Benefizkonzert im Gymnasium für Justus Gehrigk beschert "Traummomente"

STADTLOHN Ein kleines Ensemble mit großen Stimmen, das ist der Frauenchor Bocholt unter der bewährten Leitung von Heike Rotherm, die den Chor 1997 gründete. Am Samstagabend gaben die Sängerinnen im Geschwister-Scholl-Gymnasium ein Benefizkonzert, um mitzuhelfen dem vierjährigen Justus Gehrigk eine Delfintherapie in Curacao auf den niederländischen Antillen zu ermöglichen.

30.03.2009, 16:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Benefizkonzert im Gymnasium für Justus Gehrigk beschert "Traummomente"

<p>Unter der Leitung von Heike Rotherm hat der Frauenchor Bocholt am vergangenen Samstag das Publikum in der Konzertaula des Stadtlohner Gymnasiums in den Bann gezogen. Dirking</p>

Nach Aussage der Mutter kann die Familie Gehrigk am 9. Mai die weite Reise antreten mit der Hoffnung, dass ihrem Sohn dort geholfen werden kann.

"Traummomente" war das Konzert überschrieben, und das Publikum konnte sich im wahrsten Sinne des Wortes zurücklehnen und den romantischen Liederabend genießen, einfühlsam untermalt vom Klavierspiel der Pianistin Anja Speh und kompetent moderiert von zwei Chorsängerinnen.

Den Kompositionen der Romantiker des 19. Jahrhunderts liegt oft die Lyrik deutscher Dichter wie Heinrich Heine und Eduard Mörike zugrunde, die von der Natur, von Liebesfreude und Liebesleid erzählen. Der geschulte Chor brachte diese Gefühlsregungen musikalisch sehr gut zum Ausdruck, sei es beim "Bräutigam", der "Müllerin", dem "Minnelied" oder dem Lied von den blühenden Rosen des Frühlings, allesamt vertont von Johannes Brahms.

Mit einem besonderen Klangerlebnis erfreute die Pianistin, ob beim Intermezzo A-Dur op. 118 von Brahms, den Klavierwerken aus den Waldszenen von Robert Schumann oder dem Moment musical f-Moll op. 94 von Franz Schubert, meisterhaft dargeboten am Steinway-Flügel.

Liebesleid

Von unglücklicher Liebe sang der Frauenchor in Robert Schumanns "Das verlassene Mägdelein" und in "Die Tamburinschlägerin" von der Überwindung der Trauer durch die Musik. Von Märchen und Sagen handelten "Der Wassermann" und "Das Waldmädchen". Feierlich klang der Hirtenpsalm von Franz Schubert, der zu den mystischen Bibeltexten gehört. Ein harmonisches Klangbild mit virtuoser Klavierbegleitung und Sangeskunst auf höchstem Niveau boten die Sängerinnen bei dem "Ständchen" von Schubert, in dem Chorleiterin Heike Rotherm mit einem wunderschönen Alt-Solo glänzte.

Nach dem kräftigen Applaus des Publikums verabschiedete sich der Bocholter Frauenchor voller Begeisterung mit dem Liebeslied "Dat du min Lewsten büs" gesungen in norddeutscher Mundart. sd

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