Beethoven neu entdecken: 32 Sonaten mit Starpianistin Heidrun Holtmann

mlzBeethoven-Zyklus

32 Beethoven-Sonaten, ein Flügel und „die beste Pianistin des Münsterlandes“. An acht Abenden nimmt Heidrun Holtmann mit auf eine Reise durch den Beethoven-Zyklus – auch in Stadtlohn.

Stadtlohn

, 22.01.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ludwig van Beethoven, einer der größten Komponisten der Musikgeschichte begeistert die Menschen weltweit seit 250 Jahren mit seiner Musik. Landes- und bundesweit wird ihm 2020 mit tausenden Konzerten und Veranstaltungen gedacht. „Die berühmteste Pianistin des Münsterlandes“, so Mitveranstalter Norbert van der Linde, gibt ihren Zuhörern an acht Abenden vom 9. Februar 2020 bis 24. Januar 2021 auch im westlichen Münsterland die Möglichkeit, Beethoven neu zu entdecken.

„Beethovens Musik ist voller Überraschungen und Extreme“, hat Pianistin Heidrun Holtmann schon früh erkannt. „Seine Musik ist sehr expressiv und ausdrucksvoll. Alles, was der Mensch empfinden kann, treibt Beethoven bis ans Äußerste.“ Für ihre Entwicklung, vor allem in der Jugend, sei seine Musik deshalb sehr wichtig gewesen. „Auch jetzt nach mehreren Jahrzehnten entdecke und fühle ich immer noch etwas Neues“, schwärmt die 58-Jährige.

Frühe Faszination

Der Grundstein für die Begeisterung für Beethoven war sicher die Begeisterung für das Klavierspielen. Schon wenn ihre Mutter Klavier spielte, war Heidrun Holtmann fasziniert. So begann auch sie schon mit vier Jahren zu spielen. „Mir war schnell klar: mit der Musik kann ich mich ausdrücken“, erinnert sich die Pianistin. Dann begann für sie eine steile Karriere.

Bereits mit neun Jahren wurde Heidrun Holtmann als Jungstudierende an der Musikhochschule Detmold von Renate Kretschmar-Fischer unterrichtet. „Sie war eine fantastische Professorin.“ Mit ihrer Hilfe konnte sich die heute 58-Jährige so früh entwickeln.

„Als Professorin hat sie nie nur vorgegeben. Ihr war vor allem wichtig, meine Persönlichkeit zu fördern, sodass etwas Eigenes entstehen kann“, macht Heidrun Holtmann klar. Als bisher Jüngste gewann sie 1982, mit nur 21 den Ersten Preis des Concours Géza Anda und wurde auch später mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

Meisterleistung des Ausdrucks

Auf ihre ganz eigene und individuelle Reise nimmt Heidrun Holtmann ihre Zuhörer als Pianistin mit. Aktuell bereitet sie sich täglich auf den Beethoven-Zyklus vor. Als Pianistin studiert und interpretiert sie die Stücke. Für ihre Zuhörer übersetzt sie den nicht hörbaren Notentext. „Ich möchte, dass der Zuhörer alles entdecken kann, was die Komposition ausdrückt. Dabei geht es nicht darum, das Stück intellektuell zu verstehen, sondern die Emotionen zu fühlen.“ Und das rüberzubringen, ist eine wahre Meisterleistung.

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Viele der 20 bis 45 Minuten langen Stücke spielt die Pianistin auswendig. Doch Beethovens Stücke bringen eine besondere Herausforderung mit sich. „Einerseits sind die Sonaten technisch sehr anspruchsvoll.“ Das erfordert, zum Beispiel wegen des schnellen Umschwungs, hohe Konzentration, macht Heidrun Holtmann deutlich. Andererseits birgt der große Ausdrucksgehalt ein Risiko. „Neben der Technik muss ich mich auf all die Gefühle ganz einlassen und sie richtig ausdrücken.“

Eine Geschichte ohne Worte

Beethovens Sonaten seien immer Ausdruck eines Erlebnisses. Wie eine Geschichte, aber nicht in Worten. Wie für Beethoven ist ein Stück deshalb auch für Heidrun Holtmann jedes Mal eine Entwicklung. Es sei eben kein Bild, das fertig an der Wand hängt. „Eines ergibt sich aus dem Anderen. Der Ablauf vollzieht sich erst auf der Bühne und es entsteht ein neues Stück, jedes Mal“, erklärt sie. „Jedes Mal fühlt es sich ein bisschen an, wie beim ersten Mal.“

In jedem Wort ist Heidrun Holtmanns Faszination für die Geschichten hinter Beethovens Stücken deutlich zu hören. Weil Beethovens Sonaten so vielseitig sind, hat sie das Programm für jeden der acht Konzert-Abende individuell mit je drei bis vier Stücken aus allen drei Schaffensperioden zusammen gestellt. Neben den fünf Konzertveranstaltern haben auch drei Familien ihr Haus für je ein Konzert zur Verfügung gestellt. „Es ist ein ganz besonderes Projekt und eine Ehre für mich“, freut sich Heidrun Holtmann.

Die Termine

  • Sonntag, 9. Februar, 18 Uhr im Geschwister-Scholl-Gymnasium, Kreuzstraße 56-60, Stadtlohn
  • Samstag, 28. März, 19 Uhr im Haus der Klaviere, Graskamp 17, Dülmen
  • Sonntag, 26. April, 18 Uhr bei Familie Wantia-Kloff in Coesfeld-Lette
  • Sonntag, 23. August, 18 Uhr bei Familie Schreiber in Stadtlohn, Almsick
  • Sonntag, 13. September, 18 Uhr im Alten Rathaus, Hauptstraße 29 in Schöppingen
  • Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr bei Familie van der Linde in Ahaus
  • Sonntag, 6. Dezember, 19.30 Uhr im Fürstensaal Schloss, Sümmermannplatz 1-3 in Ahaus
  • Sonntag, 24. Januar 2021, 17 Uhr im Rittersaal Schloss, Freiheit 27 in Raesfeld
Die VHS verkauft den Beethoven-Zyklus im großen Abo (alle acht Konzerte für 90 Euro) und im kleinen Abo (vier Konzerte nach Wahl für 50 Euro). Einzeltickets gibt es bei den jeweiligen Veranstaltern. Weitere Infos unter Tel. (02561) 95370 oder an info@vhs-aktuellesforum.de.
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