sahne (Teig); Marmelade (Füllung); ein Eiweiß (zum Bestreichen), 100 g Hagelzucker (zum Bestreuen)

Zubereitung: Die Zutaten für den Mürbeteig zu einem glatten Teig verkneten und kühlstellen. Für die Füllung Eiweiß zu Schnee schlagen, nach und nach Zucker dazugeben und anschließend die Mandeln unterziehen. Den Mürbeteig dünn ausrollen, runde Plätzchen ausstechen, in die Mitte etwas Füllung geben und den Rand an drei Seiten hochdrücken. Die Hütchen mit Eiweiß bestreichen und mit Hagenzucker bestreuen. Anschließend bei 170 Grad 15 bis 20 Minuten backen.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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